Nelli Zhiganshina und Alexander Gazsi auf dem Eis. Foto: Antonio Bat
Nelli Zhiganshina und Alexander Gazsi auf dem Eis. Foto: Antonio Bat

Nelli Zhiganshina und Alexander Gazsi auf dem Eis. Foto: Antonio Bat

dpa

Nelli Zhiganshina und Alexander Gazsi auf dem Eis. Foto: Antonio Bat

Zagreb (dpa) - Den größten Erfolg werden Nelli Zhiganshina und Alexander Gazsi in den nächsten Wochen außerhalb des Eises erringen. Die gebürtige Moskauerin mit Wohnsitz in Oberstdorf hat alle Sprachtests bestanden und die Voraussetzungen für die deutsche Staatsbürgerschaft erfüllt.

Nun muss die 25-Jährige ihren alten Pass in die Heimat schicken und hoffen, dass die russischen Behörden in wenigen Wochen ihr Okay geben.

Wie schnell das geht, weiß die talentierte Eistänzerin mit der klassischen Ballettausbildung nicht, deshalb wird sie damit bis nach den Weltmeisterschaften im März in London/Ontario warten. Ganz ohne Pass könnte sie nirgendwo hin. Auch sportlich arbeiten die viermaligen deutschen Meister seit Jahren auf ihr großes Ziel Olympia im Februar 2014 hin und präsentieren sich bei der EM in dieser Woche in Zagreb bestens präpariert. «Ihre Präzision gefällt mir», sagt Bundestrainer Martin Skotnicky, der viel mit ihnen arbeitet. «Einzig an Tempo können sie noch zulegen.»

Mit einem guten siebten Platz starteten sie im Kurztanz in Zagreb, waren aber ein wenig enttäuscht, denn so richtig nach oben Richtung Medaillenränge geht es einfach nicht. Hinzu kommt, dass im eigenen Lager die Konkurrenz aufholt. Auch die deutschen Vizemeister Tanja Kolbe und Stefano Caruso haben Fortschritte gemacht und sich in der kroatischen Hauptstadt Platz neun vor der Kür am Freitag verdient. Im vergangenen Jahr war die deutsch-italienische Verbindung noch Zwölfte.

Danach trennten sich die Wege, weil Kolbe nicht ständig in Mailand trainieren wollte. Mit liebevollen Handy-Botschaften bearbeitete der charmante Caruso sie so lange, dass sie es wieder miteinander versuchten und heute sagen: «Wir haben uns sehr vermisst». So trainieren sie im Wechsel in Mailand bei der Ex-Weltmeisterin Barbara Fusar-Poli und in Berlin bei René Lohse. Auch die zwei schielen auf die Winterspiele, Caruso hat seinen Deutschtest schon locker bestanden.

«Man hat uns gesagt, dass es nicht so ein Problem ist, wenn man aus der EU kommt», erzählt die Bundeswehrsoldatin. Viele meinen, die zwei hätten das größere Potenzial. Die Zeit bis Sotschi müssen sie gut nutzen, um an den arrivierteren deutschen Meistern vorbeizuziehen. Dass Deutschland zwei Olympia-Starts bekommt, ist ziemlich unwahrscheinlich. Dafür müssten Zhiganshina/Gazsi bei der WM unter die besten Zehn der Welt laufen.

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