Der Ex-Fortune und Berater von Patrick Zoundi wehrt sich gegen die Vorwürfe, er sei am Abbruch der Verhandlungen schuld.

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Großbild Christof Wolff

Axel Lawaree

Axel Lawarée schlägt sich mit der flachen Hand auf die Brust: „Mein Herz schlägt für die Fortuna.“ Man sieht es dem einstigen Stürmer des Fußball-Zweitligisten an: Die Geschichte um Patrick Zoundi hat ihn mitgenommen. Manchmal wird seine Stimme unkontrolliert lauter, die Aufregung lässt die Gesichtszüge verkrampfen, als wenn er Schmerzen empfinden würde.

Der von ihm als Berater betreute Nationalspieler aus Burkina Faso muss nach Abbruch der Verhandlungen im Sommer gehen. Im Exklusiv-Interview mit der WZ beschreibt Lawarée erstmals öffentlich seinen Ärger und die Enttäuschung über das Scheitern der Vertragsverhandlungen:

Herr Lawarée, Sie sollen eine Mitschuld am Abbruch der Verhandlungen der Fortuna mit Patrick Zoundi tragen, stimmt das?

Lawarée: Das ist völlig falsch, und es ist eine Schande, dass die Fans diesen Eindruck gewonnen haben mussten. Ich hatte mir in den drei Jahren hier einen guten Namen erarbeitet und wollte als Berater ebenso sein wie als Fußballer auf dem Platz: ehrlich, offen und fleißig. Jetzt glauben plötzlich alle, wir wären „Zocker“ und hätten zu viel verlangt, aber das stimmt nicht.

Warum gab es keine Einigung?

Lawarée Der Belgier spielte von 2007 bis 2010 bei der Fortuna, erzielte in 36 Regionalliga-Einsätzen 15 Tore, in 27 Drittliga-Spielen sechs Treffer und kam nach dem Aufstieg noch sechs Mal in der 2. Liga zum Einsatz. Mittlerweile arbeitet der Familienvater als Spielerberater für „Starfactory“, betreut unter anderem Ex-Fortune Fabian Hergesell.

Zoundi-Berater Joachim Leukel ist ein seit Jahrzehnten renommierter Spielerberater, war Verhandlungsführer im Auftrag von „Zico“, verhandelte nach dem Berater-Wechsel dann mit Axel Lawarée an seiner Seite weiter. Von „Berater-Chaos“ könne aber keine Rede sein: „Der Zeitpunkt des Wechsels war vielleicht unglücklich. Aber wir wollten mit Patrick Zoundi nach dem Spiel gegen den FSV Frankfurt zu den ausgehandelten Bedingungen unterschreiben. Da hieß es plötzlich, die Verhandlungen seien ausgesetzt.“

Leistungsloch Anfang Februar habe Wolf Werner ausdrücklich versichert, „dass die Fortuna absolut interessiert ist, den Vertrag mit Patrick zu verlängern“. Die im März stattfindenden Gespräche sollten „in Ruhe und ohne Öffentlichkeit“ geführt werden. Die lange Dauer der Verhandlungen, unter anderem auf Wunsch der Fortuna, habe der Leistung des Spielers letztlich geschadet, sagt Joachim Leukel. „Bis Anfang April hat es in dieser Angelegenheit keinerlei Bewegung seitens der Fortuna gegeben. Die Entscheidung wurde dann aus rein sportlichen Gründen getroffen.“

Lawarée: Es wurde überall kommuniziert, dass die Fortuna Patrick Zoundi gerne behalten wollte. Aber am Ende wurde nicht alles dafür getan. Ein Problem war, dass Wolf Werner zwar mit uns verhandelt hat, er sich aber jeweils bei Vorstand und Aufsichtsrat rückversichern musste. Das brauchte seine Zeit.

Wie lief das genau ab?

Lawarée: Nach einem ersten Verhandlungs-Termin gab es ein verbessertes Angebot, das ein entsprechendes Grundgehalt und eine hohe fünfstellige Gehaltsvorauszahlung vorsah, weil Patrick in seiner Heimat ein Projekt unterstützten wollte. Da ich aber um die finanziellen Bedingungen bei der Fortuna wusste, schlugen wir ein höheres Grundgehalt ohne die fünfstellige Vorauszahlung vor. Daraufhin kam das vorherige Angebot zurück – nur die Einmalzahlung fehlte plötzlich. Es war also eine Verschlechterung, und das ging natürlich nicht. Nachdem wir dann einen Kompromiss vorgeschlagen hatten, wurden die Verhandlungen Ende Januar offiziell ausgesetzt.

