Die brennende Ölplattform «Deepwater Horizon» am  22. April 2010. Foto: US Coast Guard/Archiv
Die brennende Ölplattform «Deepwater Horizon» am 22. April 2010. Foto: US Coast Guard/Archiv

Die brennende Ölplattform «Deepwater Horizon» am 22. April 2010. Foto: US Coast Guard/Archiv

dpa

Die brennende Ölplattform «Deepwater Horizon» am 22. April 2010. Foto: US Coast Guard/Archiv

London (dpa) - Beim britischen Ölkonzern BP ist der Gewinn im vergangenen Jahr um die Hälfte eingebrochen. Unter dem Strich verdiente der Ölgigant im Jahr 2012 rund 11,58 Milliarden Dollar (8,56 Mrd Euro). Im Jahr zuvor waren es noch 25,7 Milliarden Dollar.

Rechnet man die Ölpreisschwankungen heraus, lag der Gewinn 2012 bei 17,6 Milliarden US-Dollar, im Vergleich zu 21,7 Milliarden Dollar im Jahr zuvor.

Damit fiel BP im Wettlauf der westlichen Öl-Riesen zurück. Der britisch-niederländische Shell-Konzern hatte dank deutlich gestiegener Produktion im vergangenen Jahr einen Gewinnanstieg verzeichnen können. Die drei großen US-Konzerne ExxonMobil, Chevron und ConocoPhillips konnten ihre Ergebnisse im Vergleich zu 2011 trotz der gesunkenen Ölpreise fast stabil halten.

BP konnte im vergangenen Jahr wie auch die US-Konkurrenz von ExxonMobil vor allem im so genannten Downstream-Geschäft - etwa bei den Raffinerien und beim Verkauf von Benzin - punkten. Mit fünf Milliarden Dollar wurde das Ergebnis erneut durch Kosten wegen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im April 2010 belastet. Insgesamt rechnet BP mit Kosten von mehr als 42 Milliarden Dollar für die Nachwirkungen der Explosion der Ölplattform «Deepwater Horizon».

Der Konzern hat sich inzwischen mit den meisten betroffenen Privat- und Geschäftsleuten sowie mit den Strafverfolgungsbehörden in den USA geeinigt. Es stehen nun noch Entschädigungszahlungen für fünf Bundesstaaten sowie die Regierung in Washington aus - etwa für Umweltschäden und Tourismusausfälle. Der entscheidende Zivilprozess soll am 25. Februar in New Orleans beginnen.

Firmenchef Bob Dudley sprach sich am Dienstag für eine Fortsetzung der Aktivitäten in Algerien aus, wo auf einem von BP mitbetriebenen Gasfeld bei einem Terroranschlag mehrere Dutzend Menschen, darunter 37 Ausländer starben. «Wir arbeiten mit unseren Partnern daran, die Auswirkungen des Vorfalls aufzunehmen und haben die Absicht, die Aktivitäten weiterzuführen sobald es sicher ist», sagte Dudley. BP sei in Algerien bereits seit 60 Jahren aktiv.

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet BP wieder einen Zuwachs bei der Förderung von Öl und Gas. Der Konzern wird nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im Jahr 2010 umgebaut und trennt sich von Unternehmensteilen. So wird unter anderem die milliardenschwere 50-Prozent-Beteiligung an der russischen Festland-Öl-Gesellschaft TNK-BP an den Konkurrenten Rosneft verkauft. Der Prozess soll bis 2014 abgeschlossen sein. Bis zu diesem Zeitpunkt sollen auch 15 neue Großprojekte in aller Welt den Betrieb aufnehmen.

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