Beim Kaufrauschen im Zakk und der 13. Design-Börse im Großmarkt gab es Ausgefallenes für alle möglichen Anlässe.

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Großbild Bernd Schaller, Bild 1 von 2

Katrin Lazaruk von „Made in Osnabrueck“ zeigt die begehrten Schallplatten-Schalen im Zakk.

Düsseldorf. Ein silberfarbener, massiver Fuß, der tellerförmige Lampenschirm ist orange. Die futuristisch anmutende Stehlampe aus den 70ern hat es Svenja Kross angetan. Die 24-Jährige kauft die Lampe für 180 Euro. „Ein Blickfang für mein Zimmer, so etwas wird heute nicht mehr hergestellt“, sagt sie. 148 Aussteller präsentierten am Sonntag im Großmarkt Ulmenstraße stilvolle Design-Möbel und Wohn-Accessoires aus dem 20. Jahrhundert. Wer nach kleineren Geschenken für Weihnachten suchte, der zog weiter zum Zakk in Flingern, wo bei „Kaufrauschen“ Nachwuchs-Designer Handgemachtes zeigten.

Was in den 80ern und 90ern noch auf dem Sperrmüll landete, gehört heute zu begehrten Sammlerstücken – und in hippe Wohnungen. Die Möbel aus den 70ern mit viel Kunststoff und Glas sind dank Retro-Welle längst Trend. „Natürlich ist damals nicht alles auf dem Müll gelandet. Clevere Händler haben die Stücke in Lagerhallen gebunkert“, sagt der Inhaber vom Möbelhandel „Zorrobot“ aus Münster. Zu seinem Sortiment gehört auch der berühmte „Ball-Chair“, ein kugelförmiger Sessel. „Viele Händler vermieten ihn sogar, er ist sehr begehrt“, sagt er.

„Wenn ich daran zurückdenke, dass bei der ersten Börse nur 30 Aussteller dabei waren, kann ich es kaum glauben“, sagt Veranstalter Jan Hasenberg. Die Design-Börse, deren Kölner Pendant im Mai zum ersten stattgefunden hat, soll der etwas andere Flohmarkt sein. „Aber mit Trödel hat das nichts zu tun. Es sind ausgewählte Händler, die die Möbel restaurieren. Das sind erstklassige Designerstücke“, sagt er.

Wickeltasche und Platten-Schale: Handgemachtes im Zakk

Bei „Kaufrauschen“ im Zakk ist der Stand von Steve MacGuire Besucher-Magnet. Er präsentiert Ungewöhnliches für die Wohnung: Schallplatten als Popcorn-Schalen, Gemälde aus Kassetten-Bändern oder Tische aus alten Emaille-Schildern. Das kommt an. „Das sind Dinge, die muss man schon suchen“, sagt er. Zum Beispiel in Osnabrück, wo MacGuire seinen Laden „Made in Osnabrueck“ betreibt. „Kaufrauschen ist eine tolle Chance für Designer aus ganz Deutschland, um sich zu präsentieren“, sagt er.

Diese Chance will auch Inga Osberghaus nutzen: Sie verkauft in alte Teetassen eingefasste Kerzen ab acht Euro und die Wickeltasche „Lumaretta“ (29 Euro) für trendige Mütter – aus alten Luftmatratzen. „Ich verkaufe eigentlich nur über das Internet und nutze solche Veranstaltungen, um meine Kunden kennen zu lernen“, sagt sie.

Zum ersten Mal fand „Kaufrauschen“ im Friseursalon „St. Pauli Blond“ statt – damals musste vielen Designern abgesagt werden, denn es gab nicht genug Platz. Der nächste Termin im Zakk: 3. Juni 2012.

www.kaufrauschen.net

Die erste Design-Börse 1999 fand mit 30 Ausstellern in der Zollhalle statt. Auch nächstes Jahr steigt sie wieder im November.

Mehr Infos unter: www.designboerse.info

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