Novak Djokovic war David Ferrer in allen Belangen klar überlegen. Foto: Quinn Rooney
Novak Djokovic war David Ferrer in allen Belangen klar überlegen. Foto: Quinn Rooney

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Novak Djokovic war David Ferrer in allen Belangen klar überlegen. Foto: Quinn Rooney

Melbourne (dpa) - Novak Djokovic stürmte mit einer Tennis-Gala ins Endspiel, Victoria Asarenkas Finaleinzug warf dagegen viele Zweifel auf. Der Halbfinaltag bei den Australian Open hätte für die beiden Titelverteidiger nicht unterschiedlicher verlaufen können.

Während Djokovic nach seiner Weltklassleistung beim 6:2, 6:2, 6:1 gegen den Spanier David Ferrer gefeiert wurde, musste sich Asarenka nach ihrem 6:1, 6:4 gegen US-Darling Sloane Stephens viele Fragen gefallen lassen. Um ihr Finale am Samstag gegen die Chinesin Li Na, die Maria Scharapowa mit 6:2, 6:2 deklassierte, ging es dabei nur am Rande.

Stattdessen wollten alle nur wissen, was wirklich geschehen war, als Asarenka beim Stand von 5:4 im zweiten Satz und nach zuvor fünf vergebenen Matchbällen den Centre Court verlassen hatte, um eine medizinische Auszeit zu nehmen. Die anschließende Pressekonferenz im Medienraum der Rod Laver Arena glich einem Tribunal.

«Ich konnte nicht mehr atmen. Eine Rippe im Rücken war blockiert, deshalb hat der Arzt gesagt, dass wir in die Kabine müssen», erklärte Asarenka. Unmittelbar nach dem Sieg gegen Stephens hatte die Nummer eins der Welt im Kurz-Interview auf dem Court noch den Eindruck erweckt, der bevorstehende Einzug ins Endspiel habe Panik bei ihr ausgelöst, weshalb sie sich in den Katakomben erst einmal habe beruhigen müssen.

Die Wogen ob dieser Erklärung schlugen im am Donnerstag wieder extrem heißen Melbourne hoch. Asarenka hatte der erst 19 Jahre alten Stephens übel mitgespielt - darin waren sich alle einig. Auch die Zuschauer. Während Stephens, am Tag zuvor sensationelle Siegerin im amerikanischen Generationen-Duell gegen Serena Williams, mit Ovationen verabschiedet wurde, blieb der Applaus für Siegerin Asarenka zurückhaltend kühl.

«Ich bedaure, dass ich die Auszeit nicht etwas früher genommen habe, das war meine Schuld», räumte Asarenka ein. «Aber ich war nicht gestresst oder habe gezittert, weil ich das Spiel nicht abschließen konnte, sondern weil ich keine Luft mehr bekommen habe», meinte die 23-Jährige.

Es war schon bitter für Asarenka, dass nach der Partie niemand mehr über ihre beeindruckende Leistung sprach. Denn auch wenn Stephens nicht an die bärenstarke Leistung beim Coup gegen ihr Vorbild Serena Williams anknüpfen konnte, der Auftritt der Titelverteidigerin war beeindruckend. Das erneute Finalticket hatte sich Asarenka damit gesichert, doch die Sympathien der Fans und Beobachter verspielt.

Das konnte man von Li Na nicht sagen. Die Chinesin erteilte der Russin Maria Scharapowa im ersten Halbfinale eine Lehrstunde und stürmte in ihr zweites Melbourne-Endspiel nach 2011. «Ich bin wirklich heiß auf diesen Titel», sagte die 30-Jährige nach ihrer Gala-Vorstellung. Scharapowa, die zuvor im gesamten Turnierverlauf ganze neun Spiele abgegeben hatte, erkannte die Leistung der Asiatin neidlos an. «Es gibt keinen Grund, warum sie das Turnier jetzt nicht gewinnen sollte.»

In die Rolle des großen Turnierfavoriten schlüpfte endgültig auch Djokovic. Gegen Ferrer trumpfte der Weltranglisten-Erste ganz groß auf und zeigte Tennis vom Allerfeinsten. Gerade einmal 1:29 Stunden benötigte der Serbe, um den spanischen Dauerläufer vom Platz zu fegen. «Ich glaube nicht, dass ich viel besser spielen kann», sagte Djokovic nach seiner Tennis-Gala. «Ich habe mich von Anfang an gut und voller Selbstvertrauen gefühlt. Aber dass ich zu so einer Leistung imstande bin, hat mich auch überrascht.»

Djokovics Endspielgegner wird an diesem Freitag (9.30 Uhr/Eurosport) ermittelt. Im ersten Knaller des mit 23,91 Millionen Euro dotierten Turniers treffen Roger Federer und Andy Murray aufeinander. Djokovic wird sich bequem von der Couch aus angucken, wer auf ihn im Finale wartet. «Die zwei freien Tage tun mir jetzt richtig gut. Ich hoffe, dass ich diese Leistung auch im Endspiel noch einmal abrufen kann», sagte der Serbe. Ferrer erkannte den Sieg des fünfmaligen Grand-Slam-Turnier-Siegers neidlos an. «Ich hatte heute schlichtweg keine Chance», sagte die neue Nummer vier der Welt.

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