Die US-Talkmasterin Oprah Winfrey stellte Lance Armstrong knallharte Fragen. Foto: George Burns/Harpo Studios, Inc.
Die US-Talkmasterin Oprah Winfrey stellte Lance Armstrong knallharte Fragen. Foto: George Burns/Harpo Studios, Inc.

Die US-Talkmasterin Oprah Winfrey stellte Lance Armstrong knallharte Fragen. Foto: George Burns/Harpo Studios, Inc.

dpa

Die US-Talkmasterin Oprah Winfrey stellte Lance Armstrong knallharte Fragen. Foto: George Burns/Harpo Studios, Inc.

New York (dpa) - Oprah Winfrey gehört zu den einflussreichsten Frauen Amerikas. Auch wenn sie zuletzt mit schwachen Quoten zu kämpfen hatte - sie ist die Königin der Medien. Das Dopinggeständnis von Lance Armstrong ist eines ihrer wichtigsten Interviews.

Oprah Winfrey geht präzise vorbereitet in das tagelang angeteaserte Interview mit dem «Hochleistungs-Hochstapler» (FAZ) Lance Armstrong. Sie kommt ohne Umschweife zur Sache, fragt genau nach - und der Texaner gesteht Doping umfassend. Nach der entlarvenden Anklageschrift der US-Anti-Doping-Agentur USADA bleibt ihm nichts anderes übrig. Er will etwas von der gänzlich verlorenen Akzeptanz zurück, sie will mit dem endlich beichtenden Stargast aus dem Quotentief. Der Auftritt dürfte beiden geholfen haben. Ob sie Armstrong fürs Beichten Honorar zahlte, ist nicht bekannt.

Oprah Winfrey war früher drogenabhängig und arbeitslos, heute ist sie Milliardärin und gehört zu den mächtigsten Frauen der Welt, wie das New Yorker Magazin «Forbes» feststellt. Neunmal schaffte sie es auch beim Magazin «Time» auf die Liste der 100 einflussreichsten Personen - häufiger als jeder andere. Zum Vergleich: Bundeskanzlerin Angela Merkel war bislang fünfmal in dieser Liste vertreten.

Winfrey hat einen eigenen Sender, ist mit Präsident Barack Obama und dessen Frau Michelle befreundet und kann Karrieren fördern oder zerstören. Kein Wunder, dass sich Armstrong ausgerechnet die inzwischen 58 Jahre alte Talk-Queen ausgesucht hat, um nach über 13-jährigem Leugnen und erdrückenden Doping-Beweisen wieder ein Bein auf den Boden zu kriegen. Womöglich hatte er sich den Canossa-Gang einfacher vorgestellt. «Wann kommen denn die einfachen Fragen?», habe er sie bei der Aufzeichnung am Montag in einer Pause gefragt, berichtete Winfrey.

«Als ich 1954 in Mississippi geboren wurde, damals ein Staat noch mit Rassentrennung, war ich ein Neger», sagte Winfrey vor zwei Jahren. Ihre Eltern waren unverheiratete Teenager. Mit 15 wurde sie selbst schwanger, das Kind starb. Sie nahm Rauschgift und wurde esssüchtig, doch sie bekam sich in den Griff.

Heute wird ihr Jahreseinkommen auf 300 Millionen Dollar (etwa 225 Millionen Euro) geschätzt. Die frühere Sozialhilfeempfängerin war lange der einzige Mensch mit schwarzer Hautfarbe unter den gut 1000 Milliardären auf der Erde.

Oprah bringt die Sorgen des Alltags, fein aufbereitet, mit viel Verständnis serviert, auf den Tisch. Am Donnerstag zeigte sie sich von der harten Seite. Schon vor Armstrong waren große Stars bei ihr: Der vor Liebesglück auf der Couch herumhüpfende Tom Cruise, Präsident Obama nebst First Lady, Ex-Präsident Bill Clinton, der über die Lewinsky-Affäre sprach, Michael Jackson, Madonna und die ebenfalls gedopte Olympiasiegerin Marion Jones.

Ihren Sender OWN, Oprah Winfrey Network, gibt es seit zwei Jahren - seit dieser Zeit macht er Verlust. Weil sich im ersten Jahr die Zuschauerzahlen halbierten, übernahm Winfrey nach einem halben Jahr die Führung ihres Senders und versucht ihn wieder auf Erfolg zu trimmen. Wirtschaftlich mag Winfrey angekratzt sein - das Denkmal Oprah glänzt im Bewusstsein der meisten Amerikaner aber nach wie vor. Das Interview mit Armstrong bezeichnete sie als «eines der wichtigsten» ihrer Karriere.

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