Der Chef der NRW-FDP, Christian Lindner, begrüßt Personalentscheidungen in seiner Partei und ruft zur Geschlossenheit auf.

Christian Lindner.
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Berlin. Der nordrhein-westfälische FDP-Landes- und Fraktionschef Christian Lindner gilt als möglicher Nachfolger des Parteichefs Philipp Rösler. Doch nach der Entscheidung im FDP-Vorstand am Montag ruft nun auch der 34-jährige Ex-Generalsekretär der Partei im Interview mit unserer Zeitung zur Beendigung der Personaldebatten auf.

Herr Lindner, ist der Machtkampf in der FDP jetzt wenigstens bis zur Bundestagswahl beendet?

Lindner: Wir haben heute eine überraschende personelle Verstärkung beschlossen. Ich sehe darin eine Bündelung der Kräfte. Ich begrüße, dass Rainer Brüderle eine hervorgehobene Rolle übernimmt. Er ist ein Verfechter der sozialen Marktwirtschaft in der Tradition von Otto Graf Lambsdorff. Das schärft unser Profil.

Einen Spitzenkandidaten gibt es bei der FDP offiziell gar nicht. Was ist Brüderles Rolle im Unterschied zu den anderen Führungskräften?

Lindner: Er soll neben dem Parteivorsitzenden Philipp Rösler der zentrale Botschafter unseres Programms sein. Dass er das gut kann, das hat er in den letzten Wahlkämpfen oder beim Dreikönigstreffen gezeigt.

Wird es nach dieser Entscheidung noch Diskussionen um den Vorsitzenden Philipp Rösler geben?

Lindner: Wir konzentrieren uns jetzt auf Sachthemen. Hier müssen wir unsere Kompetenz deutlicher herausstellen. Beispielsweise sollten wir die Überlegungen für eine Novelle des Erneuerbare Energien-Gesetzes nicht allein Umweltminister Altmaier überlassen. Wir brauchen bei der Energiewende klare marktwirtschaftliche Akzente, damit die Kosten begrenzt werden.

Was ist mit Ihrer heimlichen Konkurrenz zu Philipp Rösler? Halten Sie die aufrecht?

Lindner: Ich habe keine Konkurrenz zu irgendjemandem in meiner Partei. Ich bin Landes- und Fraktionsvorsitzender in Nordrhein-Westfalen. Meine Konkurrentinnen heißen Hannelore Kraft (SPD) und Sylvia Löhrmann (Grüne).

Wie wirkt dieser lange Führungsstreit auf die FDP-Wähler?

Lindner: Wir haben durch den Erfolg in Niedersachsen Handlungsfreiheit und Ruhe gewonnen, die heute genutzt wurde. Wir haben nun die Chance, an den politischen Punkten zu arbeiten, die noch nicht optimal waren. Ich erwarte vom heutigen Tag eine positive Wirkung.

So viele Leihstimmen wie in Niedersachsen wird die FDP bei der Bundestagswahl wohl nicht wieder bekommen. Müssen Sie nicht stärker die Eigenständigkeit der Liberalen betonen?

Lindner: In Nordrhein-Westfalen stand das Funktionsargument für die FDP nicht im Vordergrund, in Niedersachsen wollten viele Bürger eine erfolgreiche CDU-FDP-Regierung unterstützen. Beides ist legitim. Als liberale Partei der Selbstbestimmung, des Verantwortungsgefühls, der Leistungsbereitschaft und der Toleranz müssen wir unsere Eigenständigkeit auch in Koalitionen pflegen. Wir dürfen uns nicht abhängig machen.

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