Von Justine Kocur
Regelmäßige Bewegung kann den Alterungsprozess verlangsamen. Drei bis vier Einheiten pro Woche, jeweils eine halbe Stunde, reichen aus.
Düsseldorf. Altern ist ein Prozess, über den wir ungern sprechen. Dabei ist es ein normaler biologischer Vorgang, der zum Leben dazugehört. Doch der Mensch muss sich der biologischen Uhr nicht einfach hingeben – er kann auch selbst einiges dafür tun, damit die verschiedenen Systeme langsamer altern. Das wohl beste Mittel gegen diverse Alterserscheinungen ist Sport. Warum das so ist, ist einfach zu begründen: Durch regelmäßige Belastung erhält der Organismus einerseits mehr Sauerstoff, von dem jede einzelne Zelle profitiert.
Andererseits bekommt er die für ihn so wichtigen Reize und wird gefordert. „Was genutzt wird, bleibt erhalten. Was nicht genutzt wird, verkümmert“, fasst Prof. Ingo Froböse, Leiter des Zentrums für Gesundheit an der Deutschen Sporthochschule, zusammen.
Muskeln verlieren Substanz, wenn sie nicht genutzt werden
In der Praxis heißt das: Nicht nur Muskeln und Knochen verlieren an Substanz, wenn sie ungenutzt bleiben oder zu wenig gereizt werden. Auch der Stoffwechsel sowie wichtige Organe wie Leber und Herz fahren ihre Arbeit zurück. Der Alterungsprozess tritt damit früher ein und ist für den Menschen auch deutlich spürbar – in Form von geringerer Belastbarkeit und Übergewicht.
Sport ist eine gute Begleittherapie
Wir können den Prozess zwar nicht aufhalten, seine Geschwindigkeit durch körperliche Belastung aber dennoch beeinflussen. Ob jung oder alt, spielt dabei keine Rolle. „Wenn ein 60-Jähriger mit Sport beginnt, ist der Alterungsprozess zwar schon fortgeschritten“, sagt Froböse. „Aber selbst in diesem und höherem Alter kann er für seine Gesundheit noch viel tun. Es ist also nie zu spät anzufangen.“
Sport ist gegen viele Krankheiten eine gute Therapie und wird auch bei schweren Erkrankungen wie Krebs als Begleittherapie eingesetzt. Wer vorbeugend etwas für seine Gesundheit tun will, muss aber nicht gleich zum Dauerathleten werden. „Drei bis vier Einheiten zu jeweils einer halben Stunde reichen in der Woche bereits aus, um positive Effekte zu erzielen“, sagt Froböse. Doch bei allem sportlichen Ehrgeiz sollte Bewegung nicht nur für einige Monate in den Alltag integriert werden.
Das Training sollte ein Bestandteil des Alltags werden
Legen Sie sich in Bauchlage auf die Matte und strecken die Arme über dem Kopf aus. Halten Sie dabei die Beine gerade. Der Kopf bildet die Verlängerung der Wirbelsäule, richten Sie Ihren Blick nach unten. Nun heben Sie den Oberkörper, die Arme und die Beine gleichzeitig an. Senken Sie diese wieder ab. Während der Übung sollten Sie ganz normal weiter atmen und nicht die Luft anhalten.
Führen Sie die Übung wie beschrieben so oft aus, wie Sie können. Machen Sie dann eine kleine Pause und beginnen erneut. Nehmen Sie sich am besten drei Durchgänge vor.
Diese ganz spezielle Gymnastikübung ist sehr effektiv für die untere Muskulatur im Rücken.
Alle Übungen auf eigene Gefahr und Risiko.
„Viel besser ist es, Sport wie das tägliche Zähneputzen zu einem Bestandteil des Lebens zu machen.“ Denn: „Wer sich keine Zeit für Bewegung nimmt, muss sich irgendwann Zeit für seine Krankheiten nehmen“, sagt Froböse.

