Klub droht die Insolvenz, für eine Rettung laufen Verhandlungen mit großen Investoren.

Auch wenn’s sportlich nicht läuft: Die Stimmung im Dome ist bei der DEG oft immer noch toll.  Archiv
Auch wenn’s sportlich nicht läuft: Die Stimmung im Dome ist bei der DEG oft immer noch toll.  Archiv

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Lange

Auch wenn’s sportlich nicht läuft: Die Stimmung im Dome ist bei der DEG oft immer noch toll.  Archiv

Düsseldorf. Die Düsseldorfer EG steht vor den vielleicht wichtigsten drei Wochen ihrer ruhmreichen Vereinsgeschichte. In denen dürfte sich entscheiden, ob Eishockey in der höchsten Spielklasse DEL noch eine Zukunft in Düsseldorf hat. Denn die DEG rückt der Pleite immer näher – bis Mitte Februar nur noch ist die Liquidität nach Informationen der WZ gesichert.

Zugleich aber gibt es Hoffnungsschimmer. Denn es laufen Geheimverhandlungen mit Beratern einer Sportvermarktungsagentur und Vertretern der Stadt, die Fäden zu großen internationalen Unternehmen gesponnen haben. DEG-Geschäftsführer Elmar Schmellenkamp legt höchsten Wert auf Diskretion und nennt deshalb keine Namen, bestätigt aber auf Nachfrage: „Ja, wir verhandeln über größere Dinge und Summen, denn nur noch das wird uns retten.“

Das wiederum bedeutet, dass es mit einem „normalen“ Trikotsponsor nicht mehr getan ist, gesucht wird ein Investor, der den Traditionsclub auf neuen Grund stellen kann. Denkbar wäre ein Coup wie in München, wo der österreichische Getränkehersteller Red Bull vor der Saison in letzter Sekunde den bankrotten EHC München übernahm und rettete.

2,4 Millionen Euro fehlen der DEG zur Sicherung des Etats für die Saison 2013/14. Bereits vor fast genau einem Jahr funkten die Gelb-Roten SOS und baten bei der Stadt um Übernahme einer Bürgschaft von bis zu 2,5 Millionen Euro. Oberbürgermeister Dirk Elbers und die Ratsfraktionen lehnten dies ab, gewährten aber einen einmaligen Sonderzuschuss von 450 000 Euro. Insgesamt unterstützt die Stadt den Klub mit rund 700 000 Euro im Jahr. Für die DEG hängt sehr viel davon ab, ob sie das auch weiterhin macht. Aus dem Rathaus ist zu hören, dass der Verein dafür erst mit eigenen Erfolgen bei der Sponsoren- oder Investorensuche vorlegen muss.

Auftritt der Toten Hosen brachte viel PR, aber kaum Geld

Ebenfalls im Januar 2012, ein paar Tage nach der Hilfszusage der Stadt, hatten die Toten Hosen ihren medienwirksamen Auftritt an der Brehmstraße: „Die DEG ist so wichtig wie Fortuna für Düsseldorf“, verkündete Campino damals. Die Band stellte ein gelb-rotes Totenkopftrikot vor und kaufte ein „Bekennerpaket“ für 10 000 Euro.

Die Sportagentur der Stadt hat in den letzten Jahren regelmäßig die DEG, Fortuna, die Handballer der HSG und die Basketballer der Giants mit rund 90 000 Euro unterstützt.

 Einen Trikotsponsor hat die DEG diese Saison nicht. Mit mehr als 100 000 Euro engagieren sich Klüh, die Stadtsparkasse, Stadtwerke und Schlösser Alt.

Das brachte der DEG zwar bundesweit reichlich Aufmerksamkeit, finanziell aber nicht viel. Dennoch lassen die Marketingstrategen nichts unversucht. Gut an kommt etwa der „Treue-Puck“, den Fans für 19,35 Euro kaufen können und der ihnen freien Eintritt garantiert, sollte die DEG in den nächsten 50 Jahren wieder mal im Finale um die Eishockeymeisterschaft stehen: „Davon haben wir über 1000 Stück verkauft“, sagt DEG-Sprecher Frieder Feldmann. Er weiß indes auch, dass für die Rettung schnell ganz andere Hausnummern folgen müssen.

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