Bevor die neue Planung vorliegt, sehen die Liberalen bereits Vorteile gegenüber der Sekundarschule.

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Drei städtische Gesamtschulen gibt es zurzeit in Krefeld. Unser Bild zeigt eine von ihnen, die Kurt-Tucholsky-Gesamtschule.

Krefeld. 200 Seiten dick und ein richtungsweisender Inhalt: Am kommenden Dienstag wird die Verwaltung ihre Vorschläge zur Fortschreibung des Schulentwicklungsplanes (SEP) bis 2015 vorlegen. Es geht dabei um die neue Sekundarschule, es geht um stark zurückgehende Schülerzahlen im Sekundar-I-Bereich (Klassen fünf bis zehn), und es geht um die von den Eltern nicht mehr gewollte Hauptschulform.

Wenn die FDP bereits im Vorhinein einen Wunsch frei hätte, dann würde sie sich für die künftige Schullandschaft statt einer neuen Sekundarschule eine vierte städtische Gesamtschule wünschen.

Jutta Pilat, schulpolitische Sprecherin ihrer Fraktion, begründet diese Meinung: „Wir wissen, dass sich wegen des demografischen Wandels etwas bewegen muss. Wir wissen auch, dass Eltern sich bei der Schulwahl für ihre Kinder nicht für die Hauptschule entscheiden wollen.

Aber falls Hauptschulen aufgelöst oder geschlossen werden, muss man auf die Kinder und Jugendlichen achten, die in einer Real- oder Sekundarschule Probleme haben und nicht mithalten können.“

SPD sieht Bedarf für Gesamt- und Sekundarschule

Die FDP habe sich das sehr gründlich angesehen, habe auch mit Hauptschul-Rektoren gesprochen und sei zu dem Ergebnis gekommen, dass diese Jugendlichen in einer weiteren Gesamtschule besser aufgehoben seien als in einer Sekundarschule: „ Die Nachfrage nach einer vierten städtischen Gesamtschule besteht schon seit vielen Jahren“, sagt Pilat.

Nach dem Schulkonsens in NRW folgte die Änderung des Schulgesetzes mit Sekundarschule. Dazu werden Eltern der jetzigen Dritt- und Viertklässler befragt, wohl im ersten oder zweiten Quartal 2012. Infos erfolgen rechtzeitig.

Neben den drei städtischen gibt es noch die Bischöfliche Maria-Montessori-Gesamtschule.

Frank Meyer, schulpolitischer Sprecher der SPD, auf WZ-Nachfrage: „Ich bin mir sicher, dass Krefeld eine vierte, wenn nicht gar eine fünfte städtische Gesamtschule bekommen wird. Ich bin mir auch sicher, dass dies im Zeitraum des neuen Planes bis 2015/16 passieren wird.

Und auch die Sekundarschule wird kommen. Wie viele es sind und an welchen Standorten, wird sich zeigen. Beide Systeme machen Sinn, beide sind gut und richtig für Krefeld. Aber man wird genau hinschauen müssen, welche Schulform an welchem Standort besser passt.“

CDU will der Elternbefragung nicht vorweggreifen

Sorgen um die Hauptschüler mache er sich dabei nicht: „Die Sekundarschule wird Standards für Haupt-, Realschüler und Gymnasiasten haben, und die zweite Fremdsprache kann, muss aber nicht gewählt werden“

Stefanie Neukirchner, in gleicher Funktion für die CDU, hat eine klare Position: „Hier wird meines Erachtens der zweite Schritt vor dem ersten getan. Am kommenden Dienstag wird die Fortschreibung des Schulentwicklungsplanes vorgestellt.

Es folgen die Stellungnahmen der Schulen, danach wird es die vorgeschriebene Elternbefragung geben. Danach wird klar sein, ob wir in Krefeld das gewünschte Angebot haben oder schaffen müssen. Erst dann ist die Politik gefragt. Diese Reihenfolge will ich nicht manipulieren.“

Grüne betonen Wichtigkeit der Schulkonferenz-Entscheidungen

Barbara Behr, Sprecherin der Grünen im Schulausschuss: „Natürlich haben wir nichts gegen eine vierte städtische Gesamtschule. Aber ich denke, es ist von der Vorgehensweise her leichter, wenn Haupt- und Realschulen sich zu Sekundarschulen zusammenschließen. Ich sehe die neue Sekundarschule als Chance für alle Schüler.

Deren Gründung dürfte viel entspannter über die Bühne gehen als die einer vierten Gesamtschule, bei der auch der Standort eine große Rolle spielen würde. Und es wichtig, dass sich die Schulkonferenzen von Haupt- und Realschule zusammenfinden. Wir werden nicht über deren Köpfe über Sekundarschulen entscheiden.“

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