Ein Kommentar von Karl-Gerhard Deußen.
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Krefeld. Es ist auf jeden Fall die bessere Lösung: Die NRW-Landesregierung hat den Start der Inklusion, des gemeinsamen Lernens von behinderten und nichtbehinderten Schülern in der Regelschule, um ein Jahr verschoben. Das kommt nicht von ungefähr, denn ein Start zum Sommer 2013 wäre ein Start im Streit geworden – hinter den Kulissen oder offen.

Meinungsverschiedenheiten schwelen bereits seit längerem zwischen Land und Kommunen, unter anderem wegen der Finanzierung. Es kann nicht sein, sagen die Kritiker, dass das Land wieder einmal die Musik bestelle, und die Kommunen müssten sie bezahlen. Inklusion vernünftig umzusetzen bedeutet, viele Fragen vor dem Start zu klären. Zu diesen Fragen gehören: Wer garantiert, dass zum Start genügend Sonderpädagogen für die individuelle Förderung der Schüler mit Handicap zur Verfügung stehen? Wer bezahlt diese Sonderpädagogen? Wer bezahlt die Doppelbesetzung Lehrer/Sonderpädagoge, die für gemeinsamen Unterricht nötig ist? Wer bezahlt, wenn eine Regelschule (Grund-, Haupt-, Real-, Gesamtschule oder Gymnasium) für die Inklusion im Gebäude umbauen muss?

Das sind hauptsächlich finanzielle Aspekte. Im Kern geht es aber um die Frage, wie gut Regelschulen aufgestellt sein sollen, wenn sie den gemeinsamen Unterricht starten. Das ist auch eine politische Frage.

Die Krefelder Schulformsprecher haben in ihrem Brief an die NRW-Schulministerin viele Mängel aus ihrer Sicht auf den Punkt gebracht: Der vorliegende Gesetzesentwurf zur Inklusion mit seinen Rahmenbedingungen sei eine Liste ausschließlich mit Einschränkungen. Der inklusive Unterricht, wie angedacht, soll das Ende der bisherigen integrativen Lerngruppen bedeuten. Im Raum steht auch, dass Förderschulen und Kompetenzzentren, in Krefeld mit viel Fleiß gebildet, aus der Schullandschaft verschwinden sollen. Und wann wer Förderbedarf für Schüler überhaupt beantragen soll, ist auch höchst umstritten.

Auf Antrag der CDU soll der Krefelder Schulausschuss die Kritik der Schulsprecher unterstützen. Am 29. Januar wird das im Ausschuss debattiert. Man darf gespannt sein.

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