Bei Nachfragen zur Organisation von Job und Familie oder der Betreuungslage beim Nachwuchs sollten auch Bewerberinnen signalisieren, dass der Beruf im Vordergrund steht. Foto: Britta Pedersen
Bei Nachfragen zur Organisation von Job und Familie oder der Betreuungslage beim Nachwuchs sollten auch Bewerberinnen signalisieren, dass der Beruf im Vordergrund steht. Foto: Britta Pedersen

Bei Nachfragen zur Organisation von Job und Familie oder der Betreuungslage beim Nachwuchs sollten auch Bewerberinnen signalisieren, dass der Beruf im Vordergrund steht. Foto: Britta Pedersen

dpa

Bei Nachfragen zur Organisation von Job und Familie oder der Betreuungslage beim Nachwuchs sollten auch Bewerberinnen signalisieren, dass der Beruf im Vordergrund steht. Foto: Britta Pedersen

München (dpa/tmn) - Kinder großzuziehen, ist eine Menge Arbeit. Und einen Haushalt zu schmeißen, ist manchmal ein echter Managerjob. In Bewerbungsgesprächen sollte das aber besser nicht als Qualifikation ins Rennen geführt werden, warnt die Expertin Claudia Nöllke.

Mütter versuchen beim Bewerben nach einer Elternzeit besser nicht, mit ihrer Erfahrung beim Großziehen von Kindern zu punkten. Sätze wie «Durch mein Kind bin ich ein richtiges Organisationstalent geworden» hätten im Anschreiben nichts zu suchen, sagt Bewerbungstrainerin Claudia Nöllke aus München. Wichtiger sei es, berufliche Qualifikationen hervorzuheben.

«Im Lebenslauf würde ich die Kinder nennen und die Betreuungsform mit angeben», rät Nöllke. Dazu sei eine Frau zwar nicht verpflichtet. «Kinderhort, 8.00 bis 16.00 Uhr» könne aber eine Information sein, die dem potenziellen Arbeitgeber zeigt, dass die Frau genug Zeit für den Job hat.

«Im Anschreiben sollte ich thematisieren: Warum bin ich für die Stelle geeignet?», erklärt Nöllke. Am Schluss könne eine Frau noch hinzufügen, dass sie sehr gute Betreuungsmöglichkeiten für ihr Kind gefunden hat. Viele meinten, sie müssten sich für ihre Auszeit rechtfertigen oder betonen, wie gut sie dank ihres Kindes inzwischen organisiert seien. Laut Nöllke ist das ein Fehler: «Man sollte da nicht mit Privatem kommen.»

Im Vorstellungsgespräch müssten Bewerberinnen auf typische «Frauenfragen» gefasst sein, die sich auf die Doppelbelastung von Familie und Beruf beziehen. Dabei müsse die Frau signalisieren, dass sie alles im Griff habe und für sie nun der Beruf im Vordergrund stehe, sagt Nöllke.

Ein Stellenwechsel nach der Elternzeit könne durchaus Sinn machen. «Sehr viele Mütter empfinden die Geburt des Kindes als Zäsur. Vielen kommt der Gedanke: Will ich das wirklich weitermachen, was ich die letzten zehn, 15 Jahre gemacht habe?» Arbeitgeber seien aber immer noch sehr zurückhaltend bei der Einstellung junger Mütter.

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