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LokalesKreis MettmannWülfrath / Ratingen / Velbert
9. Februar 2010 - 18:27 Uhr
Neviges: Musikalische Vielfalt soll bleiben
von Reinhard Lüdeke
Weil sich die evangelische Gemeinde keinen Kantor mehr leisten kann, müssen die Chöre und Gruppen nun nebenamtlich geleitet werden. Gesucht werden neue Dirigenten.
 
 

Neviges. Die Vielfalt der Kirchenmusik in der evangelisch-reformierten Gemeinde Neviges soll erhalten bleiben: Vertreter der kirchlichen Musikgruppen bekräftigten jetzt, dass sie auch nach dem Wechsel von Kirchenmusikerin Tzvetanka Vassileva Spruck an ein Wuppertaler Gymnasium allesamt ihre Arbeit fortsetzen wollen.

Die musikalischen Leitungsaufgaben allerdings können nur noch nebenamtlich vergeben werden: Eine Kantorenstelle bisheriger Prägung, wie sie bis Spruck inne hatte, wird sich die Gemeinde unter den gegebenen Sparzwängen nicht mehr leisten können, unterstrich Pfarrer Detlef Gruber.

Neben dem acht Bläser zählenden Posaunenchor, dem 25-köpfigen vierstimmigen Kirchenchor und dem elf Mitglieder zählenden Kinderchor gibt es einige weitere Gruppen: Der CVJM-Singkreis „Lichtblick“ mit zwanzig Sängern zwischen zwanzig und fünfzig Jahren wird seit 15 Jahren von Matthias Schnabel geleitet. Der Tönisheider betreut als Bundesposaunenwart des CVJM-Westbundes außerdem beruflich 420 Posaunenchöre in vier Bundesländern.
Seit drei Jahren gibt es außerdem die aus fünf jungen Leuten bestehende Band „Crash“, die unter anderem bei Jugendgottesdiensten, Konfirmationen und Gemeindefesten spielt: „Jugendarbeit geht ohne Musik grundsätzlich gar nicht“, sagt Jugendleiter René Görtz.
/Kindergarten Mit den Kleinsten im Kindergarten singt Stephan Schnautz, der außerdem jeden Donnerstag an der Gitarre und mit Elisabeth Tilling an der Querflöte den Schulgottesdienst in der Stadtkirche, seit Herbst auch den im Siepen musikalisch gestaltet.

Posaunenchor verhandelt bereits mit einem Blasmusiker

Auf der Suche nach einem neuen Dirigenten ist nun der Posaunenchor, der bereits mit einem Blasmusiker in Verhandlungen steht. Das aus acht Bläsern bestehende Ensemble – darunter zwei Jugendliche von zehn und 16 Jahren – spielt zur Zeit unter Leitung von Anneliese Iffland. Die Option, zu anderen Posaunenchören zu wechseln, kam für die Gruppe nicht in Frage, die Nevigeserin sieht das Ensemble vielmehr vor einem Neubeginn. So konnten bereits zwei neue Mitglieder geworben werden.

Kirchenchor probt gemeinsam mit den katholischen Nachbarn

Auch der Kirchenchor will auf jeden Fall weitermachen und „als eigenständige Gruppe in der Gemeinde bestehen bleiben“, fasste Sprecher Jürgen Marckwort das Ergebnis einer Mitgliederversammlung zusammen. Der katholische Pfarr-Cäcilien-Chor habe angeboten, die evangelischen Nachbarn aufzufangen, bis eine neue Leitung gefunden ist.

Der Chor, der den Februar hindurch interimsweise vom Langenberger Kirchenmusiker Peter Nowitzki dirigiert wird, probt daher ab März gemeinsam mit den katholischen Sängern: „Das gibt uns die Zeit, uns in Ruhe nach einer geeigneten Leitung umzuschauen“, so Marckwort.

Die ökumenische Zusammenarbeit der Chöre hat eine jahrzehntelange Tradition: So führte der langjährige evangelische Dirigent Otto Heinz Krause auch zwei Jahre lang musikalisch den katholischen Kirchenchor. Immer wieder unterstützen sich die beiden Gruppen, arbeiten aktuell an zwei Projekten zusammen.

Außerdem werde der Chor nach Abstimmung mit den Geistlichen beider Gemeinden unter katholischer Leitung auch evangelische Gottesdienste musikalisch gestalten, sagte Marckwort. Er dankte der Organistin Ursula Klose, der Chor-Vorsitzenden Mechthild Wessling und insbesondere dem katholischen Pfarrer Bruder Damian Bieger dafür, dass diese Zusammenarbeit möglich wurde.

Ob es weiterhin einen Kinderchor geben wird, hängt vom Interesse ab

Offen ist hingegen noch die Zukunft des Kinderchors. Man habe die Eltern angeschrieben, ob Interesse am Fortbestand des Chores bestehe und warte nun auf die Rückmeldungen, so Pfarrer Gruber: „Wenn die Kinder weiter singen möchten, sollen sie auch eine Chorleitung bekommen.“

Für die Stadtkirche fehlt noch ein Organist

Einen Organisten sucht die Gemeinde noch für die Stadtkirche, in der die Orgel bei Gottesdiensten derzeit mit Vertretungskräften besetzt ist. Im Siepen spielt das Instrument weiterhin Jürgen Benninghoven, und in Altenheim, Krankenhaus und bei Beerdigungen steht auch künftig Reinhard Linke bereit.


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