In Amsterdam stoßen zwei Züge frontal zusammen. Ein Fahrgast stirbt, weitere 117 werden zum Teil schwer verletzt.

Rettungskräfte tragen einen verletzten Passagier aus dem verunglückten Regionalzug. Dieser war Samstagabend mit einem Schnellzug kollidiert.
Rettungskräfte tragen einen verletzten Passagier aus dem verunglückten Regionalzug. Dieser war Samstagabend mit einem Schnellzug kollidiert.

Rettungskräfte tragen einen verletzten Passagier aus dem verunglückten Regionalzug. Dieser war Samstagabend mit einem Schnellzug kollidiert.

dpa

Rettungskräfte tragen einen verletzten Passagier aus dem verunglückten Regionalzug. Dieser war Samstagabend mit einem Schnellzug kollidiert.

Amsterdam. Es ist ein gewöhnlicher Samstagabend. Am Amsterdamer Hauptbahnhof steigen Hunderte Menschen in den Regionalzug in Richtung Uitgeest. Nur 28 Minuten dauert üblicherweise die Reise. Plötzlich ein Knall: Gegen 18.30 Uhr stößt der „Stoptrein“ unweit des Bahnhofs Amsterdam-Sloterdijk auf einer Brücke frontal mit einem entgegenkommenden doppelstöckigen Schnellzug zusammen.

„Es gab einen lauten Knall, dann ging ein großes Zittern durch den Waggon. Dann herrschte absolute Stille.“

Passagierin über den Unfall

Nach offiziellen Angaben stirbt eine 68 Jahre alte Frau, 117 Menschen werden verletzt. Der Gesundheitszustand von 13 Fahrgästen sei kritisch, berichtete ein TV-Sender. Unter den Schwerverletzten soll sich auch der Fahrer des Schnellzuges befinden. Berichten zufolge handelt es sich bei der Mehrzahl der Verletzten um Passagiere des Regionalzugs.

Die junge Holländerin Yvonne war mit einer Freundin unterwegs. Sie hatte Glück und kam mit dem Schrecken davon, berichtete sie der Tageszeitung „De Telegraaf“. „Es gab einen lauten Knall, dann ging ein großes Zittern durch den Waggon. Dann herrschte absolute Stille.“

Die Wucht des Aufpralls war so stark, dass Fahrgäste aus ihren Sitzen gegen Tische oder Scheiben geschleudert wurden. Viele Passagiere waren wohl noch auf der Suche nach einem Sitzplatz. Die geräumigen Waggons könnten zur hohen Zahl der Verletzten beigetragen haben, sagte ein Polizeisprecher. Viele Passagiere erlitten Knochenbrüche, Quetschungen oder wurden von Glasscherben verletzt. Augenzeugen berichten von Panik in den Zügen.

Wenige Minuten nach dem Unglück waren die ersten Helfer am Unfallort. Sie mussten sich mit Leitern Zugang zu den Fahrgästen verschaffen. Es dauerte Stunden, bis alle Passagiere die Züge verlassen konnten. Die Verletzten wurden zum Teil auf Tragen mehrere Meter über enge Metalltreppen zu Rettungswagen transportiert. Auch ein Kran und ein Rettungshubschrauber wurden zur Bergung eingesetzt.

Wie es zu dem Unglück kam, war bis gestern noch unklar. Untersuchungen seien im Gange, hieß es seitens der Behörden und der niederländischen Bahngesellschaft „NS“. In niederländischen Medien wurde spekuliert, dass die tiefstehende Abendsonne möglicherweise einen der Zugfahrer geblendet hatte.

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