Noch ist der Pannen-Airport in Schönefeld gar nicht in Betrieb, da könnte er schon zu klein sein. Foto: Michael Kappeler
Noch ist der Pannen-Airport in Schönefeld gar nicht in Betrieb, da könnte er schon zu klein sein. Foto: Michael Kappeler

Noch ist der Pannen-Airport in Schönefeld gar nicht in Betrieb, da könnte er schon zu klein sein. Foto: Michael Kappeler

dpa

Noch ist der Pannen-Airport in Schönefeld gar nicht in Betrieb, da könnte er schon zu klein sein. Foto: Michael Kappeler

Potsdam/Berlin (dpa) - Noch vor dem Start des pannengeplagten Hauptstadtflughafens lassen die politisch Verantwortlichen ausloten, ob er groß genug ist. Eine aktuelle Luftverkehrsprognose soll zeigen, ob schon jetzt eine Erweiterung notwendig ist. Das kündigte der Aufsichtsratsvorsitzende der Flughafengesellschaft, Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), am Freitag in Potsdam an.

Gleichzeitig betonte er vor dem Hauptausschuss des Landtages: «Es gibt keine Notwendigkeit einer dritten Start- und Landebahn.» Allerdings könnten zusätzliche Gepäckbänder unter den neu gebauten Pavillons eingerichtet werden.

Derzeit ist der Airport am Südrand Berlins, dessen Eröffnung kürzlich wegen Baumängeln auf unbestimmte Zeit verschoben wurde, für 27 Millionen Passagiere ausgelegt. Die beiden Flughäfen Tegel und Schönefeld Alt bewältigten aber zuletzt schon 25 Millionen. Laut Platzeck ist auch denkbar, das Terminal mit Zusatzgebäuden (Satelliten) auszubauen.

Das Kernproblem ist nach Darstellung von Flughafen-Geschäftsführer Horst Amann die technische Ausstattung des Airports - etwa die Steuerungsanlage für den Brandschutz. Alle Probleme seien jedoch lösbar. «Es reicht eben nur nicht die Zeit.» Die Trennung vom Generalplaner sei zwar richtig gewesen, dieser Verlust aber nicht so schnell und gut wie nötig wettgemacht worden.

Platzeck hatte am vergangenen Mittwoch Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) als Flughafen-Aufsichtsratschef abgelöst. Die Gesamtkosten des Projektes liegen gegenwärtig bei 4,3 Milliarden Euro, werden aber durch die neuerliche Verschiebung des Eröffnungstermins voraussichtlich weiter wachsen.

Bisher sehe die «Liquiditätsplanung» der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg für 2013 eine Eigenkapitalzahlung der drei Gesellschafter - Bund und die Länder Berlin und Brandenburg - in Höhe von 895 Millionen Euro vor, wie Finanzchef Uwe Hörmann erläuterte. Sie basiere allerdings noch auf der geplanten Eröffnung am 27. Oktober dieses Jahres, die inzwischen abgeblasen wurde.

Inzwischen erhält die Flughafengesellschaft nur noch so viel Geld, wie für ihren unmittelbaren Betrieb notwendig ist. Das Unternehmen sei in der Lage, alle Rechnungen zu bezahlen, unterstrich Hörmann und ergänzte: «Es ist Risikovorsorge getroffen worden.»

Nach der Abberufung des bisherigen Sprechers der Geschäftsführung, Rainer Schwarz, werde mit diesem über eine Vertragsauflösung gesprochen, womit auch eine haftungsrechtliche Prüfung verbunden sei, berichtete Platzeck. Keiner der Gesellschafter habe jedoch die Grundlage für eine fristlose Kündigung gesehen.

Zur Suche nach einem Nachfolger für Schwarz werde er sich auch weiterhin nicht öffentlich äußern. «Wir werden uns da nicht unter Zeitdruck setzen lassen.» Die nächste Aufsichtsratssitzung ist laut Platzeck am 13. Februar geplant.

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