Von Uwe-Jens Ruhnau und Alexander Schulte
Manager macht im Rathaus Druck. Politiker vertagen Entscheidung.
Düsseldorf. Die DEG steht mit dem Rücken zur Wand. Am Donnerstag fand deswegen bei Sportdezernent Burkhard Hintzsche ein Treffen der DEG-Spitze mit Sport-Politikern der Ratsfraktionen statt. Vorab hatte DEG-Geschäftsführer Elmar Schmellenkamp der Stadtspitze mehr oder weniger deutlich die Pistole auf die Brust gesetzt und um eine Bürgschaft für den Spieleretat gebeten. Diese müsste nach WZ-Informationen bei zwei Millionen Euro liegen, da es zumindest einige Sponsorenzusagen gibt. Der Spieleretat beträgt 2,8 Millionen Euro.
Offensichtlich drängt die Zeit sehr, denn da die Spieler nicht wissen, ob in der nächsten Saison genug Geld vorhanden ist, schaut sich der ein oder andere nun bereits nach einem neuen Arbeitgeber um. Schmellenkamp argumentiert so: Bis Sonntag, spätestens aber bis zum Monatsende, müsse der Verein Top-Spieler wie Patrick Reimer unter Vertrag nehmen, um dann um diese herum eine geeignete Mannschaft aufbauen zu können.
Geschäftsführer prüft sogar Anteilsscheine an der DEG
Ohne diesen Schritt gebe es keine Aussicht auf neue Sponsoren. Schmellenkamp lehnt es schon mit Blick auf seine persönliche Haftung ab, ohne eine Bürgschaft neue Verträge zu unterzeichnen. Komme es nicht zur Sicherheitsleistung, sehe er keine Chance mehr, der DEG noch seriös zu helfen. Der Geschäftsführer hat alternativ mit Banken gesprochen, ob sich die DEG für ein „going public“ eigne – es also wie bei einer Aktiengesellschaft zur Ausgabe von DEG-Anteilsscheinen kommen könnte. Ein erster Anlauf dafür bei einer Bank scheiterte, selbst wenn ein zweiter Erfolg hätte, müsste die Bürgschaft her. Für das Lizensierungsverfahren bei der DEL soll sie übrigens niedriger ausfallen. OB Elbers hat signalisiert, dass dies nicht an 100 000 Euro oder auch etwas mehr scheitern soll.
Politik will prinzipiell helfen, fordert aber erst mehr Fakten
Einige Tage Bedenkzeit baten sich die Politiker Donnerstag aus, in der kommenden Woche jedoch soll entschieden werden. „Das Gespräch war konstruktiv, aber das Thema ist komplex. Auf jeden Fall muss die DEG noch Daten und Fakten nachliefern“, sagt Dirk Sültenfuß (CDU). Günter Karen-Jungen (Grüne) betont prinzipielle Hilfsbereitschaft: „Das Ziel muss sein, erstklassiges Eishockey in Düsseldorf zu erhalten. Aber die DEG muss auch Konzepte vorlegen, die das kommunale Engagement rechtfertigen, ein Fass ohne Boden darf nicht entstehen.“ So sieht’s auch Jochen Wirtz (SPD): „Die DEG gehört zu Düsseldorf. Wir müssen da genauso helfen wie zuvor der Fortuna. Aber mittelfristig muss DEG natürlich auf eigenen Füßen stehen.“
Die Stadt hat ihren beiden Top-Proficlubs mehrfach unter die Arme gegriffen. Der Fortuna wurden 1,6 Millionen Euro Arena-Miete erst gestundet und dann Zug um Zug erlassen, als sie wieder zahlte. Der DEG kaufte die Stadt für knapp eine Million Euro Anzeigetafeln ab, seit 2008 wurde Miete zwischen 180 000 und 245 000 Euro jährlich erlassen, auch die Rheinbahn stundete fünfstellige Summen.
Die Düsseldorfer Eislaufgemeinschaft (DEG) wurde 1935 gegründet und entwickelte sich dann in ihrer Heimat – im Eisstadion an der Brehmstraße – zu einer der Top-Adressen im deutschen Eishockey. 2006 zogen die Profis in den neuen Dome in Rath um.
Acht Mal wurde die DEG Deutscher Meister: 1967, 1972 1975, 1990, 91, 92, 93 und 96. deg-metro-stars.de




