Alternative Wohnformen für ältere Menschen können den Aufenthalt in einem Altenheim ersetzen.

Bewohner der „Villa Hittorf“, einer Wohngemeinschaft für Senioren in Münster, bei der Zubereitung des Mittagessens.
Bewohner der „Villa Hittorf“, einer Wohngemeinschaft für Senioren in Münster, bei der Zubereitung des Mittagessens.

Bewohner der „Villa Hittorf“, einer Wohngemeinschaft für Senioren in Münster, bei der Zubereitung des Mittagessens.

dpa

Bewohner der „Villa Hittorf“, einer Wohngemeinschaft für Senioren in Münster, bei der Zubereitung des Mittagessens.

Düsseldorf. Demografischer Wandel und ein wachsendes Bedürfnis nach Selbstbestimmung älterer Menschen lassen neue Wohnformen entstehen: Senioren-WGs, Mehrgenerationenwohnen, Betreutes Wohnen oder auch die altersgerechte Anpassung der eigenen Wohnung gehören dazu. „Das können alles Alternativen sein, um den Aufenthalt in einem Alten- oder Pflegeheim wesentlich zu reduzieren“, sagt Josef Bura, Vorsitzender des Forums Gemeinschaftliches Wohnen (FGWA).

Man wohnt unter einem Dach und unterstützt sich gegenseitig, lautet das Prinzip des gemeinschaftlichen Wohnens. In den letzten Jahren gibt es immer mehr von solchen Projekten. Es sind nicht mehr nur Exoten wie noch vor einigen Jahren, die sich dafür interessieren.

Gemeinschaftliches Wohnen

Gemeinschaftlich Wohnen kann man als Senioren-WG nach studentischem Vorbild als Wohngruppe, bei der jeder eine eigene Wohnung in einem gemeinsamen Wohnkomplex bewohnt, oder als Mehrgenerationenmodell, bei dem Alt und Jung unter einem Dach leben. Die gegenseitige nachbarschaftliche Unterstützung ist immer Teil des Konzepts. Stichwort: selbstbestimmt Wohnen innerhalb einer sozialen Gemeinschaft. Zur Finanzierung solcher Wohnmodelle, bei denen man entweder einen Altbau umrüstet oder einen Neubau errichtet, kommen zinsgünstige Kredite in Frage (z.B. Kreditanstalt für Wiederaufbau) wie auch kommunale Förderprogramme oder Stiftungsmittel.

Über eines muss man sich klar sein: „Auch als Gruppe kann man die Marktbedingungen nicht aushebeln“, sagt Bura. Wer bauen will, benötigt Eigenkapital. Einfacher zu realisieren ist das Modell „Wohnen für Hilfe“, das sich in einigen Universitätsstädten etabliert: Studenten erhalten mietfreien Wohnraum bei älteren Menschen und helfen dafür im Haushalt. Für einen Quadratmeter Wohnraum leistet man eine Stunde Arbeit im Monat.

Betreutes Wohnen

„Angebote gibt es inzwischen fast flächendeckend in ganz Deutschland“, sagt Heike Nordmann, Expertin für Wohnen im Alter bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Das Betreute Wohnen wird bei den noch rüstigen Senioren immer populärer. Der Unterschied zum gemeinschaftlichen Wohnen: Jeder wohnt in seiner eigenen Wohnung, Hilfe und Unterstützung kauft man sich ein. Gegenseite Hilfeleistungen sind nicht Teil des Konzepts.

Die Bewohner bezahlen eine monatliche Miete (oder einen einmaligen Kaufpreis), hinzu kommt eine monatliche Betreuungspauschale für einen Hausnotruf, einen Ansprechpartner oder Hausmeisterdienste. Wäsche-, Essens- oder Reinigungsdienste können bei Bedarf dazugebucht werden. Die Mietpreise sollten sich an der ortsüblichen Vergleichsmiete orientieren. Für die Betreuungspauschale sind zwischen 70 und 120 Euro im Monat anzusetzen. Finanzielle Zuschüsse gibt es hierfür in der Regel nicht.

Wohnungsanpassung

„Oft ist weniger Aufwand nötig als man glaubt, um die eigene Wohnung altersgerecht umzurüsten“, sagt Nordmann. Bevor man an Auszug denkt, sollte man eine Wohnberatungsstelle bei der Kommune oder den Wohlfahrtsverbänden aufsuchen. „Sie kennen alle Möglichkeiten auf dem Markt.“ Finanzielle Zuschüsse leisten im Pflegefall die Pflegekassen mit 2577 Euro pro Umbau.

Wer vorsorgen möchte, kann einen zinsgünstigen Kredit für altersgerechtes Umbauen der KfW in Anspruch nehmen oder auch mit seinem Vermieter sprechen, ob er sich finanziell beteiligt. Das Argument: „Zunehmend werden alte Menschen Mieter sein. Altersgerechte Umbauten werten Wohnraum auf, sie können langfristig besser vermietet werden“, sagt Nordmann.

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