Nach einer Umfrage steigen die Neulinge zur drittstärksten Kraft auf. Sexismus-Vorwürfe spalten die Partei.

grhi

Berlin. Die Piratenpartei überholt die Grünen und wird zur drittstärksten Kraft hinter Union und SPD. Dieses Ergebnis einer Forsa-Umfrage sorgte am Dienstag in den Parteizentralen jeder Couleur für ungläubiges Staunen. Nach dem Wahltrend von „Stern“ und RTL käme die Piratenpartei derzeit bundesweit auf 13 Prozent (plus ein Punkt), die Grünen würden elf Prozent (minus zwei) erreichen.

Auch die FDP darf Hoffnung auf den Wiedereinzug in den Bundestag schöpfen: Sie landet erstmals seit acht Monaten wieder bei fünf Prozent. Andere Institute hatten die FDP zuletzt noch unter fünf und die Piraten bei maximal zehn Prozent gesehen.

Der Politologe Oskar Niedermayer hält die Wahl in NRW für entscheidend: „Wenn die Piraten es schaffen, haben sie bei der Bundestagswahl eine Chance.“

„Junge Piraten“ beklagen diskriminierende Aussagen

Der CDU-Spitzenkandidat in NRW, Norbert Röttgen, sagte gegenüber unserer Zeitung, dass er keine Chance für eine Koalition mit den Piraten sehe: „Da die Piraten angekündigt haben, sich nicht an einer Regierung zu beteiligen, stellt sich diese Frage nicht.“

Richtig freuen können sich die Piraten über die Werte derweil nicht, denn intern herrscht Ärger. Die Jugendorganisation „Junge Piraten“ hat sich darüber beklagt, dass Mitglieder „durch rassistische, sexistische“ und andere „diskriminierende Aussagen“ auffielen. Zwar distanzierte sich der Bundesvorstand von solchen Aussagen, aber auch diese Erklärung ging vielen Piraten nicht weit genug. Mehr als 200 Mitglieder, darunter der NRW-Landesvorstand, unterzeichneten eine zweite Erklärung, die sich gegen frauenfeindliche und rassistische Tendenzen wendet.

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