Das Match von Kerber musste nach einem Regenschauer unterbrochen und der Boden trocken gewischt werden. Foto: Barbara Walton
Das Match von Kerber musste nach einem Regenschauer unterbrochen und der Boden trocken gewischt werden. Foto: Barbara Walton

Das Match von Kerber musste nach einem Regenschauer unterbrochen und der Boden trocken gewischt werden. Foto: Barbara Walton

Die Rod Laver Arena war beim Spiel von Kerber (unten) gegen Madison Keys gut gefüllt. Foto: Barbara Walton

Nach ihrem Sieg bekam Kerber (l) zu ihrem 25. Geburtstag einen Kuchen überreicht. Foto: Marks Dadswell

Julia Görges setzte sich nach großem Kampf gegen die Chinesin Zheng Jie mit 6:3, 1:6, 7:5 durch. Foto: Narendra Shrestha

Görges stand gegen Zheng Jie bereits kurz vor dem Aus - dann drehte sie das Match noch. Foto: Narendra Shrestha

dpa, Bild 1 von 5

Das Match von Kerber musste nach einem Regenschauer unterbrochen und der Boden trocken gewischt werden. Foto: Barbara Walton

Melbourne (dpa) - Die deutschen Tennis-Damen haben in Melbourne weiter jeden Grund zu feiern. Vor allem Geburtstagskind Angelique Kerber genoss ihren Ehrentag.

Beim bislang größten Geburtstagsständchen ihres Lebens schossen Kerber die Tränen in die Augen. «Das war Gänsehaut pur», sagte die Kielerin, nachdem aus 9000 Kehlen in der Rod Laver Arena ein lautes Happy Birthday erklungen war. Von einem Balljungen bekam die deutsche Nummer eins an ihrem 25. Geburtstag zudem noch einen leckeren Kuchen überreicht, am meisten freute sich Kerber aber über ihren erstmaligen Sprung in die vierte Runde der Australian Open. «Ich habe noch nie an meinem Geburtstag gewonnen. Und dass ich jetzt erstmals hier in Melbourne im Achtelfinale stehe, ist eine tolle Sache», sagte Kerber.

Beim 6:2, 7:5 gegen die aufstrebende Amerikanerin Madison Keys musste die Nummer fünf der Tennis-Welt nur im zweiten Satz hart arbeiten, ehe sie nach 1:40 Stunden ihren ersten Matchball verwandelte. Julia Görges folgte ihr wenig später in die Runde der besten 16. Beim 6:3, 1:6, 7:5 gegen die Chinesin Zheng Jie leistete sich die 24-Jährige nur im zweiten Satz einen kleinen Durchhänger und wiederholte dank einer starken Leistung ihr Ergebnis aus dem Vorjahr.

Damit will sich die deutsche Nummer zwei aber nicht zufriedengegeben. «Jetzt habe ich Blut geleckt», meinte Görges, die es am Sonntag mit der Chinesin Li Na zu tun bekommt. Kerber spielt gegen die Russin Jekaterina Makarowa.

Doch zunächst wollten die beiden Fed-Cup-Spielerinnen, die zusammen mit Sabine Lisicki und Anna-Lena Grönefeld das deutsche Team im ersten Aufstiegsspiel gegen Frankreich Anfang Februar bilden, ihre Erfolge zumindest ein bisschen feiern. Für den Abend war eine Spieler-Party im Hyatt Hotel angesetzt. «Da werde ich sicher mal vorbeischauen. Das habe ich mir verdient», meinte Kerber.

Die Norddeutsche wurde von den Feierlichkeiten auf dem Center Court völlig überrumpelt. «Ich wusste von nichts», gestand Kerber, die ihr Geburtstagslied mit staunenden Augen und offenem Mund genoss. «Vielen, vielen Dank! Ihr seid fantastisch», rief sie den Australiern völlig gelöst zu.

Mit dem Erfolg gegen die erst 17 Jahre alte Keys fiel Kerber eine Zentnerlast von den Schultern. «Jetzt kann ich befreit aufspielen, habe nichts mehr zu verlieren», sagte Kerber. Der Druck, als erste deutsche Top-Fünf-Spielerin seit Steffi Graf 1999 in der Millionen-Metropole am Yarra-River die Erwartungen zu erfüllen, hatte der Linkshänderin die vergangenen Tage deutlich zugesetzt. Doch jetzt kann Kerber anfangen, die Zeit in Melbourne zu genießen.

Auch, weil sie Ende des zweiten Satzes im entscheidenden Moment den Videobeweis zur Hilfe nahm. Beim Stand von 4:5 und 0:30 verlangte Kerber nach dem Hawk Eye und fand damit zurück ins Spiel. «Das war definitiv eine wichtige Entscheidung. Ich denke, sonst wäre es in den dritten Satz gegangen», gestand Kerber.

Görges hatte ihrer Teamkollegin bereits früh am Morgen gratuliert. «Wir haben in der Kabine unseren Spind fast nebeneinander», erzählte die 24-Jährige. Danach bekam sie von der Geburtstagssause aber erst einmal nichts mit. Stattdessen machte sie sich im Schatten der Rod Laver Arena auf Show Court 3 selbst ein bisschen stolz. «Es ist toll zu sehen, dass ich mein Spiel in engen Situationen noch auf ein höheres Level heben kann», sagte Görges.

Gegen Zheng Jie lag sie im dritten Satz bereits mit einem Break zurück, die Asiatin schlug bei 5:4 zum Matchgewinn auf. Doch dann spielte die deutsche Nummer zwei ihr bestes Tennis und drehte die Partie doch noch herum. Das Achtelfinale gegen Li Na kann sie nun selbstbewusst angehen, Angst vor einer ähnlichen Pleite wie 2012 hat sie nicht. Damals ging sie gegen Agnieszka Radwanska mit 1:6, 1:6 unter. «Jule hat einen Reifeprozess durchgemacht. Das passiert ihr nicht nochmal», sagte auch Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner. Die Chancen, dass es am Sonntag in den Melbourne & Olympic Parks wieder eine deutsche Fete gibt, stehen also nicht schlecht.

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