Bob-Pilotin Sandra Kiriasis freut sich auf die Natureisbahn in St. Moritz. Foto: Robert Parigger
Bob-Pilotin Sandra Kiriasis freut sich auf die Natureisbahn in St. Moritz. Foto: Robert Parigger

Bob-Pilotin Sandra Kiriasis freut sich auf die Natureisbahn in St. Moritz. Foto: Robert Parigger

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Bob-Pilotin Sandra Kiriasis freut sich auf die Natureisbahn in St. Moritz. Foto: Robert Parigger

St. Moritz (dpa) - Zu ihrer Lieblingsbahn in St. Moritz hat Sandra Kiriasis ein ganz besonderes Verhältnis. Wegen der Natureisbahn hat die 38-Jährige sogar ihr Karriereende nach hinten verlegt.

Die WM im Schweizer Engadin wurde von 2012 auf dieses Jahr verschoben - also überlegte sich Sandra Kiriasis auch ihren Schritt in die Bob-Rente noch einmal. «Ursprünglich sollte es dort mein letztes Rennen werden, doch ich höre doch nicht ein Jahr vor den Olympischen Winterspielen in Sotschi auf», meinte die Pilotin, die bei Weltmeisterschaften immerhin schon sechsmal Edelmetall gewonnen hat. Neben den drei Titeln 2005, 2007 und 2008 sicherte sich die Olympiasiegerin von 2006 zudem drei Silbermedaillen (2003, 2004, 2012). Mit ihren neun Weltcup-Gesamtsiegen in Serie seit 2003 ist sie die weltweit erfolgreichste Bobpilotin.

An St. Moritz erinnert sich Kiriasis immer gern zurück. Seit 2006 war sie dort durchgängig bei jedem Weltcup-Rennen auf dem Podium und stand dreimal ganz oben. 2006 und 2009 holte sie auf der Bahn EM-Gold. Bei der WM 2007 feierte sie auf der «größten Schnee-Skulptur der Welt» mit Anschieberin Romy Logsch den überlegensten Erfolg in der Geschichte der Frauen-WM, als sie 2,05 Sekunden Vorsprung auf Cathleen Martini rausfuhr.

Nach ihrer enttäuschenden WM 2009 in Lake Placid als Siebte und Platz vier bei den Winterspielen in Vancouver begann eine Durststrecke. Zwar zeigte die gebürtige Sächsin immer wieder ihr Können an den Lenkseilen, doch gegen die spurtstarken Nordamerikanerinnen war sie auf einigen Bahnen fast chancenlos. Zudem verlor sie immer wieder gute Anschieberinnen: Zunächst Romy Logsch nach einem «Zickenkrieg», nun Petra Lammert wegen einer Bandscheiben-Operation.

Umso größer war der Jubel beim sechsten EM-Titelgewinn am vergangenen Wochenende in Innsbruck, als sie die kanadische Olympiasiegerin und Weltmeisterin Kaillie Humphries mit einer Hundertstelsekunde Vorsprung besiegte. «Das war der absolute Wahnsinn», meinte sie und freute sich vor allem über den ersten Titel für ihre Anschieberin Franziska Bertels. Ein aussichtsreiches WM-Duo hatte sich plötzlich gefunden.

Aber auch Cathleen Martini, die 2010 das Rennen in der Schweiz gewann und insgesamt viermal Zweite wurde, hat mit ihrem Weltcup-Sieg Anfang des Jahres in Altenberg aufhorchen lassen. Die 30-Jährige setzt auf Anschieberin Stephanie Schneider. «Rechtzeitig zum Jahresbeginn kam das Gefühl am Popometer wieder zurück, wir sind zuversichtlich für St. Moritz», sagte die Oberbärenburgerin Martini, die sich 2011 den WM-Titel sicherte.

Die Erfurterin Anja Schneiderheinze zählt ebenfalls zu den Mitfavoritinnen. Die 34-Jährige, die mit Lisette Thöne an den Start geht, genoss in der Vorsaison in St. Moritz den zweiten Weltcup-Erfolg ihrer Laufbahn. Für Junioren-Weltmeisterin Miriam Wagner vom BRC Riesa ist die WM nach einer starken Saisonleistung bei den Juniorinnen nur eine Zugabe. Sie startet mit Franziska Fritz.

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