Mit welcher Begründung?

Lawarée: Es sei zu viel in der Öffentlichkeit darüber diskutiert worden, wir wollten uns Ende März wieder zusammensetzen. Das war auch in Ordnung, im Februar und März hatten wir dann keinen Kontakt.

Warum kam es dann zum endgültigen Bruch?

Lawarée: Das ist eben das Schlimme: Wir saßen gar nicht mehr am Verhandlungstisch. Trainer Norbert Meier und Geschäftsführer Wolf Werner erklärten Patrick von einem Tag auf den anderen, dass sie ihn gerne behalten würden, dass er aber wegen seiner Berater kein neues Angebot bekommen würde.

Die Rede war sogar von einem „Berater-Chaos“ – wie kam es dazu?

Lawarée: Patrick hatte mich im vergangenen Dezember gebeten, als sein Berater zu fungieren, und wir haben das vertraglich festgehalten. Von seinem bisherigen Berater in seiner Heimat Burkina-Faso hatte er sich per schriftlicher Kündigung getrennt. Der war sowieso kaum hier, in Deutschland hatte seither Joachim Leukel aus Frankfurt den Berater-Auftrag. Ich habe mit ihm die Verhandlungen zusammen geführt. Für Irritationen sorgte dann wohl ein Anwalt-Schreiben des Beraters aus Burkina-Faso, dass Fortuna nur mit ihm verhandeln dürfte.

Klingt wirklich nach Chaos.

Lawarée: Ja, aber selbst dann hätte die Fortuna doch auf Patrick oder uns zukommen und uns sagen können, dass wir dafür zunächst eine Lösung finden sollen.

Wie sind Sie damit umgegangen?

Lawarée: Ich war erst einmal geschockt. Wir hatten uns absolut ruhig verhalten, uns nicht in der Öffentlichkeit geäußert. Stattdessen hieß es, dass wir die Fortuna hinhalten würden. Wir hatten das Angebot für einen guten Kompromiss gehalten, keine übertriebenen Forderungen gestellt.

Die Rede war von 280 000 Euro, die Zoundi verlangt hätte.

Lawarée: Eine völlig falsche Summe, das waren insgesamt rund 100 000 Euro weniger. Man darf nicht vergessen, dass Patrick bisher für ein vergleichsweise geringes Gehalt gespielt hat und immer besser geworden ist. Mit unserem Vorschlag wäre er gerade unter die besten zehn in der Gehaltsliste gestiegen. Am Ende ging es um einen Unterschied von insgesamt nur 6000 Euro.

Wie können Sie sich die Ablehnung dann erklären?

Lawarée: Wer mir was Böses will, weiß ich nicht. Als Spieler habe ich für Fortuna immer Gas gegeben und war nie zu spät. In meinem letzten Jahr spielte ich nicht so oft, hatte aber eine vorzeitige Vertragsauflösung abgelehnt, denn schließlich musste ich an meine Familie denken. Vielleicht hat man mir das nicht verziehen.

Und jetzt?

Lawarée: Das Wichtigste ist für mich, dass Patrick glücklich wird und bei einem guten Verein unterkommt. Ich selbst muss mich dagegen wehren, dass ich als schlechter Berater dastehe, und ich hoffe, dass die Fortuna-Fans mir nach wie vor gewogen sind. Denn ich habe mir nichts zu Schulden kommen lassen.

Wie stellen Sie sich in Zukunft auf geschäftlicher Ebene zur Fortuna?

Lawarée: Ich rechne erst einmal nicht damit, an meinen Ex-Verein Spieler zu vermitteln. Das ist schon sehr schade, denn ich wäre ein „Scout“ gewesen, der nichts kostet, aber alle kennt. Nach dieser Geschichte können wir das zunächst vergessen. Der Plan ist aber weiterhin, dass Düsseldorf ein zentraler Punkt meiner Tätigkeit wird und dass ich dort ein Büro eröffne.

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