Von Christian Kunz
mit einem Kommentar von Christoph Fischer
Nach dem blamablen 1:1 in Nürnberg hat der streitbare Niederländer keine Chance mehr.
München. Schon kurz nach der Entlassung von Louis van Gaal und der Verkündung von Andries Jonker als auserkorenem Bayern-Retter erfolgte die Generalabrechnung.
„Wir haben uns Probleme gemacht, die völlig unnötig waren und den ganzen Verein total durcheinandergebracht haben. Das sollte sich Louis van Gaal einmal überlegen. Er hat unseren Rat nicht angenommen, jetzt ist das Fass übergelaufen“, sagte Präsident Uli Hoeneß (Foto) und machte seinem Ärger mit verkniffener Miene Luft.
Eine Basis gab es schon lange nicht mehr zwischen den beiden Fußball-Alpha-Tieren. „Erfolg ist etwas, aber Spaß machen ist das andere. Und der Spaß hat in diesem Verein seit langem gefehlt. Nicht nur bei uns, sondern auch bei den Spielern. Und dass die Spieler hinter dem Trainer standen, das ist ein Märchen“, sagte der Präsident. Jetzt ist das „Feierbiest“ gefeuert, und Cheftrainer-Nobody Jonker soll wie einst Jupp Heynckes den FC Bayern vor der Europa League bewahren. Fünf Spiele bleiben dem beförderten Assistenten des beurlaubten van Gaal, um den Münchner Fußball-Rekordmeister noch in die Champions League zu führen und und das „Horrorszenario“ vom Verlierer-Cup zu verhindern.
Heynckes mit Leverkusen ist der nächste Gegner
„Ich erwarte eine Explosion. Ich erwarte, dass die Zwangsjacke, in der die Spieler seit Monaten stecken, abgestreift wird“, sagte Hoeneß mit ernster Miene am Sonntag an der Säbener Straße. Pikanterweise wird Heynckes, der in der neuen Saison das Trainer-Kommando beim FC Bayern übernimmt, am kommenden Sonntag mit Leverkusen der erste Gegner sein. „Der Vorstand musste reagieren“, sagte Hoeneß, der dem Team die „pure Angst“ angesehen hatte.
Bei Arjen Robben entlud sich der Frust in einer Schiedsrichterbeleidigung und seiner ersten Roten Karte in der Liga. Noch am Abend nach dem durch einen Patzer von Keeper Thomas Kraft leichtfertig verschenkten Sieg beim „Club“ wurde van Gaal das Ende an der Säbener Straße in einer „relativ kurzen Geschichte“ mitgeteilt. Ohne „emotionale Regung“ habe der 59-Jährige das Ende seiner seit dem 1. Juli 2009 dauernden Bayern-Zeit hingenommen.
Kommentar
Konsequent
In der Konfrontation zwischen Uli Hoeneß und Louis van Gaal konnte nur der Trainer verlieren. Hoeneß ist seiner Linie treu geblieben und hat den ohnehin faulen Kompromiss der Duldung des Niederländers bis zum Saisonende konsequent zu den Akten gelegt. mehr

