Jedes Jahr entscheiden sich mehr Menschen für eine Korrektur der Sehschärfe. Alles rund um den Eingriff.

Lasik-Spezialist Matthias Maus.
Lasik-Spezialist Matthias Maus.

Lasik-Spezialist Matthias Maus.

ronald@biallas.de

Lasik-Spezialist Matthias Maus.

Köln. So mancher Brillenträger empfindet beim Sport selbst das schönste Gestell als Handicap. Kontaktlinsen aber sind bei trockenen Augen oft tabu, und nicht jeder verträgt sie. Jährlich entscheiden sich deswegen 100 000 Deutsche für eine Korrektur ihrer Fehlsichtigkeit – Tendenz steigend.

Mit zunehmender Nachfrage nimmt auch die Zahl der Institute zu, die mit der sogenannten Lasik werben. Aber wie finden Betroffene den richtigen Mediziner? Für wen kommt eine Operation, die von den gesetzlichen Kassen nicht übernommen wird, überhaupt infrage?

„Es lohnt sich für jeden, der keine Brille tragen möchte“, sagt Matthias Maus, einer der führenden Lasik-Spezialisten in Deutschland. „Nur bei einem Prozent ist ein Eingriff nicht möglich“, erklärt der Augenarzt, der in Köln das „Sehkraft“-Zentrum leitet. Selbst Vorerkrankungen durch Grauen oder Grünen Star seien unproblematisch. Bei 80 Prozent der Patienten wird gelasert, bei den restlichen wird eine künstliche Linse eingesetzt. „Ab einem Alter von 60 Jahren kommt eher die Linse zum Einsatz.“

Sechs Minuten dauert die schmerzfreie OP pro Auge – dann gehören Brille oder Kontaktlinse der Vergangenheit an. Dazu wird das Auge mit Tropfen betäubt, bevor mit einem Femtosekunden-Laser ein 0,1 Millimeter dünner Deckel (Flap) in der Hornhautoberschicht erzeugt wird. Der Flap wird angehoben, dann erst wird die Hornhaut modelliert.

„Die Brechkraft der Hornhaut wird mittels eines Lasers in nur 1,4 Sekunden pro Dioptrie so verändert, dass die Fehlsichtigkeit ausgeglichen wird“, erklärt der Operateur. Anschließend werde der Flap zurückgelegt. „Der saugt sich wie ein körpereigener Verband an. Der Deckel ist bereits nach einer Minute blinzelfest.“ Nebenwirkungen gebe es selten. „Ein bis zwei Tage tränen die Augen und sind lichtempfindlich.“ In etwa drei Prozent der Fälle sei eine Nachoperation nötig.

Die Preisspanne für eine Lasik reicht von 2000 bis 5200 Euro

Etwa 39,4 Millionen (63 Prozent) Bundesbürger ab 16 Jahren sind nach Auskunft des Berufsverbandes der Deutschen Augenärzte fehlsichtig.


Die Kurzsichtigkeit (Myopie) betrifft etwa 25 Prozent der Bevölkerung – Tendenz steigend.

Unter Weitsichtigkeit (Hyperopie) leiden rund 35 Prozent aller unter 60-Jährigen.

Die Altersweitsichtigkeit (Presbyopie) beginnt etwa ab dem 45. Lebensjahr.

Dennoch gibt es Horrormeldungen von schweren Komplikationen. „Das Augenlicht kann man durch Lasik nicht verlieren“, kommentiert Maus gängige Vorurteile. Die Lasik blicke auf 20 Jahre Erfahrung zurück und sei der häufigste und sicherste chirurgische Eingriff im Augenbereich in der westlichen Welt. „Man muss immer sehen, woher die Kritik kommt. Natürlich schaden wir einer ganzen Berufsgruppe, die glaubt, dadurch weniger Brillen zu verkaufen.“

Die altersbedingte Sehschwäche wird durch die Lasik nicht verhindert. „Ab Mitte 40 wird die Linse unflexibel. Dann ist beim Lesen eine Brille nötig.“ Doch gebe es inzwischen auch hier Lösungen – etwa ein Kamra-Inlay, ein fast unsichtbarer Ring, der in eine mittlere Schicht der Hornhaut implantiert wird.

Maus rät, bei der Auswahl des Anbieters genau hinzuschauen. Teilweise wird mit Niedrigpreisen um Kunden geworben. Von 2000 bis 5200 Euro reicht die Spanne für eine Lasik an beiden Augen. Wer seine Sehschärfe wiederherstellen lassen möchte, sollte dem Experten zufolge einige Dinge beachten.

Maus: „Der Laser darf nicht älter als drei Jahre sein“

„Man sollte sich bei mindestens zwei Anbietern informieren und nachfragen, wie viele Eingriffe der Operateur im Jahr durchführt.“ Der „Wohlfühlfaktor“ sei nicht unwichtig: Fühlt man sich gut informiert? Mindestens genauso wichtig sei ein Blick auf die eingesetzten Laser. „Der Laser darf nicht älter als drei Jahre sein“, betont Maus. Neben einer mehrjährigen Garantie sollte darauf geachtet werden, dass der Operateur einen Festpreis und keinen Lockpreis macht – damit mögliche nachfolgende Behandlungen zu guter Letzt nicht doch noch ein viel größeres Loch ins Portemonnaie reißen.

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