Bastia ist die Kunstkammer Korsikas - hier der Hafen der Stadt. Foto: Office de Tourisme de l'Agglomération de Bastia
Bastia ist die Kunstkammer Korsikas - hier der Hafen der Stadt. Foto: Office de Tourisme de l'Agglomération de Bastia

Bastia ist die Kunstkammer Korsikas - hier der Hafen der Stadt. Foto: Office de Tourisme de l'Agglomération de Bastia

Über dem Hafen von Bastia thront die Kirche Saint Jean Baptiste. Foto: Office de Tourisme de l'Agglomération de Bastia

Die Kapelle Sainte-Croix prunkt mit der üppigen Fülle des Rokoko. Foto: Sabine Glaubitz

Kirche der Armen: Saint Jean Baptiste wurde in der Unterstadt von Bastia errichtet. Foto: Sabine Glaubitz

Sakrale Kunst: Deckenmalerei im Oratorium der unbefleckten Empfängnis. Foto: Sabine Glaubitz

Bastia aus der Vogelperspektive: Das wirtschaftliche Zentrum von Korsika liegt direkt am Mittelmeer. Foto: Atout France/R-Cast

dpa, Bild 1 von 6

Bastia ist die Kunstkammer Korsikas - hier der Hafen der Stadt. Foto: Office de Tourisme de l'Agglomération de Bastia

Bastia (dpa/tmn) - Bastia ist für seine alles überragende Zitadelle bekannt. Doch die wahre Pracht der korsischen Stadt entdecken Besucher in den barocken Kirchen. Einst lieferten sich Bewohner verschiedener Stadtteile einen wahren Wettstreit im sakralen Protzen.

Schätze liegen oft im Verborgenen: im Meer oder in düsteren Kellern. In Bastia braucht man nur mit offenen Augen durch die Straßen zu gehen, um sie zu entdecken. Die Stadt der Kirchen und Kapellen zu Füßen des Pigno-Massivs ist die barocke Kunstkammer Korsikas.

Gleich am Beginn der Rue Napoleon liegt ein Juwel des frühen Barocks: das Oratorium Saint Roch. Die Straße wird auch die Champs-Élysées Bastias genannt. Vielleicht weil sie eine der längsten Straßen ist und direkt zur Zitadelle führt. Oder aber, weil in der Straße Napoleons, 1768 auf Korsika geboren, einst Patrizier-Familien in Wohlstand lebten.

Das Oratorium selbst wirkt nach außen bescheiden. Doch die Kapelle im Innern, dem Schutzpatron der Pestkranken Rochus von Montpellier geweiht, ist ein Juwel des frühen Barocks: Gold, Marmor, reich geschnitztes Mobiliar und unzählige Engel. Links neben dem Eingang thront der Heilige Rochus im prächtigen blauen Gewand.

Bevor die Genueser ab dem Jahr 1300 für rund fünf Jahrhunderte die Herrschaft über Korsika übernahmen, hatten die Päpste das Sagen. Glaube, Bräuche und Aberglaube sind hier noch immer sehr wichtig. Und so wird alle drei Jahre am 16. August die Figur des Pestheiligen aus ihrer Glasvitrine genommen und in einer herrlichen Prozession durch die Gassen der Altstadt getragen.

Je näher man der Zitadelle auf der anderen Seite des Hafens kommt, desto größer wird die Prachtentfaltung der Gotteshäuser. Höhepunkt ist die Rue Saint Jean. Hier wacht das Wahrzeichen Bastias über den Hafen: die doppeltürmige Barockkirche Saint Jean Baptiste aus der Mitte des 17. Jahrhunderts.

Saint Jean Baptiste wurde von den Armen der Unterstadt gebaut, wie dieser Teil Bastias genannt wird. Sie sollte größer und mächtiger sein als die Kathedrale Sainte Marie direkt gegenüber, die Kirche der Reichen. Heute ist sie die größte Kirche Korsikas.

Zu Sainte Marie, der Heiligen Mutter Maria, geht es um den Alten Hafen herum und die steilen Treppen hinauf. Auch sie hat ihr kleines Juwel. Im Wettkampf mit ihrem Gegenüber, der Kirche Jean Baptiste, ließ die Bevölkerung der Oberstadt massenweise Silberschmuck und Silbergegenstände einschmelzen. Aus den Ohrringen und Geschmeiden der reichen Bastianer entstand ein 480 Kilo schweres und zwei Meter hohes Meisterwerk: die Silberstatue der Himmelfahrt Mariens.

Das verschwenderische Finale bildet die Kapelle Sainte-Croix, das einzige Oratorium in Frankreich in der üppigen Fülle des Rokoko, des Spätbarocks der Jahre 1735 bis 1790. Im Stil Ludwigs XV. ausgeschmückt, beherbergt sie in einer Nische den «Schwarzen Christ».

Auch zu diesem Gotteshaus gibt es eine Legende. Das Kreuz, von einem übernatürlichen Licht erhellt, soll 1482 von Fischern in der Nähe der Stadt gefunden worden sein. Die Fischer brachten es in den Hafen und stellten es in eine Nische der Kaimauer, die noch heute sichtbar ist. Eines Tages jedoch war es verschwunden. Später soll man es auf einem Baum gefunden haben - genau an der Stelle, wo heute das verschwenderische Oratorium steht.

Informationen:

Atout France, Zeppelinallee 37, 60325 Frankfurt; Telefon: 0900/157 00 25, E-Mail: info.de@franceguide.com.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer