Die Staatsanwaltschaft vermutet in Breno einen Brandstifter. Foto: Friso Gentsch
Die Staatsanwaltschaft vermutet in Breno einen Brandstifter. Foto: Friso Gentsch

Die Staatsanwaltschaft vermutet in Breno einen Brandstifter. Foto: Friso Gentsch

dpa

Die Staatsanwaltschaft vermutet in Breno einen Brandstifter. Foto: Friso Gentsch

München (dpa) - Wenige Stunden vor dem Spitzenspiel des FC Bayern bei Borussia Dortmund hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den Münchner Innenverteidiger Breno erhoben. Die Strafverfolger erhoben gegen den brasilianischen Fußball-Profi Anklage wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung.

Der 22-Jährige soll am 20. September kurz nach Mitternacht das von ihm und seiner Familie bewohnte Anwesen in Grünwald bei München vorsätzlich in Brand gesetzt haben. Dabei war ein Schaden in Millionen-Höhe entstanden.

Das Gesetz sieht für schwere Brandstiftung eine Freiheitsstrafe zwischen einem Jahr und maximal 15 Jahren vor. Ob das Hauptverfahren gegen den derzeit auf freiem Fuß befindlichen Angeschuldigten eröffnet wird, entscheidet jetzt die Große Strafkammer des Landgerichts München I. Nach Erfahrungswerten könnte es in etwa drei Monaten zu einer solchen Verhandlung kommen.

Vom deutschen Fußball-Rekordmeister gab es keine Stellungnahme. Dies sei Angelegenheit von Breno und seinem Anwalt, hieß es von Vereinsseite. Brenos Anwalt war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.

Man werde den Brasilianer, der zuletzt am 17. April 2011 für die Münchner beim 5:1 gegen Leverkusen als Joker ran durfte, aber weiterhin vollumfänglich unterstützen, so der Rekordmeister. Dass die Anklageerhebung nur zehn Stunden vor dem brisanten Liga-Gipfel veröffentlicht wurde, dürfte den Bayern-Verantwortlichen nicht geschmeckt haben.

Wie aus dem Anklageschreiben der Staatsanwaltschaft hervorgeht, soll der 22-Jährige bei der Tat alkoholisiert gewesen sein. Vermutlich seien Feuerzeuge und Brandbeschleuniger verwendet worden, die Breno danach laut Zeugenangaben an Rettungsdienstkräfte gegeben habe. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft ist der Angeschuldigte verantwortlich für einen Sachschaden in Höhe von rund einer Million Euro.

Zudem habe er nicht sicher sein können, dass Manager, Ehefrau und Kinder nach dem zwischenzeitlichen Verlassen der Villa wieder in das Gebäude zurückkehren würden. Verlassen haben soll die Familie das Haus, weil es zuvor zu einer Auseinandersetzung gekommen sein soll, hieß es am Mittwoch. Der Brasilianer war am 24. September für rund zwei Wochen in Untersuchungshaft gekommen. Unter schweren Auflagen und eine Kaution im sechsstelligen Bereich kam er auf freien Fuß. Er durfte sogar mit dem Team ins Trainingslager im Januar nach Katar reisen. Aber sportlich lief es danach weiterhin nicht rund: Im Februar musste er sich erneut am Knie operieren lassen.

Die Bayern hatten Breno Anfang 2008 für eine Ablösesumme von zwölf Millionen Euro vom FC Sao Paulo verpflichtet. Der Vertrag des Innenverteidigers läuft bis zum Saisonende. Seit einem Kreuzbandriss vor zwei Jahren wurde der auch zur Zeit nicht einsatzfähige Breno immer wieder von Knieproblemen zurückgeworfen.

Auch über den Fall der Brandstiftung hinaus sorgte der Olympia-Dritte von Peking für Schlagzeilen bei den Münchnern. Via Twitter hatte Breno im Januar über den FC Bayern gemeckert. Wenige Tage später wurde er Abends krank bei einem Tätowierer gesehen, obwohl er sich vergrippt vom Training abgemeldet hatte. Die Bayern stützten den einstigen Hoffnungsträger für die Defensive aber weiterhin.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer