Zwar wurde der Abwärtstrend gestoppt, aber der Markt wandelt sich immer schneller.

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Die Cebit 2011 - ein Ende des Abwärtstrends.

Hannover. Die Erleichterung der Cebit-Verantwortlichen ist nicht zu übersehen. Endlich gelang es, den Abwärtstrend der größten IT-Messe der Welt, Aushängeschild für den Technologie-Standort Deutschland, zu stoppen.

War in diesem Jahr alles besser?

Vor einem Jahr konnte Messe-Vorstand Ernst Raue nur versprechen, dass alles besser wird. Die Cebit 2010 hatte statt der anvisierten Wende einen weiteren Rückgang der Ausstellerzahl gebracht, der Bedeutungsverlust war greifbar. Jetzt fielen zum Abschluss der fünftägigen Cebit viele Superlative. Die Cebit habe sich als Trendsetter erwiesen und sei stärker als je zuvor, sagte Raue.

Herrscht jetzt purer Optimismus?

Nein, beispielhaft sind zwei weitere Ereignisse, die in die Cebit-Woche fielen: Der Elektronik-Riese Samsung lud nach Hamburg ein, Apple präsentierte in San Francisco die zweite Generation seines iPad-Tablets. So unterschiedlich die Termine waren, eines hatten sie gemeinsam: Das Fehlen von Respekt für die Großveranstaltung in Hannover.

An wen richtet sich die Messe?

Als ein Teil der Großen vor einigen Jahren beschloss, dass Verbraucher nur das Geschäft stören, wurde „das Profil der Cebit als Business-Messe geschärft“. Hinzu kam der Aufstieg von Internet-Geschäftsplattformen, mit denen eine Messereise im Vergleich zu früher weniger wichtig wurde. Spezialisierte Konkurrenz-Veranstaltungen gewannen an Anziehungskraft. Dann schlug auch noch die Wirtschaftskrise ein. Die Folgen: Aussteller wanderten ab, die Zahl der Besucher fiel, der Glanz der Cebit verblasste.

Wie zeigt sich der Wandel?

Dass die Verbraucher wieder willkommen sind, erklärt der Präsident des Branchenverbandes Bitkom, August-Wilhelm Scheer, damit, dass sich das Geschäft der Unternehmen verändert habe. Einen Beleg für die Wandlungsfähigkeit lieferte auch Microsoft, die Windows-Bastion, die heute aufs Cloud Computing (Datenspeicherung im Internet statt auf der eigenen Festplatte) setzt. Doch der Wandel geht noch tiefer – und die Cebit-Stammaussteller werden sich nicht unbedingt auf der Gewinnerseite wiederfinden.

Wird die Cebit in Zukunft bestehen?

Schon als die Cebit vor 25 Jahren ihr eigenständiges Leben begann, war der Begriff „IT-Branche“ eine Vereinfachung. Inzwischen haben sich viele verschiedene Industrien herausgebildet, die eigene Interessen haben. PC-Bauer, Handy-Hersteller, Netzbetreiber, Internet-Konzerne, Industrieausrüster, Softwareentwickler, Unterhaltungselektronik-Spezialisten. Von Anfang an kämpfte die Cebit mit dem Problem, diese unterschiedlichen Akteure zusammenzubringen.

Während der Cebit kappten die Marktforscher ihre Prognose für das Wachstum des PC-Marktes. Der Grund: Die Ausbreitung von Tablets wie Apples iPad. Apple-Chef Steve Jobs sieht schon eine „Post-PC-Welt“ aufkommen, in der Smartphones und Tablets die Rolle traditioneller Computer zurechtstutzen. Bereits heute werden mehr High-Tech-Telefone als PCs verkauft. Die „heißesten“ Unternehmen in der heutigen IT-Branche heißen Apple, Google, Facebook. Für sie spielt die Cebit keine große Rolle. Die Messe ist zwar für genügend Unternehmen wichtig, fraglich ist aber, ob der Anspruch gehalten werden kann.

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