Zagreb (dpa) - So tückisch gestaltete sich eine Anreise zu Europameisterschaften für Aljona Savchenko und Robin Szolkowy noch nie. Stundenlang warteten die viermaligen Weltmeister in Dresden auf einen Flug via Frankfurt nach Zagreb.

Doch in Frankfurt richtete das Eis ein Chaos an, in Zagreb war der Flughafen wegen Nebels für mehrere Stunden geschlossen. Schließlich entschied Trainer Ingo Steuer, umzukehren und den Tag zum Training zu nutzen. Nun reiste das Chemnitzer Trio dann über München nach Kroatien. «Es lässt sich jetzt nicht ändern, wir nehmen es so hin», sagte Steuer der Nachrichtenagentur dpa.

Das Problem: Das einzige Einlaufen am Dienstagmorgen im Dom Sportova der kroatischen Hauptstadt vor ihrem Start im Kurzprogramm verpassten die viermaligen Europameister. Viel darf nicht mehr dazwischen kommen, denn so ganz in Form sind Savchenko/Szolkowy noch nicht. «Ich würde sagen, sie sind bei 90 Prozent», beurteilte Steuer die Wettkampfreife seiner routinierten Schüler. Im Vorjahr hatte eine Muskelverletzung Savchenkos EM-Teilnahme verhindert, diesmal kämpft sie mit den Folgen einer langwierigen Nasennebenhöhlenentzündung.

«Wir waren noch einmal bei einem Osteopathen in Berlin, danach ist es deutlich besser geworden», erzählte der Coach. Die Kraft für viele Kürprogramme habe die 28-Jährige im Training noch nicht gehabt, die Qualität der wenigen sei allerdings sehr gut.

Erstmals treffen die Sachsen auf ihre großen Rivalen Tatjana Wolososchar und Maxim Trankow aus Russland, die als große Konkurrenten für die Olympischen Winterspiele in Sotschi gelten. «Wir schauen nur auf uns», ist die Devise von Steuer.

Titel Nummer acht hat Olympiasieger Jewgeni Pluschenko im Blick. Nach Rückenbehandlungen in München wegen eines Bandscheibenvorfalls will sich der 30-Jährige gegen die junge Konkurrenz behaupten. «Ich bin fit», behauptete er nach seiner verspäteten Ankunft am Montagabend aus dem winterlichen Russland, schränkte danach aber bei einer Pressekonferenz ein: «Ich habe ein kleines Rückenproblem. Aber ich bin gewohnt, mit Verletzungen zu leben.» Wegen einer Blockade habe er sich zuletzt drei Spritzen geben lassen und sogar eine Absage erwogen.

Auch von Peter Liebers aus Berlin erwartet die Deutsche Eislauf-Union nach vielen wackligen internationalen Auftritten einen Sprung nach vorn. Erstmals ist sogar ein Psychologe in Zagreb dabei, um dem deutschen Meister beizustehen.

Nach gesundheitlichen Problemen der deutschen Meisterin Sarah Hecken darf die 18-jährige Nathalie Weinzierl aus Mannheim ihre zweite EM laufen. Nach Platz 22 im Vorjahr soll es deutlich besser werden. Als Favoritin geht Carolina Kostner (Italien) aufs Eis - die Wahl-Oberstdorferin strebt den fünften Titel an.

Weiter nach vorn wollen nach Platz acht 2012 auch die Eistänzer Nelli Zhiganshina und Alexander Gazsi aus Oberstdorf. Sie werden begleitet von Tanja Kolbe und Stefano Caruso aus Berlin.

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