Frauen dürfen an die Front: Das US-Militär will sie künftig direkt in den Kampf marschieren lassen. Foto: Ali Abbas/ Archiv
Frauen dürfen an die Front: Das US-Militär will sie künftig direkt in den Kampf marschieren lassen. Foto: Ali Abbas/ Archiv

Frauen dürfen an die Front: Das US-Militär will sie künftig direkt in den Kampf marschieren lassen. Foto: Ali Abbas/ Archiv

dpa

Frauen dürfen an die Front: Das US-Militär will sie künftig direkt in den Kampf marschieren lassen. Foto: Ali Abbas/ Archiv

Washington (dpa) - Im US-Militär sollen künftig auch Frauen direkt an der Front dienen. Entsprechende Pläne stellte Verteidigungsminister Leon Panetta am Donnerstag in Washington vor.

Bisher war es Frauen zwar erlaubt, in Kampfeinheiten Dienst zu leisten, allerdings waren sie vom direkten Fronteinsatz ausgeschlossen, beispielsweise in Artillerie und Infanterie. Durch die Neuregelung würden Hunderttausende Militärjobs auch für Frauen möglich sein, schrieb unter anderem die «New York Times».

«Es liegt in der Verantwortung jedes Bürgers, das Land zu schützen», sagte Panetta, dessen Pläne von Mitarbeitern bereits am Mittwoch bekanntgegeben worden waren. Schon jetzt seien rund 15 Prozent der Mitglieder im Militär Frauen. Viele dieser rund 200 000 Frauen hätten ihren Willen zum Kämpfen und zum Sterben bewiesen. «Nicht jeder kann ein Soldat in der Schlacht sein, aber jeder sollte die Chance haben», sagte Panetta.

Auch Präsident Barack Obama unterstützt die Pläne. «Diese Entscheidung wird unser Militär stärken, unsere Kampfbereitschaft vergrößern und ein weiterer Schritt hin zu unseren Gründungswerten von Fairness und Gleichheit sein», teilte der Präsident mit.

Es werde aber auch künftig noch Ausnahmen geben, hieß es in den Berichten. Das Militär dürfe jede Arbeit überprüfen, ob sie grundsätzlich für Frauen geeignet sei, berichtete der TV-Sender CNN. Dafür habe die Armee bis 2016 Zeit.

Die Initiative zur Öffnung der Armee ging vom Militär selber aus, berichtet die «New York Times». Panetta habe von Generalstabschef Martin Dempsey am 9. Januar einen Brief erhalten, in dem dieser ausgeführt habe, dass die Militärvorderen sich einig seien: «Es ist an der Zeit, die Regel zum Ausschluss von Frauen im direkten Kampf zu annullieren und alle unnötigen geschlechtsspezifischen Hürden aufzuheben.»

Die derzeitige Regelung aus dem Jahr 1994 schloss Frauen von vielen Positionen in Infanterie und Artillerie aus. Nach Zahlen der «New York Times» dienten im Irak und in Afghanistan dennoch rund 20 000 US-Soldatinnen. Bis zum Ende des vergangenen Jahres kamen 130 von ihnen ums Leben, 800 wurden verletzt. Seit dem Umbau des US-Militärs zur Freiwilligenarmee hat laut dem PEW Research Center die Zahl der Frauen im Militärdienst massiv zugenommen. Von rund 42 000 im Jahr 1973 vervierfachte sich ihre Zahl auf rund 167 000 im Jahr 2010. Die Zahl der aktiven Mitglieder im Militär sank gleichzeitig von rund 1,9 Millionen auf 1,2 Millionen.

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