Waschechte Karnevalisten setzen auf kreative, selbst gestaltete Kostüme – am liebsten in der Gruppe.

Der Lappenclown ist ein relativ einfach zu nähendes Kostüm: Ein Sakko einfach mit vielen Stofffetzen versehen.
Der Lappenclown ist ein relativ einfach zu nähendes Kostüm: Ein Sakko einfach mit vielen Stofffetzen versehen.

Der Lappenclown ist ein relativ einfach zu nähendes Kostüm: Ein Sakko einfach mit vielen Stofffetzen versehen.

Etwas aufwändiger sind große Puppen zum Hineinschlüpfen – dafür halten diese aber auch warm. Fotos (4): dpa

Ein farbenfroher Hut macht viel aus.

Ein Narr zeigt mit Fischen und Netz seine Vorliebe für das Meer.

Federico Gambarini, Bild 1 von 4

Der Lappenclown ist ein relativ einfach zu nähendes Kostüm: Ein Sakko einfach mit vielen Stofffetzen versehen.

Düsseldorf/Köln. Narren zerbrechen sich gerne den Kopf. Sie denken seit Sessionsbeginn, manche schon seit dem Sommer, über möglichst tolle Kostümideen nach. Um Trends schert sich der richtige Jeck aber nicht, wie Sigrid Krebs, Sprecherin des Festkomitees des Kölner Karnevals von 1823, sagt. „Er will nichts von der Stange, sondern selbst gestalten und möglichst kreativ sein.“

„Natürlich hat man in den vergangenen Jahren ein paar mehr Piraten als sonst gesehen“, fügt Peter Müller, Präsident der Rheinischen Karnevals-Korporationen (RKK) in Koblenz, hinzu. „Das lag daran, dass Piratenfilme im Kino erfolgreich waren. Und davon lassen sich einige gerne inspirieren. Aber das sind dann auch nur ein paar mehr als sonst – und jene, die sich ein Kostüm von der Stange kauften.“ Die RKK organisieren die Karnevalsmesse „Jeck am Eck“ mit.

Der große Trend unter waschechten Karnevalisten sind für Müller Kostüme, die selbst gemacht sind. Immer mehr beobachte er, dass sich mehrere Familien oder Freunde als Gruppe zusammentun und sich mit Stoffen eindecken. Dann werde gemeinsam geschneidert. Viele tendieren zum Clownskostüm – weil es so unterschiedlich und einzigartig sein kann, sagt Müller. In Köln kennt man den „Lappenclown“, berichtet Krebs. Sein Anzug ist mit vielen kleinen bunten Stoffecken überzogen, kein Modell gleicht demnach dem anderen.

Das Sessionsmotto als Anregung für die Verkleidung

Häufig richten sich Narren, die sich jedes Jahr etwas Neues ausdenken, auch nach dem Motto, das sich die Karnevalshochburgen für die aktuelle Session gegeben haben. Köln widmet sich zum Beispiel dem Karneval in Rio de Janeiro mit „Fastelovend em Blot – he und am Zuckerhot“. Für knappe Bikinis und viel nackte Haut wird es am Rhein zu kalt sein. Aber Krebs erwartet vor allem noch buntere und opulentere Kostüme als in den vergangenen Jahren – und Sambamusik.

Waschechte Karnevalisten achten vermehrt auch auf Kostüme von Kopf bis Fuß. Denn auch wer bei Umzügen stundenlang in der Kälte steht, will ein tolles Kostüm nicht unter der Jacke verstecken. In den Geschäften findet man inzwischen häufig Ganzkörperkostüme, als Overalls zum Überstulpen, Kopfbedeckung inklusive.

Am besten ist aus Sicht der Karnevalsexperten ein durchdachtes Zwiebelprinzip für alle Feiergelegenheiten. Eugen Müller, Präsident des Regionalverbandes Bayerisch-Schwäbischer Fastnachtsvereine, rät zu einer dünnen Schicht für Sitzungen, je nach Dauer des Aufenthaltes im Freien kommen mehr Lagen dazu.

Wer weniger tragen möchte, sollte sich an die Gardemädchen halten. Ihren Trick verrät Peter Müller von den Rheinischen Karnevals-Korporationen: extra dicke Strumpfhosen aus dem Karnevalsladen. „Und das Kostüm nie zu eng schneidern, damit etwas drunter passt.“ Außerdem gibt es spezielle Kältecremes im Faschingsbedarf, die wärme-isolierend wirken.

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