Wohnen in Deutschland wird teurer. Die Mietpreise legen kräftig zu, ebenso die Immobilienpreise. Wer die Preisspirale stoppen will, kommt um Wohneigentum nicht herum.

Düsseldorf. Deutsche Mieter sind nicht zu beneiden, denn die Wohnkosten steigen rapide an. Nach einer Studie des Marktforschungsinstituts Empirica müssen Neumieter 5,8 Prozent mehr bezahlen als vor einem Jahr. In zahlreichen Großstädten kletterten die Mieten sogar deutlich mehr, etwa in Berlin um 14 Prozent, in Düsseldorf um 13 Prozent und in Köln um 12 Prozent. In Hamburg und Frankfurt legten die Mieten nur sieben Prozent zu, aber dort müssen Mieter mit gut elf Euro pro Quadratmeter bereits deutlich mehr bezahlen als in Berlin oder Köln mit acht bz! w. neun Euro pro Quadratmeter. Im Bundesdurchschnitt betrugen die Mietsteigerungen laut Empirica 3,9 Prozent.

Hohe Mieten belasten die Haushaltskassen vieler Familien, nicht selten verschlingen die Ausgaben ein Drittel des Monatseinkommens. Steigende Mieten verschärfen die Kassenlage, das zeigt sich besonders auf lange Sicht: Zahlt beispielsweise eine Familie heute monatlich 1.000 Euro Kaltmiete, so wächst dieser Betrag in 20 Jahren auf 1.486 Euro an, wenn die Miete pro Jahr um zwei Prozent steigt. Viele Mieter fragen sich angesichts steter Erhöhungen, ob es nicht kostengünstiger ist, eine Wohnung oder ein Haus zu erwerben? Zwar laden Investitionskosten von mehreren 100.000 Euro nicht gerade zum Kauf ein, doch addiert man die Mietzahlungen, die im Lauf der Jahre an den Vermieter fließen, relativiert sich das Bild. Im Beispielfall laufen binnen 20 Jahren rund 295.000 Euro auf – ein Betrag, mit dem der Erwerb der eigenen vier Wände realistisch ist.

Viele Vorteile für Käufer

Beim Immobilienkauf spielen nach Ansicht von Robert Anzenberger, Vorstand des Immobilienvermittlers Planet Home, verschiedene Faktoren eine Rolle: „Das Alter des Käufers, seine finanzielle und berufliche Situation, das Marktumfeld und die eigenen Ansprüche.“ Doch wer „rechtzeitig investiert und im Alter schuldenfrei ist, der fährt mit der eigenen Immobilie stets besser als ein Dauermieter“, so der Immobilienexperte. Das gelte besonders in Zeiten günstiger Finanzierungskosten. Hypothekendarlehen mit zehnjähriger Zinsbindung sind bereits ab drei Prozent Sollzins zu haben. Derzeit führend im Markt sind Hypovereinsbank, Santander direkt Bank, HKB-Bank, Deutsche Bank, BB Bank, sowie Kirchliche Zusatzversorgungskasse, Allianz und Huk Coburg. Mit Zinssätzen um die drei Prozent könnte unsere Beispielfamilie einen Kredit über 300.000 Euro ohne monatliche Zusatzkosten realisieren.

Die langfristige Vermögensentwicklung bringt klare Vorteile für Käufer. Mit jeder Kreditrate erwerben sie ein Stück ihrer Immobilie, zudem wächst mit der Zeit der Wert des Grundstücks. „Mieter erwerben hingegen keinen Gegenwert“, so Anzenberger. Nach Auslaufen der Kreditverpflichtungen bringt die Mietfreiheit zusätzliche finanzielle Vorteile. Das gilt besonders unter dem Aspekt der Altersvorsorge. Wohnen Oma und Opa in den eigenen vier Wänden, haben sie im Schnitt ein Drittel mehr Haushaltsgeld zur Verfügung als zur Miete wohnende Senioren. Die eigenen vier Wände sind aber nicht nur unter Vermögensaspekten klarer Punktsieger. Vorzüge wie Schutz vor Wohnungskündigung und das Altwerden im langjährig gewachsenen, sozialen Umfeld sollten nicht unterschätzt werden.

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