Der mündige Patient fragt nach: Eine zweite Meinung einzuholen, ist oft sinnvoll.

Ärzte sind bei groben Fehlern nun per Gesetz zur Beweisführung verpflichtet.
Ärzte sind bei groben Fehlern nun per Gesetz zur Beweisführung verpflichtet.

Ärzte sind bei groben Fehlern nun per Gesetz zur Beweisführung verpflichtet.

dpa

Ärzte sind bei groben Fehlern nun per Gesetz zur Beweisführung verpflichtet.

Düsseldorf. In den zurückliegenden Wochen haben wir täglich Krankheitsbilder vorgestellt, Experten befragt – vor allem dazu, wie sich Leiden vermeiden oder lindern lassen. Was aber tun, wenn der Arzt eine Diagnose abgibt, dass sein Patient dieses oder jenes Leiden hat. Da fühlt man sich schnell mit einer zumindest unangenehm klingenden Nachricht allein gelassen. Was hat der Doktor da gesagt – wie krank bin ich? Und hat er mit seiner Diagnose recht, sollte ich nicht lieber eine zweite Meinung einholen? Und wenn die Diagnose stimmt, wer hilft mir weiter, damit klarzukommen?

Was habe ich? Der Umgang mit ärztlichem Fachchinesisch

Längst nicht alle Ärzte verstehen es, sich verständlich auszudrücken. Was sie dem Patienten sagen wollen, verbirgt sich hinter einer dichten Wolkendecke medizinischer Fachausdrücke. Eine wichtige Hilfestellung gibt hier seit kurzem ein Internetportal, das den medizinischen Befund in allgemeinverständliche Worte übersetzt. So kann das Arztgespräch vor- und nachbereitet werden.

Zwar helfen inzwischen mehr als 600 Medizinstudenten, hier Licht ins Dunkel zu bringen. Aber der Vorteil, dass die Sache für den Anfragenden kostenlos erledigt wird und das Portal sich über Spenden finanziert, kann auch ein Nachteil sein – gewissermaßen der Fluch des Erfolgs: Denn immer wieder findet sich mittlerweile auf der Startseite von www.washabich.de der Hinweis, dass man ausgelastet sei und daher zeitweise keine neuen Anfragen bearbeiten kann.

Vor allem vor einer Operation: Eine zweite Meinung einholen

Aber auch wenn die Diagnose verständlich ist und der Arzt einem diese oder jene Therapie oder Operation empfiehlt, muss das nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Eine zweite ärztliche Meinung einzuholen, ist daher manches Mal ratsam. Wer dabei, ohne sich von seinem Hausarzt überweisen zu lassen, auf eigene Faust einen Facharzt aufsucht, muss gegebenenfalls erneut zehn Euro Praxisgebühr bezahlen. Doch empfiehlt es sich ohnehin, offen mit seinem Arzt darüber zu sprechen, dass man eine Zweitmeinung einholen will, weil man gegebenenfalls die Patientenunterlagen benötigt, um Doppeluntersuchungen zu vermeiden.

Die Techniker Krankenkasse betont: „Um die Entscheidung für eine Therapie zu überprüfen, muss nicht das gesamte diagnostische Verfahren von vorn beginnen.“ Der Patient habe das Recht, seine gesamten medizinischen Unterlagen wie etwa Untersuchungsbefunde oder Röntgenbilder einzusehen. Die Praxis könne gegen eine Gebühr Kopien zur Verfügung stellen.

Souveräne Mediziner wissen, dass der Wunsch nach einer Zweitmeinung nicht ehrenrührig ist oder Zweifel an ihrer Kompetenz bedeutet. Für den Patienten geht es eben oft um sehr viel.

Die Krankenkasse oder eine Patientenberatung ansprechen

Wie Sie im Einzelfall vorgehen, sollten Sie mit Ihrer Krankenkasse besprechen. Je nach Kasse gibt es verschiedene Angebote, auch eine telefonische Zweitmeinungsberatung, bei der Ärzte Auskunft geben. Zudem hilft die Unabhängige Patientenberatung (www.unabhaengige-patientenberatung.de) mit bundesweit 21 Beratungsstellen unter Telefon 0800 0 11 77 22 weiter (aus dem Festnetz kostenlos, Mobilfunk: zu den üblichen Tarifen).

Wie gehe ich mit einer einschneidenden Diagnose um?

Die Feststellung einer mitunter das Leben stark verändernden Krankheit muss natürlich auch psychisch verarbeitet werden. Hier gibt etwa die Deutsche Krebsgesellschaft (www.krebsgesellschaft.de) wichtige Ratschläge zum Umgang mit der Erkrankung, vermittelt den Kontakt zu Selbsthilfegruppen. Das Gespräch mit anderen Betroffenen ist ohnehin wichtig.

Auch für seltene Krankheitsbilder gibt es solche Gesprächskreise, die dem Betroffenen bei der Bewältigung des ganz normalen Alltags, etwa im Umgang mit Behörden oder Krankenkassen, weiterhelfen. So hat allein die Datenbank der Ärztekammer Nordrhein die Adressen von 1400 Selbsthilfegruppen – von A wie Arthrose bis Z wie Zwangserkrankungen.

Den Kontakt zu anderen Betroffenen finden Sie unter: bit.ly/zhMvvT

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer