Zierpflanzen dicht neben Gemüse: Bei solch geringem Abstand ist der Einsatz von Chemikalien besonders riskant. Foto: Andrea Warnecke
Zierpflanzen dicht neben Gemüse: Bei solch geringem Abstand ist der Einsatz von Chemikalien besonders riskant. Foto: Andrea Warnecke

Zierpflanzen dicht neben Gemüse: Bei solch geringem Abstand ist der Einsatz von Chemikalien besonders riskant. Foto: Andrea Warnecke

dpa

Zierpflanzen dicht neben Gemüse: Bei solch geringem Abstand ist der Einsatz von Chemikalien besonders riskant. Foto: Andrea Warnecke

Berlin (dpa/tmn) - Schädlinge im Garten mit der Chemiekeule zu bekämpfen, kann nach hinten losgehen. Denn unter Umständen führt es dazu, dass auf selbst angebautem Obst am Ende zu viele Rückstände sind. Worauf sollten Gartenbesitzer achten?

Manchmal kommen Gartenbesitzer nicht umhin, Schädlinge zu bekämpfen. Da es sich bei Pflanzenschutzmitteln aber um Chemikalien handelt, sollten diese immer erst der letzte Schritt sein, rät Karin Corsten vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). «Man sollte zunächst prüfen: Gibt es Alternativen?», sagt die Pflanzenschutzmittel-Expertin. Das sei laut Pflanzenschutzgesetz sogar vorgeschrieben.

Führt an der Chemie aber kein Weg vorbei, sei wichtig, das richtige Mittel für den jeweiligen Pflanzentyp zu verwenden - also für Nutzpflanzen wie Obst oder Gemüse nur dafür zugelassene Mittel einzusetzen. Denn laut Corsten gibt es für Obst und Gemüse gesetzlich festgelegte Rückstandshöchstmengen. Dass diese bei der Anwendung des jeweiligen Mittels nicht überschritten werden, überprüfe die Behörde. Zierpflanzenmittel allerdings werden in dieser Hinsicht nicht geprüft, weil die damit behandelten Pflanzen nicht zum Verzehr bestimmt seien. Nimmt der Hobbygärtner das falsche Mittel, könne es sein, dass er auf seinen selbst erzeugten Lebensmitteln plötzlich Rückstände hat, die nicht geprüft sind.

«Sehen kann man die Rückstände nicht», sagt die Expertin. «Wenn man die Mittel selber anwendet, ist es auch eher unwahrscheinlich, dass man das geschmacklich merken würde.» Um Belastungen vorzubeugen, sei der erste Schritt daher der Verzicht auf Pflanzenschutzmittel. Alternativen sind zum Beispiel Schutznetze, Leimringe für Obstbäume oder sogenannte Gelbtafeln, an denen Schädlinge kleben bleiben.

Geht es nicht ohne Pflanzenschutzmittel, sollte man sich unbedingt an die Anwendungsvorschriften halten. Das heißt: die maximal erlaubte Menge nicht überschreiten und die Wartezeit zwischen Anwendung und Ernte einhalten. «Und dann sollte man das Obst oder Gemüse vor dem Verzehr natürlich waschen, um oberflächliche Rückstände abzuwaschen», betont Corsten. Auch auf die richtige Witterung komme es an, damit das Mittel wirkt: Regen zum Beispiel könne ein aufgesprühtes Mittel abwaschen, bei zu hohen Temperaturen verflüchtige es sich. Herrscht viel Wind, könne es abdriften, so dass der Sprühnebel statt auf der Rose auf den in der Nähe wachsenden Erdbeeren landet.

Und noch aus einem anderen Grund sollten Freizeitgärtner sich an die vorgeschriebene Menge halten: «Viel hilft nicht viel. Wenn man mehr verwendet als unbedingt notwendig, kann das zu Pflanzenschäden führen.» Auch in der Nähe wachsende Pflanzen könnten in Mitleidenschaft gezogen werden, nützliche Insekten daran sterben und der Anwender sogar seine Gesundheit gefährden, etwa weil er den Sprühnebel einatmet.

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