Von Andreas Landwehr
VW stellt den neuen Beetle vor, Daimler zeigt sein Konzept für die A-Klasse.
Shanghai. Mit neuen Modellen und Milliardeninvestitionen liefern sich die großen Autokonzerne ein Wettrennen auf dem größten Wachstumsmarkt in China. Zwei Weltpremieren standen am Montag im Vorfeld der Automesse in Shanghai im Mittelpunkt: der neue VW Beetle und die neue A-Klasse.
VW will mit dem neuen Beetle das Erbe des Käfers fortschreiben
China sei das „Gravitationszentrum des Wachstums“, sagte VW-Chef Martin Winterkorn bei der Präsentation des „Beetle des 21. Jahrhunderts“. Mit dem neuen Beetle will VW das Erbe des Käfers fortschreiben. „Der Käfer steht wie kein anderes Auto für das, was Volkswagen für das Auto getan hat“, sagte Winterkorn. Der Start in Shanghai sei symbolisch, „weil China heute zu Volkswagen gehört genau wie der Beetle“. Die Messe wird am Mittwoch eröffnet.
„Jedes Auto, das wir bauen, können wir auch verkaufen“
Bei VW soll der Absatz in China in diesem Jahr um acht bis zwölf Prozent steigen, was „eher konservativ“ geschätzt sei, sagte China-Chef Karl-Thomas Neumann. Ein Zuwachs für Volkswagen von 35 Prozent wie im vergangenen Jahr sei aber nicht mehr lange durchzuhalten, sagte er. „Wir fahren heute mit einer Auslastung von 135 Prozent. Jedes Auto, das wir bauen, können wir verkaufen. Wenn wir mehr bauen, könnten wir auch mehr verkaufen.“
Auch Deutschland profitiere von dem Boom in China, so Neumann. 2010 habe Volkswagen 140.000 Motoren, 400.000 Getriebe und 77.000 Autos nach China exportiert. Fast jeder zweite der 7.000 in Dresden gefertigten Phaeton-Modelle sei nach China verkauft worden.
Die neue Mercedes A-Klasse soll jüngere Kunden ansprechen
Auch Daimler demonstrierte mit der Premiere der neuen A-Klasse in Shanghai die Bedeutung des chinesischen Marktes. „Es gibt keinen besseren Ort, um über die Zukunft des Automobils und die Zukunft von Mercedes zu sprechen wie Shanghai“, sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche. Das Konzeptauto der A-Klasse sei „sehr nah am Endprodukt“. Der sportliche Kompaktwagen, der auf jüngere Kunden zielt, soll ab Jahresende gebaut werden. Ein oder zwei Modelle könnten auch in China hergestellt werden.
Der US-Konzern General Motors hat am Montag sein erstes nur für den chinesischen Markt bestimmtes Auto präsentiert. Der Baojun 630 wird zwischen 10.000 Dollar und 15.000 Dollar (7.000 und 10.400 Euro) kosten. GM produziert die Limousine mit 1,5-Liter-Motor gemeinsam mit der Shanghai Automotive Industry und Wuling Motors.
Der US-Konzern wirbt mit dem Baojun (auf Deutsch etwa: geschätztes Pferd) vor allem um die chinesische Mittelklasse. Der Verkauf soll noch im April beginnen.
Zetsche nannte China den „Markt der Zukunft“. Mercedes verkaufte im Reich der Mitte im ersten Quartal mit 43.990 Autos 86 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Unter den Oberklasse-Herstellern hat Mercedes in China das höchste Wachstum.





Deutsche Bank / Realtime Indikation