Warum schwächelt Vettel? Was bewegt Schumacher? Und ist McLaren doch nicht so stark wie angenommen? Eine Analyse.

Ratlos in Malaysia: Weltmeister Sebastian Vettel.
Ratlos in Malaysia: Weltmeister Sebastian Vettel.

Ratlos in Malaysia: Weltmeister Sebastian Vettel.

dpa

Ratlos in Malaysia: Weltmeister Sebastian Vettel.

Sepang. Ein Mercedes, der auf einer Runde mit der Spitze mithält, im Rennen aber im Mittelfeld verschwindet. Ein Ferrari, der verspottet wurde und nun die WM anführt. Ein Red Bull, mit dem Sebastian Vettel seine Qualifikationsstärke nicht ausspielen kann.

Und jede Menge Emporkömmlinge, die den Top-Teams das Leben schwer machen können. Die ersten beiden Formel-1-Rennen haben mehr Fragen aufgeworfen als Antworten gegeben.

Was ist los mit Vettels Red Bull?

Vor allem in der Qualifikation hapert es. Sowohl beim Auftakt in Australien als auch eine Woche später in Malaysia kam Vettel jeweils nur auf Platz 6. Zum Vergleich: In seinen beiden Weltmeister-Jahren holte Vettel insgesamt 25 Mal die Pole.

„Es ist ziemlich klar, dass sie im vergangenen Jahr einen großen Vorteil hatten mit dem angeblasenen Diffusor“, sagte Lewis Hamilton über die Konstruktion, bei der Auspuffluft auf das Heck des Wagens geleitet wurde, um die Bodenhaftung zu verbessern.

Dadurch konnte Vettel auch in Kurven schneller fahren. „Nun haben sie ihn nicht mehr“, betonte Hamilton. Tatsächlich klagte Vettel an beiden Rennwochenenden über die fehlende Balance das Wagens.

Was ist los mit dem Silberpfeil von MercedesAMG?

Der Spanier Fernando Alonso ist nach seinem Sieg im Regenrennen von Malaysia mit Lob überschüttet worden. „Fahrkünstler Alonso wandelt über dem Wasser“, schrieb die Sportzeitung „Marca“ über den zweimaligen Weltmeister, der im eigentlich unterlegenen Ferrari fehlerlos agierte.

Der Wagen kann auf einer schnellen Runde inzwischen ganz vorn mitmischen. Michael Schumacher belegte dies mit den Plätzen vier und drei in den Qualifikationen in Melbourne und Sepang. Im Rennen fährt der Mercedes aber hinterher.

„Seltsam“ findet das Nico Rosberg. Vor allem der Reifenverschleiß bereitet Kopfzerbrechen. Die findige Mercedes-Konstruktion, bei der Luft vom Heckflügel nach vorn geleitet wird, um die Stabilität des Autos zu steigern, macht sich im Rennen auch nicht so bemerkbar.

Inwiefern wird das Abschneiden mit Mercedes Schumachers Entscheidung für eine Fortsetzung seiner Karriere beeinflussen?

In den ersten beiden Rennen kam bei dem 43-Jährigen viel Pech dazu: Getriebeschaden in Australien, der Schubser eines Rivalen in Malaysia. Allerdings wäre auch ohne den Dreher wohl nicht viel drin gewesen.

Ob nur die Hoffnung auf weitere Verbesserungen des Silberpfeils reicht, darf bezweifelt werden. Teamchef und Wegbegleiter Ross Brawn hatte vor der Saison avisiert, dass man in Sachen Schumacher womöglich nach dem ersten Drittel den weiteren Weg abschätzen könnte. Schumacher bekräftigt derzeit immer wieder, dass das Auto deutlich besser sei als im Vorjahr.

Ist McLaren gar nicht so stark?

In Malaysia zeigte das britische Team mit Hamilton und Jenson Button in der Qualifikation auf trockener Strecke seine Stärke. Wie in Australien Platz eins für Hamilton und zwei für Button. Im Regenrennen warf Hamilton ein schlechter Boxenstopp zurück. Button, eigentlich versierter Regenfahrer, leistete sich einen Fehler und wurde nur 14. Bei normalen Verhältnissen dürften beide das Tempo vorgeben.

Kann Vettel davon profitieren, wenn das Feld enger beisammen liegt?

Durchaus. Je mehr Fahrer vorne mitmischen, umso geringer ist die Chance, dass einer enteilen kann – wie es Vettel im vergangenen Jahr geschafft hat.

Haben die Teams noch mal Gelegenheit zu testen?

Ja. In diesem Jahr sind erstmals wieder während der Saison Testfahrten erlaubt. Sie werden vom 1. bis 3. Mai im italienischen Mugello stattfinden.

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