Champions League live sehen – ohne Bezahlfernsehen.

dpa

Düsseldorf. Die Fußball-Kneipe ist voller als die Kirche an Weihnachten und beim knurrigen Nachbarn mit dem Sky-Abo zu klingeln, ist keine Option? Medienrechtsexperte Christian Solmecke aus Köln weiß: „Es gibt Wege, das Spiel live im Internet zu schauen.“

Die erste Möglichkeit ist der Internet-Livestream des Schweizer Fernsehens (SF). Allerdings ist der für Computer in Deutschland gesperrt. „Der User kann die Geo-Sperre legal mit einem Proxy-Server umgehen“, sagt Solmecke.

Der Fan miete sich über Anbieter wie okayfreedom.com oder cyberghostvpn.com auf einem Schweizer Rechner ein und habe dann Zugriff auf das SF-Angebot. Nachteil: Theoretisch könnten die Inhaber des Servers mitlesen, welche Internetseiten angeklickt werden. Nutzer weisen zudem daraufhin, dass die Gefahr besteht, sich über fremde Server einen Virus einzufangen.

Livestreams sind in Solmeckes Augen nicht alle illegal

„Der zweite Weg geht über russische Livestream-Portale“, sagt Solmecke. Dabei wird die Spiel-Übertragung nur konsumiert. „Das ist meiner Meinung nach kein urheberrechtlicher Verstoß und legal, auch wenn der Fall nicht endgültig juristisch gelöst ist“, sagt Solmecke. Es gebe eben keinen Fall, in dem ein Nutzer verfolgt wurde. Nachteil: Livestreams wie der von Livetv.ru haben begrenzte Kapazitäten. Das Bild ruckelt oder hängt bei Überlastung.

Ein klares „Finger weg!“ gibt es vom Fachanwalt bei Stream-Angeboten, die einen Software-Download voraussetzen, durch die Rechner-Rechner-Verbindungen (peer-to-peer) hergestellt werden. „Die Software verbreitet den Stream unbemerkt weiter. Das ist strafbar“, sagt Solmecke. Abmahnungen bis 2000 Euro seien die Folge. Der Anwalt hat übrigens einen netten Nachbarn mit Sky – das ist schöner, als alleine zu schauen.

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