Von Georg Ismar
Verbraucher können für 2011 auf Entlastung hoffen. Das milde Klima macht es möglich.
Trotz gestiegener Energiepreise können die Deutschen, die mit Gas heizen, mit niedrigeren Heizkosten rechnen – dank des Wetters.
Berlin. Im Herbst hatten viele Verbraucher Hiobsbotschaften in ihrem Briefkasten. Ein strenger Winter führte zu teils saftigen Nachzahlungen von mehreren hundert Euro für das Jahr 2010. Das dürfte in diesem Jahr ganz anders aussehen. Das vergangene Jahr gehörte laut Deutschem Wetterdienst (DWD) zu den fünf wärmsten Jahren seit 1881.
Die Heizkosten sind in den letzten Jahren stark gestiegen
Trotz teils saftiger Preiserhöhungen sanken die Gaskosten nach Angaben des Verbraucherportals toptarif.de auf das Jahr gesehen um 15 Prozent. Das mache bei einem Haushalt mit einem Verbrauch von 15 900 Kilowattstunden Gas pro Jahr rund 160 Euro weniger aus – bei Einfamilienhäusern seien sogar 200 bis 300 Euro Ersparnis möglich.
Viele Mieter können sich daher wohl auf Rückzahlungen freuen, auch wenn Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund vorsichtig ist. „Im ersten Quartal 2011 gab es immer noch einen sehr hohen Verbrauch.“ Aber es fiele auf, dass die Leute angesichts der Kosten mehr Energie sparten.
Wie stark sich die Spirale zuletzt nach oben drehte, zeigen Zahlen aus dem Heizspiegel des Mieterbunds für 2010. Damals kostete das Beheizen einer 70-Quadratmeter-Wohnung mit Heizöl durchschnittlich 850 Euro. Das waren 220 Euro mehr als noch 2009. Mieter mit Erdgasheizungen zahlten 805 Euro und damit 20 Euro mehr. Die Heizkosten für Fernwärme stiegen ebenfalls um 20 Euro auf 880 Euro.
Die Preissteigerungen gingen auch 2011 ungebremst weiter – nur, dass diesmal der Wettergott mitspielte. Daher geht auch der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) von sinkenden Heizkosten für 2011 aus. „Die Witterung hat zumindest bei Privatkunden dazu geführt, dass der Verbrauch sinkt und damit auch die Kosten“, sagt Sprecher Frank Brachvogel. Beim BDEW deuten die Zahlen für 2011 auf einen deutlich sinkenden Brennstoffeinsatz von Erdgas für die Strom- und Wärmeerzeugung in deutschen Kraftwerken hin.
Experten sind für das laufende Jahr nicht so optimistisch
In Deutschland lag die Durchschnittstemperatur 2011 bei 9,6 Grad (Vorjahr 7,8 Grad). Es dürfte damit knapp zu den fünf wärmsten Jahren seit 1881 gehören. Der Dezember war mit einer Durchschnittstemperatur von vier Grad 7,3 Grad wärmer als der Dezember 2010.
Mit 1824 Stunden war 2011 zudem das drittsonnenscheinreichste Jahr der vergangenen 50 Jahre.
Doch das könnte nur eine Momentaufnahme sein – auch wenn der aktuelle Winter erneut mild ist. Für 2012 drohen höhere Rechnungen, sagt Daniel Dodt von toptarif.de. Der hohe Ölpreis könne zu Erhöhungen beim Gas führen. „So folgt der Gaspreis in langfristigen Lieferverträgen den Preisentwicklungen beim Öl meist mit einem Abstand von sechs Monaten.“





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