Klare Mehrheit im Fakultätsrat der Uni Düsseldorf. Ministerin muss um Titel bangen.

Ministerin Annette Schavan promovierte im Jahr 1980.
Ministerin Annette Schavan promovierte im Jahr 1980.

Ministerin Annette Schavan promovierte im Jahr 1980.

dpa

Ministerin Annette Schavan promovierte im Jahr 1980.

Düsseldorf. Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) muss um ihren Doktortitel bangen: Die Universität Düsseldorf eröffnet offiziell ein Verfahren zum Entzug des vor mehr als 30 Jahren erworbenen Titels. Nach mehrstündigen Beratungen beschloss der zuständige Rat der Philosophischen Fakultät am Dienstagabend, das Verfahren einzuleiten. Das kündigte der Ratsvorsitzende, Professor Bruno Bleckmann, an.

Der Fakultätsrat habe in geheimer Abstimmung mit 14 Ja-Stimmen und einer Enthaltung für die Einleitung des Hauptverfahrens gestimmt, so Bleckmann. „Ich möchte betonen, dass das Verfahren ergebnisoffen ist.“ Für den 5. Februar sei eine weitere Sitzung angesetzt.

Das Gremium kann das Entziehungsverfahren ablehnen

Die Entscheidung wurde begleitet von einem heftigen Wissenschaftsstreit über das Prüfverfahren der Uni und die Tragweite der angeblichen Zitierfehler Schavans. Schavan hatte 1980 als 25-Jährige mit der Arbeit „Person und Gewissen“ im Fach Erziehungswissenschaften den Doktortitel erworben. Die Dissertation war zugleich ihr erster Studienabschluss, was damals noch möglich war.

Sollte der Rat für die Aberkennung stimmen, könnte Schavan innerhalb eines Monats vor dem Verwaltungsgericht klagen. Das Gremium kann ein Entziehungsverfahren aber auch ablehnen und die Untersuchung beenden.

Die Plagiatsvorwürfe waren im April 2012 auf einer Internetplattform erhoben worden. Schavan werden fehlende Quellennachweise, das Verschleiern geistigen Eigentums und die Vernachlässigung wissenschaftlicher Standards vorgeworfen. Die Ministerin weist den Täuschungsversuch zurück. 

Der Fakultätsrat der Philosophischen Fakultät an der Düsseldorfer Universität entscheidet „über die Rücknahme oder Entziehung des Doktorgrades“. Ihm gehören 15 gewählte und stimmberechtigte Mitglieder an – acht Professoren, je zwei wissenschaftliche und nichtwissenschaftliche Mitarbeiter sowie drei Studenten. Die Entscheidungen werden mit einfacher Mehrheit getroffen.

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