Fraport holt Mitarbeiter an Verhandlungstisch zurück. Streiks blieben zuletzt ohne größere Wirkung.

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Großbild dpa

Ein Fahrzeug der Vorfeldaufsicht fährt vor zwei Lufthansa-Maschinen her.

Frankfurt. Fraport-Chef Stefan Schulte hatte eine Erfolgsstory zu verkünden: An die 90 Prozent der Flüge am größten deutschen Flughafen konnten am Mittwoch stattfinden, als ob es den tagelangen Streik von rund 200 Beschäftigten in Schlüsselpositionen auf dem Vorfeld nie gegeben hätte.

Von langer Hand hatte das Unternehmen Ersatzleute trainiert, die nach anfänglichen Schwierigkeiten immer besser Tritt gefasst haben. Zu Beginn des Streiks fiel am Donnerstag vergangener Woche noch jeder zweite Flug aus, am Mittwoch war es nur noch gut jeder zehnte.

Der Flughafen hat inhaltlich bisher nicht nachgegeben

Schulte kostete seinen vorläufigen Triumph nicht allzu sehr aus, denn die Verhandlungen mit der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) werden noch zäh genug. Fast hastig hat die Gewerkschaft am Mittwoch das Verhandlungsangebot Schultes angenommen, obwohl dieser inhaltlich nicht hinter seine bisherige Position zurückgewichen ist.

In dem Schreiben an GdF-Tarifvorstand Markus Siebers heißt es erst: „Beide Seiten sollten mit einem neuen Start ohne Vorbedingungen Lösungen suchen. Einzige Voraussetzung für Gespräche ist die Aussetzung des Streiks.“ Dann nennt Schulte bekannte Positionen, für die er es auf den Arbeitskampf ankommen ließ: Lediglich für die 85 Vorfeldlotsen sei die Forderung in Ordnung. Auf dem Niveau des Pilotabschlusses von München wird bald auch in Frankfurt gezahlt.

Angelernte Beschäftigte sollen keine 60 000 Euro verdienen

Das gilt aber keineswegs für die geringer qualifizierten Flugzeug-Einweiser in den „Follow-Me-Autos“ und die Verkehrsplaner. „Das ist eigentlich ein normaler Bürojob“, sagt Schulte beispielsweise über die 29 Leute, die auf dem Flughafen die jeweiligen Gates und Parkpositionen für die Flugzeuge planen. Warum die angelernten Beschäftigten im Jahr bis zu 60 000 Euro verdienen sollten, könne er nicht verstehen.

Lufthansa gab Fraport trotz hoher Verluste Rückendeckung

Da sich der Flugbetrieb nur langsam normalisiert, muss heute noch mit einigen Ausfällen gerechnet werden. Allein die Lufthansa hat für heute 155 Flüge von oder nach Frankfurt gestrichen.

Insgesamt sind an fünf Streiktagen mehr als 1100 Flüge ausgefallen, die wenigsten am vorerst letzten Streiktag gestern (174).

Der Flughafen verlor durch den Streik mehrere hunderttausend Euro Umsatz pro Tag. Die Lufthansa sprach von Gesamt-Umsatzausfällen im hohen zweistelligen Millionenbereich.

Bei seiner Strategie hatte Fraport ganz offensichtlich die Rückendeckung von Luftfahrtindustrie und Politik. Trotz täglicher Millionenverluste stärkte Hauptkunde Lufthansa Schulte den Rücken, über personelle Hilfen kann nur spekuliert werden.

Die GdF hat bereits mit neuen Streiks gedroht, sollten die Verhandlungen abermals scheitern. Wer jedoch nur jeden zehnten Flug ausfallen lassen kann, muss möglicherweise zurückstecken.

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