Uerdingens Trainer van der Luer hat einen Investor an der Angel, der ein Stadion mit Gewerbe auf der grünen Wiese bauen möchte. Die Grotenburg könnte dann abgerissen werden.

Plan des Stadions von Zwolle: Unterhalb der Tribünen der Fußballarena befindet sich Gewerbe. Ein Vorbild für das Krefelder Modell.
Plan des Stadions von Zwolle: Unterhalb der Tribünen der Fußballarena befindet sich Gewerbe. Ein Vorbild für das Krefelder Modell.

Plan des Stadions von Zwolle: Unterhalb der Tribünen der Fußballarena befindet sich Gewerbe. Ein Vorbild für das Krefelder Modell.

Plan des Stadions von Zwolle: Unterhalb der Tribünen der Fußballarena befindet sich Gewerbe. Ein Vorbild für das Krefelder Modell.

Krefeld. Vor dem Hintergrund des derzeitigen sportlichen Erfolgs des Fünftligisten KFC Uerdingen will Trainer Eric van der Luer „Schritte für die Zukunft“ machen. Der größte dieser Schritte sieht den Umzug in eine neue Arena vor. Dafür hat der Niederländer einen Investor an der Hand, der bereit ist, 25 Millionen Euro in einen Stadionneubau zu investieren.

Voraussetzung: Die Stadt schenkt dem Investor ein Grundstück von rund 50 000 Quadratmeter auf der grünen Wiese – etwa an der A 44 (Fichtenhain), am Europaring oder am Elfrather See. Seine Investitionen will der Geldgeber durch Gewerbe wieder hereinholen, das unter den Tribünen angesiedelt wird – etwa Bau- und Elektronikmärkte oder Fitnessstudios, die nicht mit dem Krefelder Zentrenkonzept kollidieren würden.

Beim Investor handelt es sich um die niederländische Firma Wyckerveste Adviseurs BV, die bereits die Stadien von Roda Kerkrade und FC Zwolle realisiert hat. Zudem arbeitet sie an neuen Arenen für Heracles Almelo und AEK Larnaka auf Zypern. Wyckerveste kommt aus Kerkrade, Eric van der Luer ebenfalls.

Das neue KFC-Stadion soll vor allem für das mittelfristige Ziel – Aufstieg in die 3. Liga – tauglich sein. Dementsprechend soll es ein Fassungsvermögen von etwa 12 000 Zuschauern bekommen und bei Bedarf erweitert werden können. Das in die Jahre gekommene Grotenburg-Stadion bietet nicht viel mehr nutzbare Fläche: Von den 34 500 Plätzen sind lediglich knapp 10 000 Sitzplätze. Das Stadion ist nicht mehr zeitgemäß und sanierungsbedürftig.

Seit September gibt es Gespräche mit der Stadt

Über diesen Stadionplan laufen seit September erste Gespräche zwischen Oberbürgermeister Gregor Kathstede, Sportdezernent Thomas Visser, dem Projektentwickler und KFC-Trainer Eric van der Luer. Nachdem der Oberbürgermeister am Dienstagabend die Fraktionsvorsitzenden-Konferenz über die Anfrage informiert hatte, sickerten Informationen an die Öffentlichkeit.

Das 1927 erbaute und seit 1975 dreimal erweiterte und modernisierte Grotenburg-Stadion fasst 34 500 Zuschauer. Es entspricht immer noch den Auflagen der Uefa. Vor zwei Jahren war die Grotenburg als eine der Spielstätten für die U 19-Europameisterschaft im Gespräch. Der Wettbewerb ist aber nach Litauen vergeben worden.

Die Unterhaltung kostet die Stadt rund eine halbe Million Euro pro Jahr. Nur ein geringer Teil kommt an Mieten wieder herein. Der Abriss des Stadions ist seit Jahren ein Gesprächsthema. Allein die Abbruchkosten sind bereits 2009 auf vier Millionen Euro geschätzt worden.

„Was mich ein bisschen stört ist, dass jetzt schon viele mitreden, ohne die genaue Idee zu kennen. Im bisherigen Kreis haben wir sehr gute Gespräche geführt“, sagt van der Luer. Für den König-Palast werde das Stadion keine Konkurrenz, weil es nur für Fußball genutzt werden soll.

„Irgendwann ist die Grotenburg schon aus organisatorischen Gründen ein Problem. Gerade, wenn sich die Zuschauerzahlen in der Regionalliga erhöhen werden“, ist Eric van der Luer sicher.

Ein Abriss der Grotenburg hätte auch einen Vorteil für die Stadt. Der Zoo könnte erweitert werden, es könnten dort Wohnungen oder Büros entstehen. Eric van der Luer: „An der Grotenburg würden 45 000 Quadratmeter frei, aus denen man 18 bis 25 Millionen Euro rausholen kann.“

Politik und Verwaltung in Krefeld sind noch zurückhaltend. Anfang des neuen Jahres gebe es ein neues Treffen mit dem Investor, verriet Oberbürgermeister Kathstede. „Bitte nicht zerreden“, mahnt die FDP. Die Stadt habe nicht mal das Geld, die Grotenburg nachhaltig instand zu setzen.

IHK-Geschäftsführer Andree Haack, zuständig für den Einzelhandel, sieht zwar angesichts der diskutierten Branchen im oder am Stadion keine Probleme, fragt sich aber, ob das Konzept Fußball und Handel funktioniert. „Gerade der Samstagnachmittag ist eine gute Zeit für den Handel. Der will keine grölenden Horden. Werden die Geschäfte bei Samstagsspielen dann schließen?“

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