Französische Soldaten und Regierungstruppen in Mali haben die Stadt Kona zurückerobert. Doch die Gotteskrieger sind noch nicht geschlagen. Foto: Arnaud Roine
Französische Soldaten und Regierungstruppen in Mali haben die Stadt Kona zurückerobert. Doch die Gotteskrieger sind noch nicht geschlagen. Foto: Arnaud Roine

Französische Soldaten und Regierungstruppen in Mali haben die Stadt Kona zurückerobert. Doch die Gotteskrieger sind noch nicht geschlagen. Foto: Arnaud Roine

dpa

Französische Soldaten und Regierungstruppen in Mali haben die Stadt Kona zurückerobert. Doch die Gotteskrieger sind noch nicht geschlagen. Foto: Arnaud Roine

Bamako/Berlin (dpa) - Mit massiver französischer Unterstützung drängen die malischen Truppen die islamistischen Rebellen weiter zurück nach Norden. Regierungsverbände eroberten die strategisch wie symbolisch wichtige Stadt Kona in der Landesmitte zurück.

Die Erstürmung Konas durch Islamisten hatte vergangene Woche die Furcht vor einer Eroberung ganz Malis durch die Dschihadisten ausgelöst und Frankreich bewogen, militärisch in Mali einzugreifen.

«Wir haben Kona völlig unter Kontrolle, nachdem wir dem Feind schwere Verluste zugefügt haben», erklärten Malis Streitkräfte am Freitag. In den Reisfeldern im Umland der Stadt wurde aber offenbar weiter gekämpft. Unabhängige Berichte von vor Ort gab es nicht.

Die malischen Truppen rückten am Freitag weiter in Richtung auf die von Rebellen gehaltene Stadt Douentza vor. Weitere Verbände stünden in Niono, rund 60 Kilometer vor Diabali, bereit, hieß es. Die teilweise mit Waffen aus geplünderten libyschen Beständen ausgerüsteten Islamisten zeigten sich besser gewappnet als erwartet.

Die Intensivierung des Boden- und Luftkrieges ließ den Strom der Flüchtlinge anschwellen. Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) erklärte in Genf, mehr als 700 000 Menschen könnten sich zur Flucht gezwungen sehen. «Unsere aktuellen Planungen sind eingestellt auf bis 300 000 Menschen, die innerhalb Malis Zuflucht suchen, und 407 000, die in benachbarte Länder fliehen», sagte UNHCR-Sprecherin Melissa Fleming.

Seit dem Frühjahr 2012 seien vor Kämpfen im Norden des Landes rund 230 000 Menschen innerhalb Malis und fast 150 000 in benachbarte Länder geflohen. Das UNHCR baue seine Nothilfe-Kapazitäten in Algerien, Guinea, Mauretanien, Burkina Faso, Niger und Togo aus.

Die westafrikanische Mali-Truppe nimmt langsam Gestalt an. Nigeria erhöhte nach einem Bericht der Zeitung «This Day» seine Zusage für die Eingreiftruppe um 300 auf 1200 Mann. Die USA vermieten den Franzosen für Truppentransporte Transportflugzeuge.

Die Bundeswehr brachte zwei Transall-Maschinen auf den Weg, um afrikanische Truppen nach Mali fliegen zu können. Die Transall sollen an diesem Samstag in Bamako Sanitätsmaterial entladen und dann nach Senegal weiterfliegen. Kampftruppen stellt Deutschland nicht.

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, Ruprecht Polenz, schloss weitere Hilfsmaßnahmen für den Einsatz französischer und afrikanischer Truppen nicht aus. Möglicherweise müsste der Bundestag in den kommenden Wochen darüber entscheiden. «Allein aufs Militär zu setzen, wird eine Lösung nicht herbeiführen», sagte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk.

Die Linksfraktion dringt weiter auf ein Bundestagsmandat schon für den Transall-Einsatz. Sie behält sich rechtliche Schritte bis hin zum Bundesverfassungsgericht vor. Der außenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Rolf Mützenich, forderte die Bundesregierung auf, den Bundestag bei allen weiteren Schritten unverzüglich zu informieren.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer