Anklageschrift nach dem Doppelmord von Hassels ist fertig. Das Motiv soll Habgier sein.

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Am 17. Juni 2010 wurden in der Altenbrückstraße ein 82-Jähriger und seine 39 Jahre alte Tochter erschossen.

Düsseldorf. Acht Monate ermittelte die Mordkommission, bis der Doppelmord von Hassels geklärt werden konnte. Im Juni 2010 waren Rentner Helmut S. (82) und seine Tochter Mara (39) in ihrer Wohnung an der Altenbrückstraße erschossen worden. Im Februar wurde sein Stiefsohn Detlef W. (56) festgenommen.

Er soll einen bezahlten Killer, den inzwischen 23-jährigen Johannes K,. angeheuert haben, der die beiden ermordet haben soll. Das jedenfalls geht aus der Anklageschrift vor, die jetzt von der Staatsanwaltschaft vorgelegt wurde.

Demnach hat der 56-Jährige den arbeitslosen Drogensüchtigen am 17. Juni 2010 bis zu der Wohnung gefahren. Auf dem Weg gab er ihm Handschuhe, eine Wollmütze, Klebeband und eine Pistole, die in einem Postpaket verpackt war. Um 7.20 Uhr klingelte der 23-Jährige und gab sich als Paketbote aus. Die ahnungslosen Opfer öffneten ihm.

Zunächst sperrte er Eleonore S. (82), die leibliche Mutter seines Auftraggebers, in einem Zimmer ein. Was danach folgte, war ein außergewöhnlich kaltblütiges Verbrechen. Helmut und Mara S. mussten sich gegenseitig mit Klebeband den Mund verbinden, die 39-Jährige zusätzlich noch die Augen ihres Vaters.

Danach musste die Yoga-Lehrerin vor dem Bett Knien, Helmut S. sich auf den Bauch legen. Laut Anklageschrift soll Johannes K. den Rentner dann mit zwei Kopfschüssen, die Tochter mit einem Kopfschuss getötet haben.

Das angebliche Motiv: Detlef W. hatte hohe Schulden bei seiner Familie. Seine Mutter hatte ihn immer wieder unterstützt. Nun wollte man ihn aber enterben. Darum soll der 56-Jährige den Entschluss gefasst haben, Stiefvater und Halbschwester ermorden zu lassen. Dann wäre seine Mutter Alleinerbin geworden. Offenbar ging Detlef W. davon aus, dass er dann später das Vermögen der Familie für sich haben würde.

Die Ermittler hatten den Bordellbesitzer bald im Verdacht. Eleonore S. hatte sich wenige Tage nach der Tat daran erinnert, dass ihr Sohn sich erkundigt hatte, wann bei der Familie immer die Post komme – obwohl er nie etwas geschickt hatte. Erst nach langer Telefonüberwachung wurde Detlef W. überführt, weil er von der Tat sprach.

Johannes K. ist bisher nur mit kleinen Delikten wie Fahren ohne Führerschein aufgefallen. Der Prozesstermin steht noch nicht fest.

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