Sascha Rösler (M.) und Tobias Levels im Zweikampf mit den Fürthern Gerald Asamoah (l.) und Sercan Sararer.
Sascha Rösler (M.) und Tobias Levels im Zweikampf mit den Fürthern Gerald Asamoah (l.) und Sercan Sararer.

Sascha Rösler (M.) und Tobias Levels im Zweikampf mit den Fürthern Gerald Asamoah (l.) und Sercan Sararer.

dpa

Sascha Rösler (M.) und Tobias Levels im Zweikampf mit den Fürthern Gerald Asamoah (l.) und Sercan Sararer.

Fürth. Die Ausgangslage für die Fortuna im Rennen um den Relegationsplatz war klar: Im vorletzten Saisonspiel der 2. Fußball-Bundesliga wollten sie Gastgeber Greuther Fürth möglichst die Aufstiegsparty vermiesen und mit einem Sieg als Dritter in den entscheidenden Spieltag kommendes Wochenende gehen. Am Ende haben die Fortunen den Aufstieg trotz des 1:1 (0:1) aber nach wie vor in der eigenen Hand. Vor allem dank der Ergebnisse der Konkurrenten SC Paderborn (1:0 gegen FSV Frankfurt) und St. Pauli (0:1 in Dresden), die sich nach wie vor hinten anstellen müssen und am letzten Spieltag direkt aufeinander treffen.

Wie erwartet war Fortuna-Trainer Norbert Meier zur gewohnten Viererkette in der Defensive zurückgekehrt, nachdem die Dreierkette gegen Union Berlin angesichts des 2:1 am vergangenen Sonntag zwar erfolgreich, aber doch sehr löchrig agiert hatte. Meier hatte Christian Weber erneut als Rechtsverteidiger gebracht, Tobias Levels auf die linke Seite geschickt. Die Hoffnungen auf eine Genesung von Jens Langeneke (Bluterguss in der Wade) hatten sich indes nicht erfüllt, so dass Juanan wieder als Innenverteidiger auflief. Der zuletzt ebenfalls angeschlagene Maximilian Beister war zwar überraschend beim Abschlusstraining am Samstag dabei, nahm aber zunächst nur auf der Bank Platz.

Die Unterstützung durch die Düsseldorfer Fans war angesichts der spannenden Ausgangslage entsprechend groß: Sogar „Toten Hosen“-Sänger Campino hatte sich unter die Anhänger im Gästeblock gemischt. Etliche Fortuna-Fans hatten sich trickreich über Umwege Karten für die Begegnung besorgt, so dass mehr als 3000 in Rot und Weiß dabei waren. Und sie sahen umkämpfte Anfangsminuten, in denen sich die Fortunen um Spielkontrolle bemühten. Andreas Lambertz prüfte zunächst mit einem 20-m-Flachschuss Fürths Torwart Max Grün (12.), der den Ball zur Ecke lenkte.

Die Fürther ließen lange ihre Spielstärke vermissen, die sie zum Aufstieg gebracht hatte. Bis in der 21. Minute zunächst Gerald Asamoah nach einem sehenswerten Spielzug die Latte traf und wenige Sekunden später Thomas Kleine per Kopfball auch noch den Pfosten. Damit waren Fortunen gewarnt, dass die Fürther trotz aller Aufstiegseuphorie stets gefährlich sein würden. So wie in der 26. Minute, als Christopher Nöthe Fortuna-Innenverteidiger Assani Lukimya den Ball abnahm, quer zu Tayfun Pektürk spielte, der aber zentral und trotz freier Schussbahn vorbeischoss. Glück auch wenig später: Erst klärte Sascha Rösler nach einem Schuss von Gerald Asamoah auf der Linie, beim zweiten Versuch wenig später griff Torwart Michael Ratajczak bei Asamoahs zweitem Versuch sicher zu (28.). Zu allem Unglück musste kurz darauf Routinier Rösler verletzt ausgewechselt werden (30.), was die ohnehin vorhandenen Verletzungssorgen noch vergrößerte. Denn auch Robert Almer, Johannes van den Bergh und Sascha Dum waren verletzungsbedingt nicht mitgekommen.

So geschah das, was sich längst angedeutet hatte: Wieder ließ sich Lukimya den Ball abnehmen, letztlich flankte Sercan Sararer geschickt vor das Tor, und Nöthe köpfte freistehend zum 1:0 ein (33.). Wenig später musste Ratajczak in höchster Not retten und einen Doppelpack der Fürther verhindern. Daran hatten die Fortunen zu knabbern, auch wenn Oliver Fink mit einem Flachschuss wieder ein Zeichen für die nun noch mehr nötigen Offensivbemühungen setzte. Die klaren und zwingenden Aktionen fehlten indes bis zur Pause, in die Fürth mit der verdienten Führung gehen konnte.

Grün – Nehrig (14. Pektürk), Kleine, Mavraj, Schmidtgal – Fürstner, Prib – Sararer (90.+2 Klaus), Schröck – Nöthe (84. Pekovic), Asamoah

Ratajczak – Weber, Lukimya, Juanan, Levels – Bodzek, Fink – Bröker, Ilsö (84. Beister), Lambertz (90.+3 Matuschyk) – Rösler (29. Jovanovic)

Manuel Gräfe (Berlin)

15 500 (ausverkauft)

1:0 (33.) Nöthe, 1:1 (60.) Ilsö

Gelb: Mavraj (6.), Asamoah (3.) / Levels (7.)

Gelb-Rot: Fürstner (82./wiederholtes Foulspiel)

Nach der Pause musste Ratajczak gleich gegen einen – allerdings schwach geschossenen - Flachschuss von Tayfun Pektürk aus kurzer Distanz eingreifen (48.). Richtig strecken musste sich der Fortuna-Torwart beim 22-m-Schuss von Edgar Prib, den er mit der rechten Hand gerade noch zu fassen bekam (51.). Eine Minute später traf Nöthe mit einem abgefälschten Schuss nur den Pfosten. Die Düsseldorfer konnten sich bei der Fahrlässigkeit der Fürther Chancenverwertung bedanken, dass sie nach wie vor noch hoffen konnten auf mindestens einen Zähler.

Umso überraschender und wichtiger war der Ausgleich durch Ken Ilsö (60.), der vom Strafraumeck einen Freistoß direkt in den Winkel zirkelte. Die Fortuna war zwar nach wie vor mit dem Glück im Bunde: Nach einem sehenswerten Konter verhinderte Christian Weber, dass der Kopfball von Pektürk nicht über die Linie ging (71.). Aber im Spiel nach vorne sah es gegen nachlassende Fürther schon wieder viel besser aus, zumal Stephan Fürstner auch noch mit Gelb-Rot vom Platz musste (82.). Am Ende nahmen die Fortunen einen glücklichen, aber immens wertvollen Punkt mit nach Hause, können am kommenden Sonntag mit einem Sieg gegen den MSV Duisburg (13.30 Uhr) in der eigenen Arena den dritten Platz endgültig sichern und sich auf die Relegationsspiele womöglich gegen den rheinischen Rivalen 1. FC Köln vorbereiten.

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