Andy Murray trifft im Halbfinale der Australian Open auf Roger Federer. Foto: Mast Irham
Andy Murray trifft im Halbfinale der Australian Open auf Roger Federer. Foto: Mast Irham

Andy Murray trifft im Halbfinale der Australian Open auf Roger Federer. Foto: Mast Irham

dpa

Andy Murray trifft im Halbfinale der Australian Open auf Roger Federer. Foto: Mast Irham

Melbourne (dpa) - Richtig ausgelastet fühlt sich Andy Murray in Melbourne bislang nicht. Gerade einmal 8:56 Stunden stand der Brite bei den Australian Open in seinen insgesamt fünf Spielen auf dem Platz.

Als sich sein Halbfinalgegner Roger Federer in der Rod Laver Arena über dreieinhalb Stunden und fünf Sätze gegen Jo-Wilfried Tsonga in die Vorschlussrunde kämpfte, legte Murray daher in der benachbarten Hisense Arena noch schnell eine Spätschicht ein. Um seinen Körper ein bisschen auszupowern und sich vor allem an das Spielen unter Flutlicht zu gewöhnen.

Denn bislang haben Murray und Federer in der Millionen-Metropole am Yarra-River scheinbar zwei unterschiedliche Turniere gespielt. Der US-Open-Champion musste beim ersten Grand Slam der Tennis-Saison ausschließlich am Tag ran, während Federer gleich viermal in der populären Night Session sein Können zeigen durfte. Die englischen Medien taten deshalb das, was sie immer tun, wenn es um ihre Sportlieblinge geht - sie schmiedeten Verschwörungstheorien.

Murray nimmt die Spielplangestaltung dagegen gelassen. «Ich hätte Federer und Tsonga auch am Abend spielen lassen, weil es einfach das beste Spiel des Tages war», sagte der Olympiasieger, der Jeremy Chardy zuvor in einem emotions- und höhepunktlosen Viertelfinale in drei Sätzen abgefertigt hatte. Auf dem Weg zu seinem zweiten Titel bei einem Grand-Slam-Turnier will sich der 25-Jährige von solchen Nebensächlichkeiten nicht ablenken lassen.

Das Motto für seine Mission Down Under steht auf dem T-Shirt, das Murray im Training trägt - und das am Freitag auch Federer zu spüren bekommen soll. «Prepare, Attack, Destroy» (Vorbereiten, Angreifen, Zerstören). Bislang funktioniert der Plan perfekt, Murray ist der einzige Spieler, der bei der mit 23,91 Millionen Euro dotierten Veranstaltung noch keinen Satz abgegeben hat.

Doch gegen Federer wird der Weltranglisten-Dritte nun erstmals wirklich gefordert. Schließlich präsentiert sich der 17-malige Grand-Slam-Turnier-Gewinner zum Jahresauftakt wieder einmal in bestechender Form. «Immer, wenn ich zuletzt eine Vorbereitung absolviert habe, bin ich stärker daraus hervorgegangen. Das ist großartig», sagte der Schweizer.

Das Viertelfinal-Duell des 31-Jährigen gegen Tsonga zählt bislang zum Besten, was die Australian Open in diesem Jahr zu bieten hatten. «Es ist ein Privileg, so spät am Abend, auf dem Centre Court und vor diesem Publikum zu spielen», sagte Federer. Einen riesigen Vorteil sieht er für sich aber nicht darin, dass er an die Bedingungen der Night Session anders als Murray bereits gewöhnt ist. «Wenn es jeden Tag 35 Grad gewesen wäre, wäre es vielleicht etwas anderes. Aber das war nicht der Fall.»

Und so ist wie so oft zwischen Beiden alles offen. 2012 siegte Federer im Finale von Wimbledon, Murray triumphierte im Endspiel der Olympischen Spiele. «Es waren immer tolle Duelle mit Andy», sagte Federer. Egal, ob bei Tag oder bei Nacht.

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