Milos Zeman gibt in Prag seine Stimme ab. Meinungsforscher erwarten ein Kopf-an-Kopf-Rennen, sehen aber einen leichten Vorteil für den linken Ex-Regierungschef. Foto: Filip Singer
Milos Zeman gibt in Prag seine Stimme ab. Meinungsforscher erwarten ein Kopf-an-Kopf-Rennen, sehen aber einen leichten Vorteil für den linken Ex-Regierungschef. Foto: Filip Singer

Milos Zeman gibt in Prag seine Stimme ab. Meinungsforscher erwarten ein Kopf-an-Kopf-Rennen, sehen aber einen leichten Vorteil für den linken Ex-Regierungschef. Foto: Filip Singer

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Milos Zeman gibt in Prag seine Stimme ab. Meinungsforscher erwarten ein Kopf-an-Kopf-Rennen, sehen aber einen leichten Vorteil für den linken Ex-Regierungschef. Foto: Filip Singer

Prag (dpa) - In Tschechien wird mit Spannung die Entscheidung im Kampf um das Präsidentenamt erwartet.

Rund 8,4 Millionen Wähler müssen zwischen dem Linkspopulisten Milos Zeman (68) und dem konservativen Außenminister Karel Schwarzenberg (75) entscheiden. Die zweitägige Stichwahl endet an diesem Samstag um 14.00 Uhr.

Meinungsforscher sagten zuletzt ein Kopf-an-Kopf-Rennen voraus, sahen aber den linken Ex-Regierungschef Zeman leicht im Vorteil. Der bisherige Präsident und scharfe EU-Kritiker Vaclav Klaus konnte nach zwei Amtszeiten nicht erneut antreten.

Verlässliche Ergebnisse werden am späten Samstagnachmittag erwartet. Die Beteiligung war bereits am ersten Tag relativ hoch und erreichte laut Beobachtern rund 30 Prozent. In einzelnen Wintersportorten gingen am Freitag sogar die Stimmzettel aus.

Zentrales Streitthema im Wahlkampf war die Vertreibung von Millionen Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg. «Die Vertreibung war für uns kein Ruhmesblatt», hatte Schwarzenberg betont und dafür scharfe Kritik geerntet. Gegen ein ehrverletzendes, ganzseitiges Zeitungsinserat vom Wahltag will sein Team juristisch vorgehen. «Ich habe nie in meinem Leben Kriegsverbrecher verteidigt», erklärte ein sichtlich empörter Schwarzenberg im Hinblick auf die NS-Zeit.

Der adelige Fürst ist Vizechef einer nach harten Sparmaßnahmen unbeliebten Mitte-Rechts-Regierung. Zeman präsentiert sich als linker Kandidat und propagiert ein skandinavisches Wohlfahrtsmodell.

«Diese Wahl lässt niemanden in Tschechien kalt», sagte der Politologe Jiri Pehe der Nachrichtenagentur dpa. «Die politische Spannung ist so hoch wie seit (der Wende von) 1989 nicht mehr.» Das Staatsoberhaupt ernennt den Ministerpräsidenten und die Verfassungsrichter.

Für Erstaunen sorgte am ersten Wahltag, dass Schwarzenberg an seinem Wohnort Sykorice eine ungültige Stimme abgab. Im Medienrummel habe der adelige Fürst vergessen, seinen Stimmzettel in den obligatorischen Umschlag einzutüten, berichtete das Fernsehen.

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