Wer an mehr als jedem zweiten Tag ein Schmerzmittel einnimmt, ist abhängig.

Allein in Deutschland sind zwischen 1,4 und 1,9 Millionen Menschen von Medikamenten abhängig. Frauen sollen doppelt so häufig betroffen sein wie Männer.
Allein in Deutschland sind zwischen 1,4 und 1,9 Millionen Menschen von Medikamenten abhängig. Frauen sollen doppelt so häufig betroffen sein wie Männer.

Allein in Deutschland sind zwischen 1,4 und 1,9 Millionen Menschen von Medikamenten abhängig. Frauen sollen doppelt so häufig betroffen sein wie Männer.

Allein in Deutschland sind zwischen 1,4 und 1,9 Millionen Menschen von Medikamenten abhängig. Frauen sollen doppelt so häufig betroffen sein wie Männer.

Allein in Deutschland sind zwischen 1,4 und 1,9 Millionen Menschen von Medikamenten abhängig. Frauen sollen doppelt so häufig betroffen sein wie Männer.

Nicht immer spricht der Arzt die Sprache, die der Patient auch versteht.

Imago, Bild 1 von 4

Allein in Deutschland sind zwischen 1,4 und 1,9 Millionen Menschen von Medikamenten abhängig. Frauen sollen doppelt so häufig betroffen sein wie Männer.

Düsseldorf. Hätte der Arzt es merken müssen? Der Patient nahm zwar Schmerzmittel ein, aber deren Menge bewegte sich im normalen Rahmen. Was sein Hausarzt aber nicht wissen konnte: Von einem Facharzt hatte er weitere Medikamente verschrieben bekommen. Und außerdem hatte er sich selbst noch rezeptfreie Schmerztabletten in der Apotheke besorgt. Ein Einzelfall? Wohl eher nicht.

Die vermutete Dunkelziffer ist sehr hoch

Missbrauch von Schmerzmitteln, im Ärztedeutsch „Analgetikaabusus“, ist wahrscheinlich sehr häufig. „Wahrscheinlich“, weil die Zahl der bekannten Fälle eher gering, die vermutete Dunkelziffer dagegen sehr hoch ist.

Der Arzt kann es nicht wissen, denn die Medikamente, die sein Patient einnimmt, werden in keinem Arztbrief und auf keiner Versichertenkarte zuverlässig und vor allem vollständig erfasst. Weder der Hausarzt noch die mitbehandelnden Fachärzte haben einen Überblick – oft haben den noch nicht einmal die Patienten selbst. Vor allem die Älteren nicht.

Man vermutet, dass allein in Deutschland zwischen 1,4 und 1,9 Millionen Menschen von Medikamenten abhängig sind – wobei Frauen etwa doppelt so häufig betroffen sein sollen wie Männer. Die dabei häufigste Medikamentengruppe sind die so genannten Benzodiazepine, kurz: Benzos, eine Substanzgruppe aus der Psychiatrie, die Ängste und Anspannung lösen soll. Die zweithäufigste Medikamentengruppe sind Schmerzmittel.

Die Schmerzmittel werden zur Ursache der Schmerzen

Warum sind so viele Menschen abhängig? Wohl darum, weil der Übergang von einer normalen Therapie in die Abhängigkeit schleichend ist: Anfangs wird einfach die Dosis immer weiter gesteigert, weil die Wirkung nachlässt. Irgendwann helfen die Mittel überhaupt nicht mehr.

Die Abhängigkeit von Medikamenten hat zwei Ursachen: eine physische und eine psychische. Zunächst entwickelt sich bei vielen Medikamenten eine körperliche Gewöhnung – unter anderem auch dadurch, dass der Wirkstoff immer schneller abgebaut wird. Entsprechend mehr Tabletten müssen für die gleiche Wirkung eingenommen werden oder die Wirkung lässt deutlich nach.

Zweitens stellt sich im Kopf eine Abhängigkeit ein, da das Problem, die Angst und die Schmerzen immer nur durch diese Tablette gelindert oder gelöst werden. Diese psychische Abhängigkeit sorgt auch dafür, dass die Betroffenen keinen Arzt aufsuchen. Beide Faktoren führen dazu, dass die Abhängigkeit chronisch wird.

Eine der effektivsten Übungen für den gesamten Körper, insbesondere aber für Rumpf, Schultern, Rücken und Po ist der Unterarmstütz. Stützen Sie sich dafür auf die Unterarme, strecken Sie die Beine nach hinten aus und gehen Sie auf die Zehenspitzen. Beine, Becken und Oberkörper liegen wie ein Brett in einer Linie. Der Bauch ist angespannt, die Ellenbogen liegen unter den Schultern und die Unterarme parallel zueinander.

Strecken Sie die Wirbelsäule, schauen nach unten auf den Boden und ganz wichtig: Atmen Sie gleichmäßig weiter! In dieser Position verharren Sie so lange wie Sie können.

Denken Sie immer daran, die Bauch- und Gesäßmuskeln anzuspannen, damit der Körper auch tatsächlich in einer Linie bleibt. Lässt die Kraft nach, lösen Sie die Übung über die Knie auf, strecken den Oberkörper auf der Matte nach vorne aus und wiederholen die Übung ein zweites Mal.

Bei Schmerzmitteln (Foto: dpa) kommt hinzu: Sie können die Schmerzschwelle so stark senken, dass sogar normale Berührungen als Schmerz empfunden werden. Die Medikamente werden zur eigentlichen Ursache der Schmerzen. Trotzdem wird ihre Dosis immer weiter gesteigert.

Ein Teufelskreis – den man bei Schmerzmedikamenten allerdings relativ leicht durchbrechen kann. Ein Entzug geht schnell und meist müssen die Betroffenen dazu auch nicht in die Klinik – ohne ärztliche Hilfe geht es in der Regel trotzdem nicht.

Schwieriger ist der Entzug bei Benzodiazepinen

Sehr viel schwieriger ist der Entzug bei Benzodiazepinen, weil Ängste und Depressionen die Persönlichkeit verändern. Diese Form der Abhängigkeit ist häufig, weil Benzodiazepine oft als Schlaftablette verschrieben und dann jahrzehntelang jeden Abend eingenommen werden. Oder weil sie schon bei leichten Ängsten oder Stimmungsschwankungen rezeptiert werden, über Jahre – obwohl sie nur über kurze Zeit verschrieben werden sollten. Der Entzug funktioniert in der Regel nur in der Klinik.

Wenn man das Haus nicht mehr ohne Medikamente verlässt

Wie kann man vorbeugen? Der Test, ob man selbst abhängig ist, ist einfach: Wenn Sie an mehr als jedem zweiten Tag ein Schmerzmittel oder ein Benzodiazepin einnehmen, mehr noch: Wenn Sie das Haus ohne diese Medikamente nicht mehr verlassen, dann sind Sie mit großer Wahrscheinlichkeit von ihnen abhängig. In diesem Fall hilft nur der Arzt, möglichst ein Facharzt, der bei der Frage hilft, wo und wie die Medikamente entzogen werden sollten.

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