Der Düsseldorfer gewann als erster Autor die beiden wichtigsten deutschen Kinderbuchpreise.

Porträt
Großbild Stefan Arend

Martin Baltscheit und die Symbole seines Erfolgs: Auf der Buchmesse in Frankfurt wurde er mit dem Jugendliteraturpreis in der Sparte Bilderbuch ausgezeichnet (rechts), der Deutsche Ärztinnenbund verlieh ihm die Silberne Feder.

Düsseldorf. Eigentlich wollte Martin Baltscheit es etwas ruhiger angehen lassen, seit er vor drei Jahren Vater von Zwillingen wurde. Doch in den vergangenen Monaten war der 46-Jährige so erfolgreich wie noch nie. Für sein Buch „Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor“ wurde er mit den beiden wichtigsten deutschen Kinderbuchpreisen ausgezeichnet. Das ist vor ihm noch keinem Autor gelungen.

Besonders spannend war es im Oktober bei der Frankfurter Buchmesse. Bereits zweimal war der Düsseldorfer für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert – und war ohne die Auszeichnung zurückgekehrt. Im dritten Anlauf hat es endlich geklappt: „Der Saal war voll Fachpublikum, das normalerweise sehr reserviert ist. Aber als ich den Preis bekam, haben sich alle gefreut. Das fand ich toll.“

Freunde haben eine Überraschungsparty organisiert

Zu Hause wollte Baltscheit eigentlich ganz ruhig mit einem Glas Sekt anstoßen. Aber Freunde und Nachbarn hatten eine Überraschungsparty organisiert. Da wurde noch einmal das Urteil der Jury verlesen und danach gab es stilvoll Füchschen-Alt. Schließlich geht es in dem Buch ja auch um einen Fuchs.

Schwierige Themen haben den Familienvater schon immer gereizt. Analphabetismus, aber auch Trennungsschmerz hat er in seinen Kinderbüchern schon verarbeitet. In seinem neusten Buch geht es um einen Fuchs, der an Demenz leidet. „Aber die Jury hat gesagt, dass ich den Preis nicht bekommen habe, weil das Thema gerade aktuell ist, sondern weil es ein gutes Kinderbuch ist“, sagt der Autor nicht ohne Stolz.

Schon im Juli war Baltscheit für dieses Werk mit der Silbernen Feder ausgezeichnet worden, dem Buchpreis des Deutschen Ärztinnenbundes.

Die eigenen Kinder sind eine Quelle der Inspiration

Martin Baltscheit ist 46 Jahre alt, geborener Düsseldorfer und Vater von drei Kindern. Er hat 30 Kinderbücher geschrieben, ist aber auch als Werbesprecher und Drehbuchautor erfolgreich.

Der Deutsche Jugendliteraturpreis wird von einer Jury bei der Frankfurter Buchmesse vergeben. Die Silberne Feder ist eine Auszeichnung, die vom Deutschen Ärztinnenbund gestiftet wurde. Beide würdigten das Buch „Vom Fuchs, der den Verstand verlor”

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Ob man als Kinderbuchautor ein besserer Vater ist, bezweifelt der 46-Jährige: „Das sind ganz verschiedene Talente. Ich verehre zum Beispiel Janosch sehr, der hat gar keine Kinder.“ Aber natürlich könne es nicht schaden, wenn Kinder schon früh eine Nähe zu Büchern bekommen. Und natürlich sind die eigenen Kinder auch immer eine Quelle der Inspiration.

Baltscheit schreibt übrigens nicht nur Kinderbücher, sondern auch Theaterstücke für Erwachsene. Mit dem Stück „Nur ein Tag“ ist er auch sehr erfolgreich, das steht an verschiedenen deutschen Bühnen auf dem Spielplan. Außerdem schreibt der 46-Jährige Drehbücher und arbeitet auch noch als Werbesprecher. Nur die Musik hat er inzwischen aufgegeben – Klavier gespielt wird nur noch zu Hause.

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