Der Blick zurück hat derzeit Konjunktur in Burscheid.

Szene aus dem gezeigten Film: Die Wirtschaft „Zur alten Post“ in der Kirchenkurve beherbergte eine Wirtschaftsausstellung.
Szene aus dem gezeigten Film: Die Wirtschaft „Zur alten Post“ in der Kirchenkurve beherbergte eine Wirtschaftsausstellung.

Szene aus dem gezeigten Film: Die Wirtschaft „Zur alten Post“ in der Kirchenkurve beherbergte eine Wirtschaftsausstellung.

Dietmar Reinighaus ist weiter auf Filmsuche.

Aufnahme aus den 1960er Jahren: das ehemalige Burscheider Kino in der Kirchenkurve , heute Gemeindehaus der Evangelischen Kirchengemeinde Burscheid.

Doro Siewert, Bild 1 von 3

Szene aus dem gezeigten Film: Die Wirtschaft „Zur alten Post“ in der Kirchenkurve beherbergte eine Wirtschaftsausstellung.

Burscheid. Eine Nostalgiewelle rollt durch Burscheid. Seit Monaten sorgen insbesondere auf der Facebook-Seite der geschlossenen Gruppe „Du bist aus Burscheid . . .“ alte Gruppenaufnahmen oder historische Fotos aus dem Stadtgebiet für begeisterte Kommentare der Erinnerung und Rätselraten über das gezeigte Motiv.

Und spätestens seit dem großen Andrang bei der Aufführung des digitalisierten Films zum 100-jährigen Stadtjubiläum 1956 scheint klar: Die Burscheider lieben den Blick zurück.

„Ich hatte gedacht, da kommen vielleicht 50 Leute“, war die Geschichtsvereins-Vorsitzende Anne Marie Frese auch am Montag noch von dem Andrang in der Hauptschulaula am Freitagabend überrascht.

„Als ich um zwanzig vor sechs kam, waren die Sitzplätze schon fast alle belegt.“ Ihre Erklärung: „Ich glaube, die Rückbesinnung auf die Geschichte und das Lokale hat auch mit der Globalisierung zu tun. Irgendwann haben es die Leute dicke und besinnen sich wieder auf ihre Wurzeln.“

Frese wird den 1956 verfassten Begleittext von Ernst Maibüchen zu dem Stummfilm in den nächsten Wochen noch überarbeiten und ergänzen. Der Text soll dann den DVDs beigelegt werden, mit denen der Geschichtsverein den gezeigten Film allen interessierten Burscheidern zugänglich machen will. Bis Montag lagen schon rund 80 Bestellungen vor.

Dietmar Reinighaus weiß von einem Video zum 125-jährigen Jubiläum

Den alten Filmaufnahmen auf die Spur gekommen war Dietmar Reinighaus, ehrenamtlicher Mitarbeiter im Arbeitskreis Archiv. „Ich hatte den Film mal 1978 im Kulturausschuss gesehen und war seit Jahren hinter ihm her.“

Vermutlich über den inzwischen pensionierten Hausmeister der Hauptschule, Günter Hoersch, sei der Streifen dann ins Stadtarchiv geraten. Auch auf Anregung von Silke Riemscheid wurde schließlih die öffentliche Aufführung nach der Digitalisierung in Angriff genommen.

Im Stadtarchiv lagern laut Reinighaus auch noch ein 90-minütiger WDR-Film über die „Musikstadt Burscheid“ aus dem Jahr 1980 und ein Film über einen „Tag des ausländischen Mitbürgers“ im Mai 1984. „Bei beiden Filmen würden sich sicherlich auch eine öffentliche Aufführung lohnen.“ Außerdem sucht Reinighaus noch nach einem Video zum 125-jährigen Stadtjubiläum 1981, das Kurt Führer im Auftrag der Stadt gedreht hat.

Das wäre sicher weiteres Anschauungsmaterial von Bedeutung. Denn das Interesse der Burscheider, sich, Bekannte oder Vertrautes auf den alten Aufnahmen wiederzuerkennen, ist ungebrochen.

Und wenn es sich nur um das Erschrecken handelt, das Anne Marie Frese beim der Filmvorführung verspürt hat, als es um eine Ausstellung zu den Burscheider Firmen in der Wirtschaft „Zur alten Post“ ging. „Bis auf Goetze gibt es heute keinen einzigen der gezeigten Betriebe mehr.“

Wer den Film zum 100-jährigen Stadtjubiläum bestellen will, hat dazu noch bis Mittwoch Zeit. Ansprechpartnerin ist Anne Marie Frese (Telefon 1804). Wer Hinweise zum Verbleib des Films zum 125-jährigen Stadtjubiläum hat, kann sich an Dietmar Reinighaus wenden (Telefon 82 84).

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