Hoffenheims Manager Andreas Müller tobte bei der Pressekonferenz. Foto: Jan-Philipp Strobel
Hoffenheims Manager Andreas Müller tobte bei der Pressekonferenz. Foto: Jan-Philipp Strobel

Hoffenheims Manager Andreas Müller tobte bei der Pressekonferenz. Foto: Jan-Philipp Strobel

dpa

Hoffenheims Manager Andreas Müller tobte bei der Pressekonferenz. Foto: Jan-Philipp Strobel

Zuzenhausen (dpa) - Bei der abstiegsbedrohten TSG 1899 Hoffenheim liegen die Nerven blank. Mit einem Wutanfall hat Manager Andreas Müller auf die Reaktionen nach der Suspendierung von Abwehrspieler Marvin Compper reagiert.

Der 50-Jährige betrieb bei der Pressekonferenz des Tabellen-16. der Fußball-Bundesliga am Donnerstag heftige Medienschelte. «Es ist kein Possenspiel. Es sind Fakten und klare Entscheidungen getroffen. Ich mache es nicht mehr mit, dass wir für Dinge angezählt werden, die der Wahrheit entsprechen», sagte Müller vor der Partie der Krisen-Kraichgauer am Samstag (15.30 Uhr) bei Eintracht Frankfurt.

Lautstark und mit zunehmend rotem Kopf ließ Müller seinem Unmut freien Lauf. «Mich kotzt es an. Nicht mit mir. Ich bin vier Monate hier und habe jetzt schon alles gesehen, wie es hier läuft», schimpfte er. Die Hoffenheimer hatten am Dienstag überraschend Innenverteidiger Compper zu den Amateuren verbannt, weil dieser den Verantwortlichen gegenüber gesagt haben soll, er könne sich nicht mehr für den Abstiegskampf motivieren.

Der 27-Jährige wehrte sich dagegen, als Drückeberger abgestempelt zu werden. «Es geht nicht darum, dass ich nicht den Konkurrenzkampf annehmen würde - ich bin keiner, der davor wegrennt», sagte der Hoffenheimer Bundesliga-Rekordspieler (140 Begegnungen) der «Rhein-Neckar-Zeitung». «Es ist völliger Blödsinn zu behaupten, ich hätte keinen Bock auf Abstiegskampf.» Sein Berater hatte allerdings bestätigt, dass Compper in der Winterpause um seine Freigabe bat.

Der neue Trainer Marco Kurz wiederum bestätigte Müllers Version. «So etwas habe ich noch nicht erlebt», kommentierte er Comppers Verhalten. «Ich habe einen Haken drunter gemacht. Ich kann keine Energie an einen Spieler vergeuden, der nicht bereit ist, einen Weg mit uns zu gehen. Das ist für mich die letzte Antwort, die ich auf dieses Thema gegeben habe. Wir haben ein sauschweres Spiel und darauf liegt meine Konzentration.»

Compper, der seit dem Bundesliga-Aufstieg 2008 für die TSG spielt, gab aber auch zu: «Wegen eines möglichen Wechsels im Winter und der Aussicht, unter diesem Trainer auch in den nächsten Monaten nicht zu spielen, fällt es mir schwer, mich nur auf die Aufgabe Abstiegskampf zu fokussieren.» Kurz habe ihm zu verstehen gegeben, dass er nicht mehr dessen primäre Option in der Innenverteidigung sei. In der verkorksten Hinrunde war Compper Stammspieler und stellvertretender Kapitän, hatte allerdings auch seinen Anteil daran, dass die TSG die schlechteste Abwehr der Liga stellte.

Comppers Vertrag läuft zum Saisonende aus, er ist nun beim AC Florenz in Italien im Gespräch. «Ich lasse mich nicht in die Böse-Junge-Rolle drängen. Ich bin fünf Jahre hier in Hoffenheim, der Verein ist mir alles andere als egal», sagte er. Sein Nachfolger, der Argentinier David Abraham vom FC Getafe, wurde am Donnerstag der Presse präsentiert. «Ich würde mich freuen, wenn ich die Freigabe bis zum Wochenende erhalte und vom Trainer aufgestellt werde», sagte der etwa drei Millionen Euro teure Spieler.

Auf einen Einsatz kann auch der dritte Winterneuzugang bei der TSG hoffen. Der ghanaische Nationalspieler Afriyie Acquah wechselt mit sofortiger Wirkung in den Kraichgau und erhält einen Vertrag bis zum 30. Juni 2017. Der 21 Jahre alte defensive Mittelfeldspieler war zuletzt in der italienischen Serie A beim FC Parma aktiv.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer