Eltern müssen nicht bei jedem Infekt zum Arzt fahren. Sie sollten aber einige Anzeichen ernst nehmen.

Gerade in den ersten sechs Lebensjahren sind Kinder oft krank.
Gerade in den ersten sechs Lebensjahren sind Kinder oft krank.

Gerade in den ersten sechs Lebensjahren sind Kinder oft krank.

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Gerade in den ersten sechs Lebensjahren sind Kinder oft krank.

Düsseldorf. Mehrmals Mittelohrentzündung, Verdacht auf Windpocken, Erkältungen, Fieber und Erbrechen: Marie und Johanna Aulbach aus Düsseldorf haben schon unter einigen Krankheiten gelitten. Aber auch wenn die fünf und drei Jahre alten Schwestern es wirklich schlimm fanden, so war es doch normal.

Denn gerade in den ersten sechs Lebensjahren sind Kinder oft krank. Das kindliche Immunsystem muss die möglichen Feinde erst noch kennenlernen und wird mit mehreren hundert verschiedenen Viren konfrontiert, die Infekte und ähnliches auslösen können. Zudem stecken sich Kinder beim nahen Kontakt in Kindertageseinrichtungen schnell an.

Am häufigsten sind Magen-Darm-Infekte

Von der Bindehautentzündung bis zur Hand-Mund-Fußkrankheit reichen die typischen Kinderkrankheiten. Manche sind sehr ansteckend und breiten sich in Kindergärten schnell aus, auch Scharlach oder Noroviren. „Die häufigsten Kinderkrankheiten sind Infekte der oberen Luftwege und Magen-Darm-Infekte, meist durch Viren verursacht“, erklärt Hermann-Josef Kahl, Kinder- und Jugendarzt aus Düsseldorf.

Entsprechend findet die Mutter von Marie und Johanna, Katrin Aulbach, dass ihre Mädchen „noch nichts Schlimmes gehabt haben“. Und geimpft sind die beiden Mädchen auch. Das waren nicht wenige Termine beim Kinderarzt, und gerade die Kleine hat oft geweint und konnte einmal nach den Pieksern in beide Oberschenkel sogar kaum laufen. Aber für Katrin Aulbach ist das Impfen selbstverständlich.

Impfungen müssen teilweise aufgefrischt werden

„Impfungen sind die beste Gesundheitsvorsorge“, bestätigt Hermann-Josef Kahl, „Viele Kinderkrankheiten können zu schweren Komplikationen oder bleibenden Schäden führen.“ Beispiel Keuchhusten: Kinder im ersten Lebensjahr können dabei Atemstillstände erleiden. Durch die Impfung sei das verschwunden, sagt Kahl, warnt aber zugleich, als Erwachsener zu verharmlosen: „Die Impfung sollte alle fünf Jahre aufgefrischt werden.“

Wenn ein Kind krank wird, können berufstätige Mütter und Väter, die gesetzlich versichert sind, von der Arbeit freigestellt werden. Pro Jahr und Elternteil gilt ein Anspruch auf zehn Tage Freistellung. Bei mehreren Kindern sind es bis zu 25 Tage, Alleinerziehende können pro Kind jährlich 20 Tage in Anspruch nehmen, maximal aber 50 Tage. In der Regel bezieht sich das auf mitversicherte Kinder unter 12 Jahren, je nach Krankenkasse auch unter 14 Jahren.

Die Krankenkasse zahlt in dieser Zeit ein gehaltsabhängiges Krankengeld von etwa 70 Prozent vom Bruttogehalt, maximal 90 Prozent vom Nettogehalt.

Grund: Die vermeintliche Kinderkrankheit Keuchhusten (Pertussis) breitet sich zunehmend bei Erwachsenen aus, wird dann aber oft nicht richtig diagnostiziert. Wenn sich Babys oder ungeimpfte Kleinkinder anstecken, kann die Krankheit für sie tödlich verlaufen. Deshalb rät Kinderarzt Kahl allen Erwachsenen, ihren Impfstatus zu überprüfen und mögliche Lücken mit einer Kombinationsimpfung gegen Tetanus, Keuchhusten und Diphtherie zu schließen.

Vorsorgeuntersuchungen sind verpflichtend

Ob Kinder alle Impfungen bekommen haben, die die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts empfiehlt, prüft der Kinderarzt bei den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen. Von der U5 (6. Lebensmonat) bis zur U9 (fünf Jahre) sind die Termine verpflichtend. Wer sie versäumt, bekommt Nachricht vom Gesundheits- oder Jugendamt. „Ohne Schutzimpfungen sollte eigentlich kein Kind in den Kindergarten gehen“, sagt Kahl.

Wenn Kinder krank sind oder eine Krankheit im Anflug ist, sind die Anzeichen deutlich: Sie werden weinerlich oder still, haben keinen Appetit oder legen sich freiwillig hin. Eltern sollten das ernst nehmen.

Leichtere Verletzungen können Eltern selbst behandeln

Trotzdem müssen sie nicht mit jedem Infekt zum Arzt fahren. Eine Erkältung oder leichtere Verletzungen können sie selbst behandeln. Bei Fieber, Durchfall und Erbrechen hängt es vom Alter des Kindes und von der Heftigkeit der Erkrankung ab, wie schnell man zum Arzt fährt. Was beim Säugling innerhalb kurzer Zeit lebensgefährlich werden kann, klingt bei älteren Kindern mit ein wenig Ruhe, Schonkost und Zuwendung wieder ab.

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