Firmen mit japanischen Wurzeln blicken angespannt ins Katastrophengebiet. Die IHK warnt: Die Lager sind bald leer.

Die Produktion japanischer Pkw läuft inzwischen nur noch mit Einschränkungen.
Die Produktion japanischer Pkw läuft inzwischen nur noch mit Einschränkungen.

Die Produktion japanischer Pkw läuft inzwischen nur noch mit Einschränkungen.

dpa

Die Produktion japanischer Pkw läuft inzwischen nur noch mit Einschränkungen.

Düsseldorf. Japanische Produkte sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken – Toyota, Nikon, Mitsubishi, Kikkoman, Canon, Yokohama, Mazda, Suzuki und Sony lauten bekannte Namen von Firmen. Viele von ihnen vertreiben von Düsseldorf aus Produkte, die mitten im japanischen Katastrophengebiet gefertigt werden.

Nikon beispielsweise mit Sitz am Tiefenbroicher Weg: „Es gab auch einen Todesfall in unserem Werk in Sendai“, erklärt Sprecher Markus Hillebrand. Zu drei weiteren Mitarbeitern in der Präfektur Miyagi gibt es auch vier Wochen nach dem verheerenden Beben keine gesicherten Informationen. Teile der Hafenstadt Sendai im Epizentrum wurden völlig zerstört und vom Tsunami überflutet. Neben diesem Nikon-Werk wurde auch das im nahen Miyagi erheblich beschädigt.

„Es gab aber keinen Kollaps bei uns“, sagt Hillebrand. Alle Firmen hätten den Betrieb am 30. März wieder aufgenommen. Dennoch ist die Produktion eingeschränkt. „Wir spüren das natürlich.“ Welche Geräte von einem Engpass betroffen sind, sei aber nicht bekannt, da Kameras auch in China und Taiwan gefertigt werden und auch „Unterbrechungen in logistischen Ketten“ drohten. Nikon Düsseldorf beliefert den Fachhandel – beispielsweise Media-Saturn.

Laut IHK-Geschäftsführer Gerhard Eschenbaum hängen Lieferengpässe jetzt auch von den Vorräten der Firmen ab. „Die Lagerbestände halten nicht mehr lange.“ Entscheidend sei aber ein anderes Problem: „Alles steht und fällt aber mit der Frage, ob die Japaner Fukushima in den Griff bekommen.“

Die Verstrahlung beschäftigt auch die Käufer hierzulande. „Wir hatten vereinzelte Anfragen von älteren Kunden, ob unsere Autos bestrahlt sein könnten“, berichtet Oliver Pielsch, Geschäftsleiter im Autopark Rath. Doch er konnte Entwarnung geben. „Die Produktionsstätte für unsere Mazda-Fahrzeuge liegt in Hiroshima, 1000 Kilometer von Fukushima entfernt. Und die Schiffsroute für den Transport läuft über den südlichen Pazifik an Taiwan vorbei.“

Mazda: Bestand an Neufahrzeugen ist für vier Monate gesichert

Die IHK-Düsseldorf hat für Firmen eine Faktensammlung zu den wirtschaftlichen Auswirkungen der Katastrophe erstellt. Sie kann beim Japan Desk des Hauses unter Telefon 0211/3557 227 (Nina Strobel) bezogen werden oder per Mail unter
strobel@duesseldorf.ihk.de

Dennoch ist die Produktion seit Montag eingeschränkt. Die Verfügbarkeit von Neufahrzeugen ist für vier Monate bis in den Sommer sicher, Ersatzteile sind ein halbes Jahr verfügbar. Besser sieht es für Suzuki-Autos im Angebot des Händlers aus. Sie werden in Ungarn und Indien hergestellt.

Auch Reifen Yokohama an der Monschauer Straße hat Glück im Unglück. „Wir haben mehrere Werke in Japan. Die befinden sich aber alle im Süden“, so Sprecherin Sabine Stiller. Und als Geschäfts-Segen für manche Hersteller zahlt sich jetzt das Motto aus: Nicht überall, wo Japan draufsteht, ist auch Japan drin. Die Firma Kikkoman an der Theodorstraße hat das zuliefernde Werk in den Niederlanden. Und die Zutaten zum Beispiel für die Soja-Sauce kommen aus Brasilien und Europa.

Betroffen ist auch Werkzeugmaschinenhersteller Mazak, der bald an die Theodorstraße kommt. Zwei Technologiezentren der Firma in den Städten Sendai und Ibaraki wurden beschädigt. Ein Team von Mazak-Technikern aus Deutschland hilft mit den eigenen Händen vor Ort.

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