Zum ersten Mal nach der Einführung seines Hoffnungsträgers Windows 8 hat Microsoft seine Geschäftszahlen präsentiert. Foto: Justin Lane/Archiv
Zum ersten Mal nach der Einführung seines Hoffnungsträgers Windows 8 hat Microsoft seine Geschäftszahlen präsentiert. Foto: Justin Lane/Archiv

Zum ersten Mal nach der Einführung seines Hoffnungsträgers Windows 8 hat Microsoft seine Geschäftszahlen präsentiert. Foto: Justin Lane/Archiv

dpa

Zum ersten Mal nach der Einführung seines Hoffnungsträgers Windows 8 hat Microsoft seine Geschäftszahlen präsentiert. Foto: Justin Lane/Archiv

Redmond (dpa) - Der Umbruch vom PC hin zu Tablet-Computern und Smartphones macht Microsoft weiterhin zu schaffen. Zwar hat sich das frisch herausgekommene und mit viel Aufwand beworbene Windows 8 zu Weihnachten besser verkauft als die Vorgängerversion vor einem Jahr.

Gleichzeitig schwächelte aber die Business-Sparte mit den wichtigen Office-Büroprogrammen. Zudem nagten hohe Marketing- und Vertriebskosten für die Einführung des neuen Betriebssystems an den Einnahmen. Unterm Strich fiel der Gewinn im zweiten Geschäftsquartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4 Prozent auf 6,4 Milliarden Dollar (4,8 Mrd Euro), wie Microsoft am Donnerstag berichtete. Zum Vergleich: Erzrivale Apple hatte von Oktober bis Dezember mehr als doppelt so viel verdient.

Allerdings war die Apple-Aktie um mehr als 10 Prozent eingebrochen, nachdem der iPhone- und iPad-Hersteller seine Geschäftszahlen vorgelegt hatte. Denn das bislang steile Wachstum flachte ab und der Gewinn stagnierte. Im Falle von Microsoft sank die Aktie im vorbörslichen New Yorker Handel moderat um 1 Prozent.

Windows 8 hat den Markt zwar nicht im Sturm erobert - dafür bekam Microsoft zuviel Gegenwind durch die schrumpfenden Verkäufe von PCs, auf denen üblicherweise Windows vorinstalliert ist. Doch Konzernchef Steve Ballmer zeigte sich zufrieden. Das neue Betriebssystem habe die Kunden begeistert, erklärte er. Es verkaufte sich mehr als 60 Millionen Mal.

Dank der gestiegenen Windows-Verkäufe legte der konzernweite Umsatz um 3 Prozent auf 21,5 Milliarden Dollar zu. Die Windows-Sparte alleine verbesserte sich um 24 Prozent. Der Konzern drückt seine wichtigste Software noch bis zum 31. Januar mit Kampfpreisen in den Markt: Ein Upgrade für den PC kostet derzeit in Deutschland knapp 30 Euro. Die wichtige Business-Sparte büßte dagegen 10 Prozent ihres Umsatzes ein. Demnächst steht eine neue Office-Version an, was möglicherweise manche Kunden beim Kauf hatte zögern lassen.

Microsoft schlüsselte nicht auf, wie viel Umsatz der Konzern nur mit dem für die Bedienung per Fingerstreich optimierten Windows 8 gemacht hat. Bei vielen Geschäftskunden läuft auf den Arbeitsplätzen derzeit noch das betagte Windows XP. In diesem Jahr dürften viele von ihnen erst einmal auf Windows 7 umsteigen, das parallel weiter verfügbar sein wird, sagte Bob O'Donnell, Analyst bei der Marktforschung IDC der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Vor allem Unternehmen dürften an Windows 7 zu schätzen wissen, das sich das System bereits ausführlich im Praxistest bewährt hat.

Windows 8 war am 26. Oktober in den Verkauf gegangen. Das Markenzeichen sind die großen bunten Farbflächen zum Starten von Programmen - ideal für berührungsempfindliche Bildschirme. Es ist die wichtigste Neuvorstellung seit Jahren: Mit Windows 8 will Microsoft einen Fuß ins boomende Geschäft mit Tablet-Computern und Smartphones bekommen. Das Betriebssystem läuft in Spezialversionen auch auf diesen mobilen Geräten. Bislang geben im mobilen Markt Apple mit iPhone und iPad sowie Google mit seinem Android-System den Ton an.

Um in den Tablet-Markt vorzudringen, kommt Microsoft mit einem eigenen Modell namens Surface erstmals auch seinen langjährigen Hardware-Partnern in die Quere. Die Tablets werden zunächst ausschließlich online vertrieben. Wie viele Geräte das Unternehmen abgesetzt hat, gibt Microsoft bislang nicht an. Anfang Februar kommt zunächst in den USA auch ein erstes Surface-Tablet mit der Pro-Version von Windows 8 heraus, die die Leistung eines vollständigen PCs aufs Tablet bringen soll.

Als weiterhin verlustreich erwies sich für Microsoft das Internet-Geschäft rund um die Suchmaschine Bing und das Portal msn.com. Allerdings konnte Microsoft das Minus eindämmen.

Mit dem Unterhaltungsgeschäft rund um die Spielekonsole Xbox verdiente der Konzern mehr Geld, wenngleich die Verkäufe rückläufig waren. Die Xbox 360 sei in den USA die meistverkaufte Konsole, betonte Microsoft. Und als einziger Konsolenhersteller mache Microsoft inzwischen ein profitables Geschäft. Für dieses Jahr wird erwartet, dass sowohl Sony eine Nachfolgerin der Playstation 3 als auch Microsoft eine neue Xbox auf den Markt bringen werden.

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